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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-05-02 · Heft 18 (2.5.1847) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 18 (2.5.1847)
Date
1847-05-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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138 sinnung kommen (es wäre Zeit dazu!) daß es auch seine israelitischen Einwohner in das gemeinsame Band inm'gstverweben müsse, damit sie zur Einheit sich fügen in seiner Hand" u. s. w. (S. 111).Genug, der Redner hat aus dem 18. Oct. alles gemacht, was sich besonders in einer freien Stadt, wo der Jude in der Erecution des allerheiligsten — Naturgesetzes kerkerisch beschränkt wird — daraus machen läßt. Predigt VIII und IX. S. 117 — 138 behandeln mit vieler Wärme die sogenannten Halbfeste Ch an u cca und Purim.—Von dem vorgclesencn Schriftabschnitt (3 Mos. Cap. 14), der einen Gegenstand behandelt, der unserer Zeit keineswegs mehr angehört, nimmt der Redner Veranlassung, in der X. am Sabbath Haggadcl gehaltenen Predigt die Frage zu beantworten: Was Gott uns zu thun gebietet, wenn sich ein Schaden zeigt am Gebäude der Religion? Referent kann von dieser Predigt keine Auszüge geben, sie muß gelesen werden und besonders werden die jüngern Amlsbrüdcr viel daraus lernen uud sich überzeugen können, daß auch der unscheinbarsten Schriftstclle viel praktische Weisheit abzugewinnen sei. Als einen der inhaltreichsten Vorträge bezeichnet Ref. die XI. am Pessach - Feste über den Tert Jcs. 42; 6—7 gehaltene Predigt: Religion und Freiheit im Bunde. Ein interessantes Thema, interessant behandelt. Aus dem 2. Punkt in der II. Abthcilung, daß wir nämlich in der Religion die Freiheit nicht aufgeben, thcilen wir den Lesern eine der gelungensten Stellen mit: „So muß demnach die Religion den Menschengeist auch frei machen; Druck nnd Geistesknechtung sind ihrem innersten Wesen zuwider. Darum vor allem weg mit allem Glaubenszwa nge, mit allen ausschließenden Verdammungsurthcilen unsers andersdenkenden Bruders! Ueberzeugnng walte, kein Zwang! In Egypten war Zwang; als die Israeliten frei geworden waren, brachten sie Gott freiwillig ihren Gehorsam dar. Wohl sollen wir den irrenden Bruder belehren; wir dürfen und sollen ihm sein Unrecht gegen Gott mit ernsten, strafenden Worten Vorhalten; aber dann erst feiert die Religion einen wirklichen Sieg, wenn jener aus freier Ucberzeugung der Wahrheit das Recht (warum nicht die Ehre?) giebt." u. s. w. (S. 161.) Die XÜ. Predigt über 2. Mos. 14 — 30 am siebenten Tage des Pessach-Festes, „Nacht und Morgen" verdient wegen ihrer Kürze und ihres concisen Ausdruckes unsere Beachtung: Sie füllt nicht mehr als einen halben Bogen und flehet an Gehalt den ausgedehntern Vorträgen nicht nach. nD’anmi nmn uya sie sollten sich auch die besten Prediger merken. Um so auffallender ist die unmäßige Lange der XIII. Predigt. „D i e Religionsweihe," die nicht weniger als 31 gr. Octavseitcn einnimmt. Es muß der Confirmationsact demnach über 3 Stunden gedauert haben. Es war noch dazu an einem Festtage, am zweiten Tage des Wochenfestes, wo ohnehin der Gottesdienst länger als gewöhnlich anbält. Jndeß es war die erste Confirmation in der Synagoge von Frankfurt, und da war dem Redner denn das Herz voll. Ref. will die Predigt selbst etwas näher analysircn; sie hat drei Theile. Eine Einleitungsrede S. 174 — 182, die sich an die Eltern und die Erwachsenen überhaupt wendet und die Ansicht von der jüd. Confirmation zur Sprache bringt, daß die Bedeutung dieses Tages nicht darin bestehe, daß die Confirmanden erst von heute an freiwillig in den Bund eintreten, da das Judentbum bei seinen eingebornen Angehörigen einen solchen freiwilligen Eintritt schlechterdings nicht anerkennt, und die Geburt schon den Juden zum Juden mache. (S. 179). Der zweite Tbeil enthält die Anrede an die Confirmanden. Stein versteht die Kunst, angemessen und zweckdienlich zu reden und auf das unverderbte Herz der Jugend einzuwirken. Am Schluffe der Anrede werden denConfirmaudcn sechs Fragen zur Beantwortung vorgelegt, die sich allesammt auf das Wesentliche und Charakteristische des isr. Glaubens beziehen. S. 183 — 194 Ter dritte Tbeil endlich S. 194 — 204 enthält die Schlußrede ebenfalls an die Kinder, ermahnend, beschwörend, daß sie der Zukunft mit Ernst, mit Muth und mit gläubiger Gesinnung entgegen gehen. Der feierliche Act enthält des Vortrefflichen gar viel und kann nicht ohttd tiefen Eindruck geblieben sein, wenn, wie gesagt, die allzugroße Ertension den Eindruck nicht geschwächt bat, was zu befürchten stehet. Ob es aber angerathen und pädagogisch war, beim Anfang und beim Schluß ein ab- und eingelerntes Gebet einstimmig von den Kindern recitiren zu lassen, gebe ich dem gelehrten Redner zu bedenken. Dem Ref. kommt es sonderbar vor, eine Zahl von Kinder aufzufordern, cm und dasselbe Gebet, wahrscheinlich doch in einem gleichen Tempo und

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