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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-04-18 · Heft 16 (18.4.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 16 (18.4.1847)
Date
1847-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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127 gen, ist die feste Grundlage, auf dir das Leben und die reifere Erkenntniß weiter bauen." Die öffentliche Prüfung hat das Zeugniß abgelegt, daß die Lehrer eifrig für die Erstrebung dieses Zieles bemüht sinv. Die Prüfung fast in sämmtlichen Gegenständen, der Geschichte, der Bibelkunde, des Hebräischen u. s. w. fiel glänzend aus und zeigte daß es in Blut und Fleisch der Schüler üdergegangen. Herr vr. Levi wendet noch immer, wie früher, unermüdliche Sorgfalt als Lehrer der Anstalt zu und sein redlicher Eifer findet fich sters in den öffentlichen Prüfungen belohnt. Möge diese Anstalt in diesem Geiste zu wirken fortfahren, dann wird sie ficher das Wohlwollen aller Gutgefinnten fich erwerben. Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versammlung. Von vr. Holdheim. IV. (Fortsetzung.) „Also Weihe und Heiligung" sagt es, „erscheinen wohl mit Recht der Kommission als Zweck des Sabbath, und es sei dies entschieden genug in der Einleitung zu dessen Einsetzung in beide Dekalogcn durch, ittnp1? ihn zu heiligen, ausgesprochen." Was beweist aber, daß unter dem I2np6 eine Weihe und Heiligung im Sinne des K.-B. und nicht eine Weibe in meinem Sinne, nämlich eine symbolische, gemeint sei? Nichts; denn ich bestreite ja nicht, daß die Ruhe auch eine Weihe und Heiligung des Tages sei, daß sie nicht unter 'tJHp^> sollte verstanden werden können; nur behaupte ich, daß die Bibel, wo sie vom Cultus spricht, nur eine symbolische verstehe und nur eine solche verstehen könne. Und wenn es Lev. 8, 10 heißt: Und Moses nahm das Salböl und salbte damit die Stiftshütte nebst Allem, was darinnen ist, QHX Enpv>, und heiligte sie," so muß nach demResumö in diesem WIK EHp’l eben so entschieden eine Weihe und Heiligung im Sinne des K. - B enthalten sein, während doch die symbolische Heiligung hier gewiß nicht zu verkennen ist. Auch Herzfeld bemerkt schon gegen diese Berufung (S. 103) nicht mit Unrecht, es sei unter dem Worte DHK JiHp’l blos „ihn auszeichnen, ihn absondern von den übrigen Tagen" zu verstehen und daß diese Auszeichnung eben in nichts Anderem als in der Ruhe bestehe. Allein auch ihm ist der eigentliche Unterschied zwischen moralischer und symbolischer Heiligkeit nicht recht klar, wie ich dies in meiner Recenfion seiner Vorschläge zu den Ehegesetzen ihm nachgewiesen habe. Wird aber dieser Unterschied klar hcrvorgehoben, wird man die Bibel mit ganz andern Augen betrachten und die bibl. Gebote viel richtiger beurtheilen. Wir kommen nun zu der interessanten Digresfion über das Wesen der Tradition, das wir nicht ohne einige Bemerkungen lassen wollen. S. Adler sprach in seinem Votum von einer „lebendigen und klaren Tradition" als „einer zwischen den beiden Polen — Mosaismus und Talmudismus — liegenden und sie verbindenden großen Kette", die wir überall da, wo die Schrift, wie über das Arbeitsverbot am Sabbath, dunkel ist, befragen müssen. Wie wir schon oben gesehen haben, gehört diese hochtrabende Aeußerung zu den imponiren sollenden Phrasen, die im Grunde und näher betrachtet, hohl sind und gar keinen Kern enthalten. Dieser Recurs zur klaren und lebendigen Travition wirft den Talmudismus mit großem Lärm zur Thüre hinaus und läßt ihn in aller Stille wieder zum Fenster herein, und weiß für die Lebendigkeit und Klarheit der ächten Tradition am Ende doch keine höher ins Alterthum hinaufsteigende Quelle anzuführen als — die Mischnah und deren Arbeitsbegriff von producirender Thätigkeit. Der Referent oder Präsident, eigentlich Geiger, sucht Anfangs die Armuth der Adlerischen Phrase mit einigen aus einem bekannten Gedankenvorrath schnell herbeigeholten geistreichen Ausschmückungen zu umhüllen, läßt sie aber dann wieder des geborgten Schmuckes fich entkleiden und in ihrer — Nacktheit erscheinen. Daß die Entwickelung des angeregten Gedankens über iTraditio», wie sie das Resumv S. 88 gibt, keine Reproduction der Adlerischen Ansicht, sondern eine selbstständige Entwicklung Geigers sei, geht schon daraus zuverlässig hervor, indem es Adler sagen läßt: „es habe (nämlich das religiöse Bewußtsein, wie sich dasselbe aus der Bibel herausgestaltet habe, in seiner Flüssigkeit und Lebendigkeit als wahre innerliche Lebenskraft) aber schon vor der Mischnah seine Frische verloren, es seien uns in ihr nur die schon damals nicht ganz ungetrübten Aeußerungen dieses Bewußtseins oder dieser Tradition niedergelegt, aber schon als in der Erstarrung begriffen," während S. Adler selbst in seinem Votum auf die Mischnah als die lebendige und klare Tradition fich beruft und den von ihr aufgestellten Arbeitsbegriff für alle Zukunft festhält und allen seinen Erörterungen zu Grunde legt. So viel mir erinnerlich ist, wenigstens so viel aus dem von S. A. selbst nieder, geschriebenen Votum mit Bestimmtheit hervorgeht, fußt S. A. durchaus nicht auf einer Tradition im Sinne des Resume, nämlich auf einem religiösen Bewußtsein, wie solches aus der Bibel Heraus sich gestaltet habe, sondern auf der ältesten Ansicht von dem, was die Bibel meint, auf der ältesten Bibelerklärung ganz im orthovoren Sinne, und erscheint ihm durchaus nicht der Arbeitsbegriff, wie die Mischnah ihn erklärt als eine Ansicht, die aus der Bibel heraus sich gestaltet,

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