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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-07-18 · Heft 29 (18.7.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 29 (18.7.1847)
Date
1847-07-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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231 Nummer Ihres geschätzten Blattes gef. aufnehmen wollen. *) Die jüdischen Organe dürften vielleicht zumeist geeignet sein, eine Verständigung zu ermitteln;**) es wäre daher wünschenswerth, daß die Stimmen sich öffentlich darüber vernehmen ließen, natürlich ohne Verzug. Die hebrew Literary Society zu Boston (Nordamerika) hat eine gesinnungsvolle Dankadresse an die vierte Rabbiner- Versammlung anher eingcsandt und übergebe ich Ihnen hiermit einen Auszug von dem Begleitschreiben des Minister of the Congregation Dlbt? ’2nN Rev. B. Wormser, was mir zum öffentlichen Gebrauche mitgetheilt wurde: „Die hiesige jüdische Congregation bildete sich vor 4 Jahren aus 12 Mitgliedern und zählt deren gegenwärtig 61. Die meisten sind Bayern, einige davon find aus unserm Vaterlä'ndchen (Baden), und eine ziemliche Zugabe besteht aus Po. len, die, wie bekannt, allem Fortschritte energisch entgegen sind, während sie selber, so zu sagen, fast ganz außerhalb des Ju-' denthums stehen. Der Pole bleibt überall Pole und hat wohl nirgends mehr Gelegenheit und Raum zu seinem ihm angeborenen Schwindelgeist als in Amerika, dem Lande des Schwindels und Wuchers. Wir haben zwar keinen eigenen pomphaft aufgebauten Tempel, doch ist das gemiethete Lokal geräumig und gut, sehr ähnlich dem Vetlokal der Tempelgemeinde in N e w- Iork. Wir haben einen großen und schönen Gottesacker. Bor Kurzem hat sich ein Frauen - Verein zu gegenseitiger Unterstützung in Krankheits- und Sterbefällen, sowie überhaupt in Unfällen gebildet; man spricht davon, nächstens eine geutlemen hebrew benevolent Society zu errichten. Seit */* Jahren endlich besteht unsere Literatur-Society, welche wöchentlich 2! raetings hält, und lesen wir folgende Blätter: Die Allgem. Zeitung des Judenthums, Orient, Israelit des 19. Jahrh., the jewish Chronicle, the Occident; sind sodann Mitglieder der hebrew publication Society of Philadelphia. Von politischen Blättern lesen wir die New-Iorkcr Schnellpost und den Boston Merkur. Im Ganzen Herrscht in unserer Gemeinde Eintracht unv Friede. Meine Schule zählt nur 10 Kinder, was Sie bei 61 Familien dennoch nicht wundern darf; indem fast alle Ehen erst seit 4 oder 5 Jahren geschloffen wurden. Daß Dr. Lilienj thal in seiner jüngsten Correspondenz an den Israel, des 19. Jahrh. (??), wo er fast alle amerikanischen Gemeinden aufzählt, Boston keiner Erwähnung würdigt, ist mir unbegreiflich. —; Schließlich erlaube ich mir die ergebene Bitte an Sie zu *) S. No. 27 a. E. **) Gern sind wir unsererseits hiezu bereit. Red. richten, uns bald wissen zu lassen, wann unv wo das neue Gebetbuch zu haben ist; wir erwarten dasselbe mit Sehnsucht und werden M. G. H. 60 — 100 Ercmplare kommen lassen müssen." So weit das Schreiben, ich füge nur noch den herzlichsten Wunsch hinzu, daß es mir vergönnt sein möchte, diese Bitte recht bald gewähren zu können und verharre Ihr H. Wagner. Der jüdische Kalender (Schluß.) Die Aegypter, unter denen die Israeliten 430 Jahre lebten, kannten die Länge des Jahres von 365 Tage, d e sie in 12 Monate zu 30 Tagen, unv einen von 5 Tage, theilten. Der Anfang des Jahres als die Feste eingesetzt wurden, fiel mit dem Aufgange des Sirius in der Morgendämmerung zusammen. Der Mond hatte auf die Festrechnung keinen Einfluß, blos zur Zeit des Vollmondes wurden der Isis besondere Opfer dargebracht. Bei dem Auszug aus Aegypten sprach Gott zu MoseS und Aaron noch im Lande Mizrajim: dieser Monat sei euch der Erste. Der Monat des Auszuges war der Abib, der mit der Frühlingsnachtglciche anfängt, zur Zeit wo in diesen Gegenden die erste Feldfrucht, die Gerste, reift E'2“)n 'rnns; am 15. des Mondes, wo in der Nacht der Auszug erfolgte, wurde das Fest zu feiern verordnet, und nach Darbringung des Omer der Genuß der neuen Frucht gestattet; sieben Wochen später, wo auch die letzte Feldfrucht, Wai. zen unv Spelz, eingebracht, war das Wochenfesi; im 7. Monat am 1. des Mondes der Teruah, am 10. der Versöhnungstag. und am 15., nach eingebrachter Baumfrucht, das Hütten- oder Einsammlungsfest bestimmt. Ohne Bezug auf die Festrechnung wurden noch für die Neumonde dem Ewigen zu Ehren Opfer angeordnet. Dieses dürste wohl als h i storischgewiß, sich aus der schriftlichen Offenbarung Nachweisen lassen. Die Feste hatten da. her eine vollkommene festere Stellung im Jahre als bei irgend einem Volke, seit den Aegyptern, wo eS Rcligionserforderniß blieb, sie an den Aufgang des Sirius >n der Morgendämmerung zu binden, und in 1460 Jahren das ganze Jahr durchliefen bis zur Kalenderverbesserung im Jahr 1582; weil sie an die Tage der Nachtgleichen, die zu jeder Zeit und in jeder Gegend leicht durch Beobachtung auszumitteln ist, gebunden waren. Ueber die Eintheilung der 365 Tage (zur Bestimmung der Festtage haben die Bruchtheile keinen praktischen Werth) haben wir keine Kunde. Wenn der erste Monat mit der Frühlingsnacht, gleiche seinen Anfang zu nehmen hat, ist es nicht gewagt, anzunehmen, daß rer siebente mit der Herbstnachtgleiche übereinzustim.

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