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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-07-18 · Heft 29 (18.7.1847) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 29 (18.7.1847)
Date
1847-07-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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330 Haltens nicht gerade glücklich; da solches jedoch vorzüglich der inneren und eigenen Emancipation der Juden gewidmet ist, so hat das weniger zu sagen, und gewissermaßen selbst sein Gutes. — Dieser im allgemeinen in einem guten Style und in gleich guter Gesinnung geschriebenen Biographie wünschen wir zunächst recht viele christliche Leser, die weit weniger in der Lage find, sich von den neuern jüdischen Emancipationsbestrebungen Kenntniß zu verschaffen, und von denen sie durch dieselbe eine Uebcrsicht erhalten. Aber auch der jüdische Leser, dem sie weniger Neues bringt, wird sie nicht unbefriedigt aus der Hand legen. Sie erfüllt endlich ihre Ausgabe als ein unserem trefflichen Rieß er von Freundes Hand gesetztes Ehrendenkmal auf würdige Weise. Der preußische Landtag. (Breslau im Juni.) — Welch unbeschreiblich begeisternder Eindruck die Verhandlungen des ersten vereinigten Landtags über die Emancipation der Juden, in allen gebildeten, christlichen wie jüdischen Kreisen hervorgcbracht haben, kann man nur ermessen, wenn man jetzt die rege Thätigkeit und den lebendigen Eifer beobachtet, der in allen Gemeinden sich kund gibt, um den neu heimgekehrten Deputirtcn Zeichen des Dankes und der Anerkennung zu Theil werden zu lassen. In der Thai ist es aber auch nichts Geringes, was auf dem ersten vereinigieu Landtag für uns erzielt worden ist. Stehen uns auch keine wesentlichen Erweiterungen, keine materiellen Verbesserungen bevor, da die Regierung, wie cs scheinen will, ein unfruchtbares Prinzip unbeugsam festhält, so har doch unsere gute Sache einen Ungeheuern moralischen Sieg gefeiert. Wir haben die Genugthuung, und können mit diesem Bewußtsein frei vor unsere Feinde hintrcten, daß die Herzen von Deutschlands edelsten Söhnen uns brüderlich entgegenschlagcn und daß es nicht ihre und nicht unsere Schuld ist, wenn wir bis jetzt noch immer nicht als Brüder im gemeinsamen Vaterlande leben. Welch eine glänzende Genugthuung liegt für uns in den Reden eines Beckerath, Vinke, Hansemann, Sperling, Milde und der vielen andern hochherzigen Männer, deren Namen nun unverwüstlich in den Tafeln der Geschichte eingcgraben, noch den spätsten Enkeln zur stolzen Zierde gereichen werden. Unser Gemeinde-Vorstand hat beschlossen, den hiesigen Deputirten, die mit vieler Hingebung unsere Sache verfochten, durch eine Deputation den Dank der Gemeinde ausdrücken zu lassen, und an die Herren Sperling in Königsberg und von Beckcrath in Krefeld Adressen abzuschicken. Zugleich wird die hiesige Gemeinde eine Verwahrung an den Thron abgehen lassen gegen die Aeußerungen der beiden Minister Thile und Bodelschwingh, die dahin lauten: daß die Juden kein ander Vaterland als Zion hätten, und daß sie so lange hier als Fremdlinge zu betrachten und zu behandeln seien, als sie Juden bleiben. Einen derartigen Protest offen und feierlich ausgesprochen halten wir für sehr angemessen und möchten nur wünschen, daß von sämmtlichen preußischen Gemeinden gleiche Schritte geschähen. Bei der frohen Erinnerung an den schönen Sieg unserer guten Sache auf dem vereinigten Landtage drängt sich uns unwillkührlich eine schmerzliche Erinnerung an einen herben Verlust auf, den unsere ganze Provinz vor Kurzem erlitten. Der Kaufmann, Herr Abraham Muhr aus Pleß in Oberschlefien, ist am 12. Juni hier in Breslau auf einer Durchreise nach Berlin begriffen, gestorben. Seit langen Jahren als Stadtverordneter-Vorsteher in seiner Vaterstadt thätig, verlor diese in ihm ihren geachtetsten und verehrtesten Mitbürger, dieJudenschaft unserer Provinz einen ihrer wärmsten und angesehensten Vertreter. Wenn man bedenkt, wie es die ganze Lebensaufgabe dcS Dahingeschiedenen war, das Ansehen und die Ehre seiner Glaubensgenossen nach außen hin zu wahren, ihr gutes Recht immer und oft geltend zu machen, so muß es uns wehmüthig ergreifen, daß cs ihm nicht einmal vergönnt gewesen, die Verhandlungen des Landtags über die Judenfrage zu erleben und j an dieser schönen Frucht, die er auch hat heranreifen helfen, sich j zu erfreuen. Mögen unsere Glaubensgenossen in den weitesten! Kreisen dem Dahingeschiedenen ein frommes Angedenken weihen,! und die Erinnerung an einen Namen bewahren, der sich überall > zur Ehre Israels des besten Klanges zu erfreuen hatte. Die vierte Rabbiner-Versammlung. (Mannheim, den 25. Juni.) — Gestern hielt der Ausschuß für die vierte Nabbinerversammlung seine erste Sitzung dahier ab. Es lagen mehre Gegenstände zur Berathung vor, darunter vornehmlich die Frage, wann die nächste Versammlung abzuhalten sei, da einmal die zu spät eingetroffene Staatserlaubniß eine Vertagung nothwendig macht, wenn §. 9 der Statuten aufrecht erhalten werden soll. Die erste Hälfte des Monats Octobcr, gleich nach dem Feste der Laubhütten, erschien dem Ausschüsse als die gelegenste Zeit und würde er sofort die Versammlung auf dahin anberaumt haben, wenn er nicht Bedenken getragen hätte, ob diese Maßnahme seine Befugniß nicht überschreite und die Theilnehmer der Versammlung damit einverstanden seien. Man einigte sich daher die nachstehende Bekanntmachung zu erlassen, die Sie in die nächste

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