Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1847)
- Date
- 1847-09-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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201 Jerusalem *) " — Nur in Hinsicht des Anthropomorphismus glaubt A. dem Mbeisiimmcn zu muffen, da die Schrift selbst (2. Mos. 33, 20) sage daß kein Meuscii Gott schauen könne. Jene Stelle IwiB” Mtwnx wti „Sie schauteu den Gott Israels (2 Mos. 24 40) übersetze, sie schauten die Herrlichkeit des Gottes Israel." (^->rr"i Nnbx ip’ N' uro) Nicht minder läßt er den moralischen Eigenschaften des Maim o n i des, und besonders seinem größer« Werke (npj nn?) Gerechtigkeit wiederfabren, über den M o r e b aber spricht er noch am Schluffe seines Briefes das Nrtheil ans: Möcl'te doch dieses Buch nicht entstanden und nicht geschaffen, wenigstens nicht übersetzt und nicht gelesen worden sein." — Durch die Bemühungen der Freunde des Maimonides kam cs nun aber dahin, daß der wider ilm ansgesprochne Baun auf deren Urheber znrückgeschleudert wurde, so daß diese genötbigt wurden, den ibrigen znrnckznnebmcn, bis endlich dem berübmtin Nachmanides (pan) ein versöhnendes Schreiben an die französischen Rabbinett erließ, das seine Wirkung nicht verfehlte, aus dem wir folgende Reußerungen entnehmen. „Warum schonet ihr nicht die Ehre des großen Lehrers (Maimonidcs) der im Talmud eine Feste baute, (durch sein gedachtes größres Werk) (np:N7l t) eine Harfe Feste dem Namen Gottes. Er war cs, der das Gebäude des Talmuds, das so lange verwüstet lag, wieder neu aufführte, der alle jüdischen Niederlassungen in Spanien im Westen und Osten und in Palästina mächtig beschützte. Wie viele Weisbeitsnchende sammelte er um sich her, wie viele Schulen gründete er; wie vielen Lernbegierigen öffnete er die ächten Quellen, beantwortete er richtig die Fragen;" — Wenn ihr nun seine Werke gesehen, sie aufmerksam gelesen habt, habt ibr daraus vernommen, daß er die schweren, die geringen religiösen Verbote nicht achtete, daß er irgend eine Einrichtung, eine Vorschrift weglicß, daß er keinen Zaun um das Gesetz machte. In der That baben wir vernommen, daß der große Lehrer sich *) Begegnen wir in der lateinischen Kirche demselben Antel,en über das Berbältiuß des Ebinstenihunis zur Philosophie. Sa run Ter« üiÜu-m (de prae scr. h:ieret. 7.) „23ad bat Athen mit Je ufalem zu schaffen? '.düö die Akademie mit der Kirche? Unser Unterricht ist uns rer Palle Salouios, welcher selbst gelr-rr hatte, den Herrn in Heczensemsalt ju suchen." auch an die Auslegungen unserer Rabbiner in der Hagadah hielt, daß nämlich Alles stat-finven wird- Das den Frommen zubereilcnve Mahl, der dazu auibewahrte Wein, der als Speise zubereitete Leviathan, die Hölle, das Paradies." — Und wenn Ihr auch im Schooße des Glaubens erzogen seid, gepflanzt im Vorbote der Tradition, immer frisch und k>cntvoll, so müßt ihr doch Bedacht nebmen auf die jüdischen Bewohner eurer Länder rc., die, angefullt von den Fabeln, von den Träumereien der Griechen, laut die frommen Seelen verböbnen, die Verderbten, die spottend den Kopf schütteln über die Thora, die religiöseu Gebote und Verbote grund, und geschmacklos finken. Hätten nun diese nicht aus den Aussprüchen und Werkendes Lehrers Maimonides Geistesuahrung gefunden, Kälten sie nicht ihre Seele mit seiner ergiebigen Weisheit gesättigt, daß sie wieder ruhig im Gebiete der Religion bleiben könnten, sie wären immer tiefer ins Verderben gesunken. „In Betreff nun derjenigen Gesellschaften, die das Buch M o r e K N e d u ch i m studiren, verschweiget euer furchtbares ttrtheil, denn der große Lehrer, der Verfaffer des Moreh hat schon verordnet. Erkläret dieses Werk nicht und macht es nicht öffentlich bekannt rc. Stimmer ihr nun mit den Gelehrten in der Provence ein, so könnet ihr diese Verordnung bestätigen bei Strafe des Bannes und dieses wurde gewiß genügen. Und noch besser wäre, das Volk mit Sanftmulb zu warnen und diese Angelegenheit gänzlich fallen zu lassen." (Schluß folgt.) Geschichte des Tages. DaS königlich preußische Iudengesetz. / (Frankfurt a. M. im Aug.) — Wir sind nicht im Stande, die Empfindung zu beschreiben, mit welcher wir die Einleitung zu dem königlich preußischen Jndengesetze im Orient, Nr. 34, gelesen, wo cs unter andern heißt: »Zum Ruhme dieses neuen Gesetzes muß jeder Unbefangene es sagen, daß die Regierung in Bezug auf die Juden von Humanität und Wohlwollen, von Gerechtigkeitslicbe und edlem Sinne durchdrungen ist, und wenn ihr Prinzip, hervorgegangen ans einer Hochschätzung des christlichen Glaubens, sie zur Beibehaltung noch so mancher Schranken nöthigt, so erscheinen sie doch stets so gemildert, daß sie seldst den maaßlosesten Radikalismus entwaffnen." Wie mochte die Redaktion zu einer solchen Mittheilnng ihr Blatt hergeben, das sie in Nr. 21 so beginnen läßt: „Ein mächtiger! großer Kampf steht den jüdischen Preußen bevor, ein Kampf,