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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-12-20 · Heft 51 (20.12.1846) · page 10

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 51 (20.12.1846)
Date
1846-12-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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214 empfehlen, wenn wir auch namentlich die erste von dem eben ausgesprochenen Vorwurfe nicht frei sprechen können, Befördert das Wohl des Vaterlandes. Predigt von H. M. Schiller, Rabbiner re. in Eperies. Die Heiligung des göttlichen Namens: von demselben. Die erste Co nfirmationsfeier in Eperies, von demselben. 1846. Wir würden in der Thal anstehen, unmittelbar nach Salomons Vorträgen, die Reden von S. M. Schiller, des bekannten Magyarischen Kämpfers gegen die deutschen Rabbinerversammlungen zu nennen; geschähe es nicht bloß, um die jugendlichen, so rüstig anstrcbcnden Kräfte in Ungarn vor solcher unzcitigen Schriftstellern zu warnen. Sind wir namentlich auch weit entfernt, 'an die deutsche Predigt in Ungarn irgend hohe Anforderungen zu stellen, erkennen wir vielmehr in einem Lande, wo der Chassidismus noch in den größten Gemeinden sein Unwesen treibt, wo von den Rabbincnftüblen noch Bannflüche gegen jedwede Wissenschaft und Bildung geschlendert werden, ja selbst das Srrebcn nach Emancipation Seitens der Juden als ein der Religion gefährliches bezeichnet wich, gern und freudig an. wenn nur in einer Gemeinde die deutsche Predigt vernommen wird, wenn man keinen Anstand nimmt, die Confirmation cinzuführen, und den Leuten den Anschluß an europäische Bildung und das Streben nach einer bessern Stellung im Staate warm empfiehlt und haben wir auch Nichts dagegen, wenn der cercmoniellcn Frömmigkeit in bescheidenem Maaße das Wort geredet wird, so müssen wir cs doch sehr tadeln, daß man ganz schülerhafte Reden der Oeffentlichkeit übergicbt; denn das sind die S. M. Schillcrschcn Pro. dukte, wie die Leser wenn sich solche finden an jeder Zeile wahrnchmen können. So hat die Predigt über die Heiligung des göttlichen Namens die Eintheilung, Israel solle die Einigkeit Gotj/s rc. verkünden: „Durch das sich nach Ihm Benennen; Durch Entsagung aller irdischen Lust; Durch Heiligung und Vervollkommnung: Durch das nur dieser Lehre allein Leben." In dem Gebete noch der Confirmation wird Gott angeredet: „Zeige nun auch dein Wohlgefallen an diesem Werke," re. und der Refrain „Ich bin ein Jude" erinnert uns, in der Weise, wie Herr Sch. ihn braucht, an jenes „wir wollen eine Thora schreiben lassen" eines modernen Vorsängers. Solche Predigten noch drucken zu lassen, dazu kann nur ungeheuere Uebnschätzung, ungemessene Eitelkeit und ein Glauben an sein hohes Priesterthum, wie Herr Schiller ihn hat, verleiten, denn sonst würde er gewiß nicht zu seinen Confirmanden sagen: „So weihe ich denn Euch jetzt', — kraft der Weihe die der Herr mir, seinem Diener, gegeben — zu Gliedern der Gemeinde Israels! Mögen die jungen jüdischen Theologen in Ungarn sich vor solchem Uebermuthe hüten, der von jedem ernsten Fortschreiten und wissenschaftlichen Streben zurückhält und auch auf die öffentliche Meinung in Beziehung auf unsre Glaubensbrüder überhaupt höchst nachtheilig wirk:. Nur dieser Warnung wegen haben wir den Reden des Herrn Sch. einige flüchtige Worte gewidmet. Israels Beruf. Predigt gehalten am ersten Pf.'ngsttage 5606 von vr. H. Jolowitz. Breslau, 1846. Daß Herr Jolowitz mehr Wissenschaftlichkeit und eine höhere religiöse Anschauung besitzt, als Herr Schiller wird ihm Niemand absprcchen. Aber eine Berechtigung, Predigten zu veröffentlichen hat er wahrlich auch nicht, wenigstens räumt ihm die vorliegende keine solche ein, in welchen man Stellen liest, wie: O, welch' eine Festfreude ist cs, solche Brüder im Heiligthume des Herrn singen zu können, solche Lieder im Heiligthume des Herrn fingen zu dürfen! Was ist gegen dies^ himmlischen Reichthum, gegen solchen göttlichen Seclengenuß, was ist dagegen alles irdische Gut, was dagegen jeder noch so hochfliegende Staubesgedanke! Für wahr nichts, ja gar nichts. „Und diese harte Feuerprobe hat Israel von seiner Jugend ah heldenmäßig bestanden. In der auf ihm sehr gelasteten egyptischen Knechtschaft, da klagte es nicht, da weinte es nicht, da murrte es nicht über sein Mißgeschick, da haderte es nicht, da zankte es nicht, du rechnete es nicht mit Gott" u. s. w. „Israeliten! wohl uns, daß das unser Beruf ist, Heil uns, daß das unser Theil geworden! Höheres gibt es nicht. — ich wenigstens weiß es nicht." Wir aber wissen, daß es etwas Besseres gibt, als mit solchen Predigten das Publikum beschenken. Offenes Sendschreiben an Herrn vr. Stern in Berlin, seine Reformbestrebungen unter Juden betr. Hamburg, 1846. Herolbsche Buchhandlung. (Preis 8 Sgr.) Wir übergehen bei diesem geistreich geschriebenen und darum sehr l esenswert hen Schriftchen den vorangeschickten Brief an Herrn vr. Stern selbst, da er nur Zufälliges, Untergeordnetes und Persönliches zn seinem Gegenstände hat, und schon wegen seiner Bitterkeit und höhnenden Tones keiner Besprechung werth ist. Hingegen wollen wir gern mit den wichtigsten Ansichten der

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