Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1847)
- Date
- 1847-05-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kermtrriß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von »I. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#? Nr. 18. Sonntag den 2. Mai 1847. VIII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Necension. (Schluß.) — Geschichtesdes Tages: Berlin: Verschiedenes. — Pesth: Ungarische Zustände. — Aus Würtemberg: Verschiedenes. — vr. Hold he im: Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versamml. (Schluß). Neeension. Koheleth. Eine Auswahl gottesdienstlicher Vorträge gehalten in der Haupt-Synagoge zu Frankfurt a. M. in den Jahren 1844—1846 von Leopold Stein Rabbiner in Frankfurt a. M. Verlag von Johann David Sauerländer 1846. gr. 8. S. 366. — (Schluß) Die VII. am 18. Oct. 1844 gehaltene Predigt S. 106 — 116 bat zur Ueberschrift: „Das Bürg er fest" zum Text. Ies. 42, 9 und zum Thema: Welchen Eindruck ein bürgerlichesFest, wie das heutige, auf das Herz der jetzigen Israeliten hervor bringen soll? Res. weiß es aus Erfahrung, welche Qual und welches — Kunststück es für den isr. Prediger sei, wenn er das Glück, oder das Unglück hat, in einer Stadt oder einem Lande zu wohnen, wo die Bekenner des mos. Glaubens von den bürgerlichen Rechten entweder gänzlich oder zum Theil ausgeschlossen sind, am 18. Oct. predigen zu müssen, da der Sieg an diesem Tage den Inden weit mehr genommen, als gebracht hat, indem die frühere Barbarei hier und dort wieder zurückgelehrt ist. Der gewandte Redner hat indeß einen Ausweg gefunden: Das genannte Bürgerfest soll dem Israeliten 1) Freude einflößen, wenn er der Vergangenheit gedenkt (daß die Väter nämlich in den früher» Tagen von dem „unversöhnlichen Religionshasse" noch grausamer leiden mußten;) das genannte Bürgerfest soll aber auch 2) Muth ein fl offen, wenn der Israelit der Gegenwart gedenkt, (er könne ungestört seinem Glauben leben, den schwersten Druck habe Gott von ibm weggehvben, und so können wir unfern Eifer den inner» Angelegenheiten zuwenden.) Das Bürgerfest flößt aber auch dem Israeliten Hoffnung ein, wenn er der Zukunft gedenkt. „Die deutsche Reichseinheit, sagt der Redner, ist dahin, (und Ref. fügt hinzu: wenn sie jemals da war), in eine neue, noch ungeebnete Bahn ward Deutschland geworfen, (noch immer ungeebnet? aber man glättet doch schon fast Jahrzehnte daran!!) Aber auch eine neue Zukunft liegt vor ihm, eine höhere Einheit will und muß es erstreben und da wird es schon zur Be-