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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-09-05 · Heft 36 (5.9.1847) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 36 (5.9.1847)
Date
1847-09-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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SSL mud verläumde, weil ich viele seiner Ansichten für unsittlich erklärte. Es fiel mir aber ebenfalls nie ein, die Sittlichkeit der Talmudiften anzutasten, da sie in Zrrthum waren. Herr Stein wird diesen Unterschied dialektisch finden; nun, poetisch ist er freilich nicht, aber wahr und klar. Sam. Hold heim. Geschichte -es Tages. Versammlung der Reformfreunde. Berlin. Das Cenlral-Comite der Genossenschaft für Reform im Iudenthum hat an viele Freunde des Fortschrittes das nachfolgende Circularschreiben erlassen: Ew. Wohlgeboren erlauben wir uns Gegenwärtiges ergebenst anzuzeigen, daß wir zum Oktober d. I. eine Versammlung jüdischer Reform freunde zur Berathung der gemeinsamen Interessen zu veranstalten beschlossen haben. Indem wir Sie zur Theilnahme an dieser Versammlung auffordern, und die Hoffnung aussprechen, daß Sie nicht anstehen werden, dieser Aufforderung nachzukommen, legen wir Ihnen zugleich in Beifolgendem den Entwurf zu einem öffentlichen Aufruf vor, in welchem wir die Motive, die uns zu diesem Schritte veranlassen, so wie den Zweck der Versammlung näher entwickeln. Sollten Sie zu Inhalt und Form dieses Aufrufs Bemerkungen zu machen haben, so würden Sie uns verpflichten, wenn Sie dieselben, so wie etwanige Anträge, die Sie der Versammlung vorzulegen wünschen, mit der Anzeige Ihrer Betheiligung an der Versammlung spätestens binnen 14 Tagen in unsre Hand gelangen lassen wollten. Schließlich sprechen wir noch die Bitte aus, daß Sie auch Gelegenheit nehmen mögen, in Ihrem Kreise Ihren Einfluß geltend zn machen, um zur Theilnahme an dieser Versammlung an. zuregen, indem es uns ebenso erfreulich als wichtig wäre, wenn wir in Ihrer Person zugleich den Vertreter einer Gesammtheit be. grüßen könnten, die sich an dem gemeinsamen Werk der Reform zu betheiligen entschlossen ist. Berlin, den 30. Juli 1847. Das provisorische C entral-Comitv der Genossenschaft für Reform im Iuventhum. Angeregt von den mahnenden Verhältnissen der Zeit, finden sich die Unterzeichneten Vertreter der Genossenschaft für Reform im Iudenthum veranlaßt, hierdurch zu einer größeren Versammlung von Reformfreunden aufzufordern, welche im Oktober d. I. in Berlin stattfinden soll. Gestützt auf die Ueberzeugungen, mit denen wir im Aufruf vom 2. April 1845 das gegenwärtige Religionsbewußtsein desIudenthums aussprechen zu müssen glaubten, und getreu der Ausgabe, die wir uns für eine Reform im Iudenthum gestellt haben, wie fie aus dem Bevürfniß der Gegenwart hervorgehen soll, halten wir es jetzt mehr denn je für unsere Pflicht, die thatkräftige Mitwirkung der Gleichgesinnten für diese Aufgabe in Anspruch zu nehmrn. Und darum fordern wir dieselben zu einer gemeinsamen Berathung auf, in welcher jene allgemeinen Ueberzeugungen zu einer bestimmten Fassung entwickelt werden mögen, um so zur Grundlage für die Gestaltung unseres religiösen Lebens erhoben werden zu können. Folgende Umstände lassen den gegenwärtigen Zeitpunkt für das Zusammentreten einer solchen Versammlung als ganz besonders geeignet erscheinen. Die Rothwendigkeit einer durchgreifenden Reform im Judenthum ist hinreichend anerkannt; nur die Vereinbarung zu einer gemeinsamen Wirksamkeit auf diesem Gebiet ist es, an der es mangelt. Ganz besonders aber tritt dieser Mangel als ein fühlbarer hervor bei der in verschiedenen Gemeinden im Geiste der Reform theils beabsichtigten, theils bereits ausgeführten Einrichtung von Gottesdienst und Religionsschule. Denn wenn auch wohl nicht eine volle Gleichmäßigkeit dieser Institute in allen einzelnen Formen und Anordnungen erzielt werden kann, so muß sich roch in, den Grundsätzen, nach denen sie begründet und geleitet werden überall derselbe Geist, dieselbe religiöse Ueberzeugung bekunden, wenn fie in Wahrheit von der neuen und höheren Entwickelung im Iudenthum Zeugniß geben, und für die Ausbreitung und Befestigung derselben wirken sollen. Nicht minder wird uns aber auch von Außen her die dringende Aufforderung zu einem entschiednen und gemeinsamen Wirken für die Lösung unsrer Aufgabe im Iudenthum. Die Der- Handlungen des vereinigten preußischen Landtages haben uns überzeugt, daß die sittliche Würdigkeit und die politische Berechtigung der Bekenner des Iurenthums von Vielen nur deshalb noch nicht anerkannt werden, weil wir es durch unser Stillschweigen zugeben, daß das Wesen unv die Lehren des Iudenthums noch immer nach den Erscheinungen und Gestaltungen einer Vergangenheit beurtheilt werden, von der wir uns entschieden losgesagt haben. Daher bedarf es auch in dieser Beziehung einer offenen und übereinstimmen-

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