Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1847)
- Date
- 1847-04-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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131 die Kleinen dem Guten zuzuführen, rc. Kommt ein armer, bedrängter Familienvater, eine von Kummer und Mangel schwer (tief) gebeugte Familienmutter zu ihm, daß er ihr Rathgeber und Helfer sei, so freue er sich dieser Gelegenheit und seine beiden Hände seien die zwei Eimer am Ziehbrunnen der Wohlthätigkeit, wenn die eine leer ist, sei schon die andere voll. (Sollte dieses Bild nicht zu gesucht sein?) Und steht er auf (an) der Stätte, wo alle Leiden enden und alles Weh still eingegraben liegr, um einem abgeschiedenen Pilger den Gruß des Jenseits nachzurufen; da zeige er, wie alles Irdische vergeht und nur Tugend und edle Werke bleibenden Werth haben. So sei er überall ein Lehrer der Tugend und der Sittlichkeit." (S. 22— 23). Je mehr diese Predigt uns interessirt hat, je mehr hätten wir gewünscht, daß nicht blos die Festtage, sondern das Fest selbst eine größere Berücksichtigung gesunden Härte, und daß 2. die Predigt weit kürzer gewesen wäre. Die Predigt nimmt 26 Octavseiren ein, und muß fast 2 Stunden gedauert haben. Die herrlichste Predigt darf höchstens eine einzige Stunde den Herrn in Anspruch nehmen. Das Amen am Schlüße muß ihn überraschen, aber nicht — erfreuen. Die II. Pr. S. 27 — 48. (wiederum viel zu lang!) beantwortet am 2. Tage des Wochensestes die Frage: Wie finden wir den rechten Frieden? Text Jes. 57; 19. Die Antwort lautet, wenn wir ihn suchen: I. Mit liebewarmen Herzen, II. mit vorurt Heils freiem Geiste, III. mit glaube ns treuer Seele. Eine trefflich ausgeführte, von allen israelitischen Gemeinden wohlzubeherzigende Zeitpredigt. Der Bert, kennt die Krankheit und schreibt als kundiger Arzt die rechten Mittel vor. — Welchen Nutzen bietet uns das Gotteshaus? (Recensent würde das Thema genannt haben: über die heilsame Wirkung des Gotteshauses, das Wort Nutzen will ihm hier nickt recht klingen), beantwortet die auf Ps. 84; 2 — 5 gestützte III. Predigt. Es bietet uns Beseligung, Erhebung, (fällt wohl zusammen, da Beseligung eine gesteigerte Erhebung ist), Beruhigung, und Bereinigung. Sowohl die Wahrheit dieses Ausspruches, wie die daraus hervorgehenden Verpflichtungen werden aus den Terkworten ungezwungen entwickelt. Die Verpflichtungen bestehen nämlich darin, daß wir „das uns so reichlich begabende (?!) Gotteshaus ehren, unterstützen, von seinenMängeln reinigen und fleißig besuchen; (das letzte sollte wohl zuerst genannt sein). Zu den Mängeln rechnet der Verf. das Beten in einer unverständlichen — Sprache. Unsere Vorältern heißt es S. 64, waren mit der hebräischen Sprache vertrauet," sie war ihnen während der zweiten Tempelzeit so viel wie Muttersprache, und als sie nach einem andern Lande gewandert waren, da wurden in der That gerade die vorzüglichsten Gebete, das Kad d i sch und die K edusch a, dem Volke in der Landessprache mitgetheilt; und nun, welch' ein Widerspruch! beten wir in Israels frühesten Muttersprache, der hebräischen, beten wir in seiner spät er n Muttersprache, in der chaldäischen, und gerade in seiner spätesten, neuesten und liebsten „Muttersprache (hört! hört!)" verschmähen wir, den Ausdruck des Herzens vor Gott zu bringen." rc. Der Verfasser dringt darauf, daß das deutsche Gebet in seiner vollen Berechtigung neben dem hebrätschen Platz fasse, damit die Gemüther angezogen werden und in denselben ein Sehnen und Verlangen rege werde nach den Vorhöfen des Herrn. — Die am Sabbath Nachmu gehaltene IV.Predigt: R u r anS der Quelle der Religion fließt wahrer Trost, Tert Jes. 40: 1 — 2 sei hier nur ihrer gut gelungenen Disposition wegen genannt: Der Trost, der ans der Quelle der Religion geschöpft wird, ist andauernd (anhaltend), herzlich allen vernehmbar. Das ist die Beschaffenheit des Trostes. (Erster Theil.) Tie Wirksamkeit (auf den Hörer und Leser nämlich), festzuhalten das Bleibende im Wechsel; in der Strafe das Heil zu begrüßen und in Gott die Quelle des Schicksals zu erkennen. (Zweiter Theil.) Das Thema znr V. Predigt: Gott unser Vater, Terr 5 Mos. 14; 1—2 würde tertgemäßer und richtiger durch: Wir sind Gottes Kinder, bezeichnet gewesen sein, und die Behandlung wäre dann auch eine andere und die Predigt weit praktischer geworden sein; sie gehört zu denjenigen, die Ref. am wenigsten befriedigt hat. Desto mehr sprach ihn die folgende VI.: Gottes Offenbarung in der Geschichte an, die am Laubhütten feste über den Tert Zachar. 11; 7 — 9 gehalten wurde. Ref. macht den denkenden