Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1847)
- Date
- 1847-06-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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187 nuß derselben sein Leben zu fristen, — wir würden uns denselben unterwerfen müssen, gleichviel, ob wir in Palästina oder in Deutschland wohnen. Dieses Beispiel — denn es ist meine Absicht gar nicht, in diesem Artikel weitläufige, kritische Ausläufer zu machen — fi'tbre ich nur an, um vor dem Einflüsse, welchen solche Vermnthungen ans die Berathung haben könnten, zu warnen, um zu zeigen, daß es uns hier nur um solche Grundlagen und Ausgangspunkte zu thun sein muß, die nicht wieder in ein Labynntb von Zweifeln und Streitsätzen cinmündcn, sondern die mit entscheidender Evidenz der Berathung den Gang vorzeichnen. Eine solche Evidenz könnte vorerst in der Unterscheidung^ zu liegen scheinen, welche in den Speiseverboten zwischen biblischen und traditionellen nnd den rabbinischen Speisegesetzen zu machen sind. Kann ich auch bei dieser Unterscheidung mich keineswegs beruhigen und bin vielmehr ebenfalls mit Hirsch und Einhorn der Ansicht, daß die Gültigkeit sämmtlichcr Speisevcrbote der Berathung unterliegen müssen, so möchte ich doch die betreffende Commission dieser Arbeit durchaus nicht überbeben, vielmehr wünschen, daß sie uns eine klare, umsichtige Uebersicht dessen liefere, was hier spätere Zuthat und Erweiterung ist, möchte es wünschen im Interesse jener Richtung, die gewiß auch in der vierten Nabbinerversammlung ihre Vertretung finden wird und die vorerst wenigstens die Neformbestrebnngen auf die rabbinischen Erweiterungen beschränken nicht aber auch an die Vorschriften ein Maaß anlegcn will, wie weit sie für alle Zeiten Geltung haben können und wie weit nicht. Vom praktischen Gesichtspunkte ans würde diese Unterscheidung schon eine äußerst bedeutende Erleichterung gewähren. Jene Kolosse von von nsntt nDbn, nirbn und tzo würden bis auf wenige Splitterchen aus unserem Religions-Coder schwinden. Tenn es bedarf wahrlich keiner langen und breiten Deduktion, sondern kaum mehr als einer einfachen, verständigen Eregese, nur einzusehen, daß unter ünty nicht das talmndische Schächten mit seiner Minntien, sondern ein rasches Tödten vermittelst irgend eines Instruments, daß unter nsna nicht eine krankhafte oder nicht ganz normale Anlage im Körper eines Thieres, sondern blos ein von andern Thieren zerrissenes, oder verletztes und tödtlich verwundetes Vieh zu verstehen i sei, wenn es auch noch nicht zum Aase, zur gej worden ist. Und das Auge soll noch gefunden werden,; daß in der heiligen Schrift eine sichere Andeutung auf das Verbot, Milch und Fleisch zusammen zu genießen oder zu kochen, entdeckt. Denn im Ernste wird wohl Niemand heut zu Tage mehr den Muth haben, zu behaupten, in 'sk n'rrD ’h: *6 sei ein solches Veri bot enthalten, nachdem selbst die jüdischen Eregeren, > ein Ebn Esra, ein Maimomdes, Abarbanel und Andere! es nicht zu behaupten wagen, j «Schluß folgt.) Geschichte des Tages. Weimarsche Landtags-Verhandlungen. I (Fortsetzung.) I / (Frankfurt a. M. im Mai.) — Hr. vr. Kiefer war! uns nach'rein ersten Eindrücke, welchen sein Vortrag über die : Zuvensrage bei uns zurückgelassen, wie das incarnirte köuigl. preußische neue Iudengesetz vorgekommen, oder wie einer jener christ.; lichrn Politiker, oder politischen Christen, von welchen der legiiij mistische Graf von Alton-Schee in der Sitzung der französischen Pairskammer vom 18. d. M. sagte: ,,ce sont ces hommes, qui! ont introduit dans nos moeurs une regrettable hyprocrisie | et qui out fait de notre pays Ia patrie des apparences.1,4 I Ein näheres Eingehen auf jenen Vortrag nach Form und Zn« j halt ließ uns jedoch zu einer andern Ansicht gelangen. Daß Hr.! Kiefer dem Gelehrtensiande angehörte, dafür gab schon der Doctor-Titel Zeugniß; welchem besondern Fache aber? war ans. zusiuoen nicht leicht. So viel siano fest, mit einem Juristen hatten wir es nicht zu thun, der Bortrag verrieth keine Rechtskemtt» nisse, auch nicht mit einem Theologen, ihm fehlte die dogmatische Fl> oang, und wir hatten uns schon für einen Philosophen ent« j schieden, als aus dem Thier« und Pflanzenreiche entlehnte Bilver j und Gleichnisse uns wieder einen Mediciner vermiilhen ließen; überdies glaubten wir Stndirstuben.tzuft zu wittern. freilich ge» schwängert mit betäubendem Weihrauchrufte, was an einen Hof--! rath over Professor denken ließ. Wir zweifelten nicht daran, daß Hr. Kiefer ein und das andere Buch geschrieben haben werde, und zogen, da wir über ihn nicht zum Abschlüsse komme» konnten, zuletzt das Conversations. Lericon zu Rath. Und siehe ra, Herr vr. Kiefer ist Mediciner und Philosoph zugleich, Professor zu Zena und Schriftsteller, ob auch Hofrath? blieb nnausgemittelt. Er soll sich viel mit der Theorie des thierischen Magnetismus be«