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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-04-25 · Heft 17 (25.4.1847) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 17 (25.4.1847)
Date
1847-04-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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133 mer nicht vollführt; jedoch steht jetzt seine Dollführung nahe bevor, da die geeigneten Männer hierüber vor Kurzem gutachtlich vernommen worden find. Ueberhaupt muß bemerkt werden, daß mit Ausnahme des §. 7, welcher den Juden Lehrämter zugesteht, und des eben erwähnten §. 39, aller übrige Inhalt des Reglements noch in Wirksamkeit ist. Auch wurde der Ausführung des §.7, solange das Ministerium Hardenberg, welches das Ganze hervorgerufen und für die preußischen Juden als ein geistlicher Erlöser anzusehen ist, bestanden, kein Hinderniß in den Weg gelegt; erst mit dem Zurücktreten desselben wurde derselbe durch eine Cabinetsordre, welche das allgemein noch herrschende Vorurtheil gegen die Juden als Grund davon angibt, im Anfänge der zwanziger Jahre vorläufig suspendirt. Mieser tz. nun ist es auch um dessen Wiederherstellung es fich vorzüglich handelt. Außerdem sollen noch die tzZ. 22 und 23 über die Eidesleistung der Juden einer Revifion unterworfen und die Gültigkeit derselben in allen Fällen gegen Nichtjuden bestimmt worden sein. Für die Ausführung des §. 9, welcher über die Befähigung der Juden zu allen übrigen Staats-, namentlich richterlichen Aemtern eine baldige Bestimmung in Ausficht stellt, dürfte uns leider für jetzt noch die Hoffnung benommen sein, da der König fich wiederholt auf desfallssge Anträge der Provinzialstande wegen vollständiger Emaucipirung der Juden dahin ausgesprochen, „daß es nicht seineWillcnsmeinung sei, den Juden eine richterliche Herrschaft über die Christen einzuräumen." Im Ganzen berechtigt uns das göttliche und menschliche Recht und vor Allem die Zeit, Alles (was auch nur in den Begriff der Gleichstellung fällt) zu wünschen und zu fordern. Vieles zu hoffe», Einiges zu erlangen und Nichts zu befürchten. M9r. Wohlwill. (Hamburg, im April.) — Es ist eine stille und dürre Zeit für israelitische Bla't.er und israelitsche Angelegenheiten Außer unserm socialen und politischen Verein, über welchen ich Ihnen unlängst berichtete, wüßte ich Ihnen heute nichts zu refcriren, was für den J'raeliten des 19.Jahrhunderts auch nur von einigem Interesse wäre. Denn daß z. B. an den Passahtagen die Wassertonnen, die in den Straßen herumgefahren werden, mit Elephantenbuchstaben NO2 bezeichnet sind, gehört kaum in das 9. vielwenigcr 19. Jabrhunvert. An die Licenz. Hülsenfruchte und andere Victualien am Passah zu genießen, ist hier nicht zu denken. Mit unserm klugen Bernays kann fich der orihororeste Rabbiner nicht messen. Wie er den rabbinischen Sauerteig überkommen hat, so bleibt er unter seinen Hän-! den; er thut nichts hinzu, er nimmt nichts davon, bis (und das scheint die geheime Abficht zu sein!) bis der ganze Kram in fich selbst verfällt. Da also über die Lebenden nichts zu berichten ist, so komme die Reihe an die Tovten. Ich ließ mir nämlich vom Herrn Dr. Salomon eine Copie von dem Nachruf geben, den derselbe nach einer am 27. März gehaltenen Predigt derselben anschloß und werden sie dem wackern Wohlwill dieses Denkmal der Achtung und Liebe in Ihrem Blatte ein Plätzchen einzuräumen nicht verweigern wollen. Nachruf. (Hamburg, im März.) — Und ich nenne Dir heute, geliebte Gemeinde! nicht nur von dem eignen Herzen aufgefordert, sondern im Aufträge der verehrlichen Direction des Neuen Israelitischen Tempelvereins, die wahres und ächtes Verdienst zu schätzen und zu ehren weiß — ich nenne Dir heute den Namen eines Mannes, der in dem so eben von mir geschilderten Berufe zu leben und zu sterben wußte. Ich nenne Dir den Namen eines Mannes, der an der Verwirklichung einer bessern Zeit thätig mitgewirkt, der sie im Anzuge gesehen, der sie aber. nach dem unerforschlichen Rathschlusse Gottes, nicht erleben, nicht genießen sollte, denn auch ihm rief der Herr, wie einst dem Mose: „Ueberschau noch einmal, was Du in und für Israel gewirkt und dann sollst Du eingethan werden zu Deinem Volke." Der Mann, von dem ich rede, ist der frühverklärte: Dr. Immanuel Wshlwrll, der nach einem fünftägigen Krankenlager in dem Alter von 47 Jahren am 2. dieses Märzmonats, als Director der Jacobsohnschen Schul- und Erziehungsanstalt zu Seesen, von dannen geschieden und zu seinen Vätern versammelt ward. Ein achter Jünger der Wissenschaft von früher Jugend an lebte er derselben, nach der Meisterschaft ringend, die ihm auch geworden. — Noch kaum 23 Jahr alt, wurde er an die hiesige jüdische Freischule gerufen, und 15 Jahr hindurch lehrte und wirkte er an dieser trefflichen Anstalt mit dem segenrerchsten Erfolg. Denn er verstand die seltene Kunst zu lehren, wtil er auf das Herz der Jugend durch Wohlwollen und Liebe, auf den Geist der Jugend durch Wahrheit und Klarheit einzuwirken wußte. Und Liebe unv Achtung war der Lohn, den Alt und Jung, den Eltern und Kinder ihm zollten. Mit so unermüvetem Fleiße und so heiligem Pflichtgefühl er auch dem Schul-und Erziehungsw esen oblag, gebracheS ihm dennoch nicht an Zeit unv Lust, für dci übrigen heiligen An-

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