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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-12-13 · Heft 50 (13.12.1846) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 50 (13.12.1846)
Date
1846-12-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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400 deutender Minorität gewesen sein, für die alten Vorsteher, deren weitere Installirung er auch bewirkte. Die aufgeklärte Partei ging indeß auch nicht müsstg zu Werke und bewirkte, daß die noch übrig gebliebenen vacanten Stellen von einigen zwar freisinnigen, aber ganz indifferenten Personen besetzt wurden. Herr Schorr aber wurde zur Belohnung für sein offenes Austreten gegen die Machinationen der Vorsteher vom Kreisamt un. ter dem Verwände, er sei noch zu jung, für nicht wahlfähig erklärt. Von den neu installirrcn Vorstehern machten wir uns große Erwartungen. Allein wir haben uns sehr getäuscht. Sie ließen sich alsl-alv von den Alten in die Mache nehmen und wurden so bearbeitet. Laß sie während ihrer ganzen Amtirung nicht das Mindeste für die Förderung der Gemeindeinteressen gewirkt haben, abgesehen etwa von jenem berüchtigten, in seinen Folgen so beklagcnswerthen Todtenwagenskandal, der lediglich ihrem unpraktischen Verfahren zuzuschreiben ist. In solcher fruchtlosen und leeren Verwaltung verstrich die Zeit und rückte der neue Wahlakt heran. Da wußten diese Herren aber bald zu vcraiistahjen, keine Wahl zu Stande zu bringen, indem sie ein Bittgesuch mit durch Zntriguen gesammelten Unterschriften an das Krcisamt ergehen ließen, worin die höchste Zufriedenheit der Gemeinde mit der bisherigen Verwaltung ausgedrückl und deren ferneres Verbleiben dringend nachgesucht ward. Die gegnerische Partei aber sammelte auch ihrerseirs Unterschriften auf ein Gesuch an das Kreisamt, worin sie dieses um die Beseitigung rer Alten und Beibehaltung der Neuen ersucht, zugleich sich erlaubte, zur Completirung res Vorstandes ein.ge ans ihrer Partei vorzuschlagrn, unter denen Herr Cchorr und 2 Doctoren der Medicin sich befanden. Der mehrmals erwähnte Nathansohn ließ aus Furcht, es würde die aufgeklärte Partei zum Siege gelangen, das Gerücht verbreiten, er habe auf re B rstandc-wurre resignirt, zugleich aber durch seine Kreaturen eine Bitte an das Kreisamt unterschreiben, worin dieses angegangen wird, der Resignirung des Nathansohn keine Felge zu leisten, da das Wohl der Gemeinde durch sein Au. schelten gefährdet werden. Was war die Folge? Alle vorigen Vorsteher wurden ans ihren Stellen belassen, nur durch die Abwesenheit eines derselben wurde eine Stelle durch Herrn Schorr besetzt. Wie wir vernehmen, soll Herr Schorr, wohlwissend den Geist, der den Vorstand belebt, uüd wie sehr sein edles Streben durch den heterogenen Einfluß des größten Theiles vom Vorstand paralysirt sein wird, sich mit der Idee herumtragen, sein Amt aufzugeben. Allein wir halten von der strebsamen Thatkraft des Hrn. Sckorr zu viel, als daß wir in diesen seinen Entschluß einstimmen können, fühlen uns vielmehr gedrungen im Interesse der Gemeinde ihn aufzufordern, die Stelle beizubehalten, einen Kreis der Wirksamkeit, ist er ihm auch jetzt durch die oppositionellen Elemente im Vorstand verschlossen, durch die innere Kraft im Streben nach Edlem und Wahrem zu eröffnen und er wird sich überzeugen, daß er in diesem Ringen nicht allein dastehen werde. Nachschrift: Wie wir eben hören, hat Herr Schorr seine ersten Bedenklichkeiten gegen die Uebernahme des Vorsteheramtes überwunden, und dürfen wir nun-hoffen, daß unter seiner Mitwirkung ein besserer Geist in den Gemeinde-Angelegenheiten erstehen werde. Hauptsächlich soll er beabsichtigen, sich der so sehr vernachläßigten Bildung unserer Jugend kräftig anzunehmen. Literarische Anzeigen. Bei F. E. C Leuckert in Breslau sind so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Protokolle der dritten Versammlung deutscher Rabbiner. Abgehalten zu Breslau vom 13. bis 24. Juli 1846. Preis 25 Sgr. Bei G. C. E. Meyer seu. in Braunschweig ist erschienen: Herzfeld, Landrabbiner, I)r. Vorschläge zu einer Reform der jüdischen Ehegesetze geheftet '/, Rthlr. In Baumgartners Buchhandlung in Leipzig ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Die israelitische Bibeln enthaltend; Den heiligen Urtext. Die deutsche Uebertragung. Die allgemeine, ausführliche Erläuterung. Mit mehr als 500 englischen Holzschnitten. HerauSgegcben von Dr. Ludw. Philippson. Ler. 8. n, Bv. 31ste Lieferung zu 7'/9 Ngr. (6 gGr.) Verlag rer I. C. ptimaiiit’iiyea iüu^aiutiuij} ui Frankfurt a. M. — Druck von Frlev. Kraye ui Qffenbach.

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