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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-12-20 · Heft 51 (20.12.1846) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 51 (20.12.1846)
Date
1846-12-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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404 stitutionen des Judentbums weisen auf diesen Begriff bin, suchen ihn in beständiger Erinnerung zu erbalten. Und der Sabbath soll hievon eine Ausnahme machen, soll gerade das Gegentbeil symbolisircn wollen? Und wie verträgt sich dann dieses Symbol mit den andern Erinnerungen und Bedeutungen, die der Sabbaihfeier ausdrücklich angcfügt sind? Hören wir auch hier wieder Holdbcim selbst. „Sehen wir auf die Begründung des Sabbatbgebotes im Mosaism., so wird die Heiligmachung desselben mit den für Zlrael höchsten und wichtigsten Dingen in genauer Beziehung gesetzt und durch dieselben modificirt. „Dreierlei gibt das Gesetz als Grund der Sabbakbfeier an: Tic Rübe Gottes nach Erschaffung der Welt, der Bund Jehovas mit Israel und die Ausführung aus Egypten." Ich muß gestehen, daß ich mich gewundert habe, wie Holdbeim hier das so Rohe liegende, das so klar Ausgesprochene verschmähen und eine Teurung vorzieheu konnte, die nur mit Zwang und Willkudr bineingelegt werden kann. Knüpft die Bibel die wichtigsten Momente des religiösen Lebens an die Feier des Sabbaths, so muß diese Feier selbst eine That, eine wichtige, sittliche Thal sein und nicht bloß ein Symbol, das nur aus weiter Ferne auf den geistigen Inhalt der Feier auspiett. Und hier lag ja die Verbindung mst den verschiedenen Gedanken, die der Sabbatb wecken st-ll, so nahe. Wohl stellt die Schrift die Schöpfung dar als ein freies Schaffen und Wirken von Seiten Gottes, aber auch als ein gelungenes — rum rwy b nx xti — und die Ruhe daher als ein Ausruben nach vollbrachter That, als ein Zurückbiicken auf dieselbe, als eine freudige Feier derselben. Bom Gegensätze Gottes zur Welt ist da durchweg keine Rede, vielmehr von der innigen, inhärenten Beziehung desselben zur Welt, zur Zeit. Damit, und damit allein harmoniren dann die andern beiden Bedeutungen. Der Sabbath soll erinnern au den Auszug aus Egypten, an eine Befreiung von der Sklaverei. Aber diese Erlösung ist selbst dargestellt als eine unmittelbare Tbat Gottes. Ferner an den Bund mit Israel. Aber dieser Bund soll ebenfalls eine That, eine Schöpfung Gottes sein, eine Manifcstirung der Offenbarung in der Menschheit. Wäre der Sabbath ein Symbol im Holdheimischen Sinne und weiter nichts, so ließe sich das punctum terlium dieser drei Bedeutungen kaum finden, und wer die Dedukion in den Protokollen (S. 62 ff.) aufmerksam liest, der merkt cs ihr wohl an, daß die Verbindung, in welche Holdheim sie bringt, eine lose und lockere ist, wahrend nach unserer Auffassung die Bedeutung immer dieselbe bleibt: Die Tbätigkeit Gottes in der Zeit. Aber — wie kann die Ruhe und ein Ruhetag auf die Tbätigkeit, also auf seinen Gegensatz Hinweisen? Auf dem Standpunkte des Commissionsberichtes, welcher die Ruhe, als Feier, als Weihe auffaßt, war diese Schwierigkeit geschwunden. Aber auch zugegeben, daß die Rnbe an sich ein Hauptzweck des Sabbaths ist, wie es meines Erachtens zugegeben werden muß, so liegt auch darin zugleich ein positives Element, eine That der Sittlichkeit und kein bloßes Symbol, und diese That ist die Pflicht, Ruhe zu gewähren, dem Sohne, der Tochter, dem Knechte, der Magd keine Arbeit zuzumutben-. Die beiden Dekalogen, verschieden in der Motivirung, betonen übereinstimmend diese Pflicht, legen auf diese sociale Bedeutung des Sabbaths das meiste Gewicht. Und als sociales Institut müssen wir den Sabbath gelten lassen, dahin drängt uns sein Zusammenhang mit allen übrigen Institutionen, wie dies von mehreren Rednern und namentlich von Formstecher hervorgehoben ist. (S. 146—). Tritt das Gebot in abstrakter, negativer Form auf, meldet es sich in andern Stellen an als ein mx, als Bundeszeichen, so sind wir so wenig berechtigt, uns an einen solchen Ausdruck und an diese Form zu halten, als wir überall berechtigt sind, den Mosaism. nach seinem äußern Auftreten und nicht nach seinem tieferen Gehalte zu würdigen. Es ist nun einmal seine Weise, von seinen rationellen Zwecken nicht Rede zu stehen, seine Forderungen vielmehr als göttliches Machlgebot auftreten zu lassen. Folgert man daraus, daß auch kein rationeller, ethischer Zweck dagewesen, daß der symbolische Gehalt der Forderung das Ganze umschließe, so thut man ihm offenbar unrecht, obgleich ich gerne zugcben will, daß man an dem Mosaismus andere Maßftäbe anzulegen habe als die flach rationellen im modernen Sinne. — Sehen wir nun nochmals auf das Votum Holdheims zurück, so begegnen wir zuerst der Behauptung, daß das spätere prophetische Religionsbewußtsein, welches auf die sittliche Heiligung des Tages das Hauptgewicht legt, zu dem mosaischen, rein symbolischen in einen Gegensatz getreten sei, von dem es sich aber keine

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