Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1846)
- Date
- 1846-12-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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307 aus unangemessenes Verfahren, in seinem späteren Nrtheile über tie Versammlung Aeußerungen Raum zu gönnen, wie sie in Ihrem Blatte verkommen. In den Ansichten selbst muß ich es Ihrer amtlichen Erfahrung überlassen, ob Sie wirklich weiter gebenden Beschlüssen eine Verwirklichung sichern können; in den Urtbeilen aber halte ich es für Pflicht eines jeden Mitgliedes, mag dasselbe Redacteur eines Blattes sein oder nicht, den collegialischen Sinn, das Streben nach Verständigung, welches in der Versammlung walten muß, auch außerhalb derselben fortzusetzen. Ich habe auch diejenigen Mitglieder, welche in der wissenschaftlichen Ueberzengung, in der Nüancirnug der Richtung, mit mir nicht ganz übereinstimmen, in hohem Grade achten gelernt, und besonders gilt dies von S. Adler, der mir bis zur diesjährigen Versammlung sehr wenig bekannt war. Soll das für die künftigen Versammlungen fruchtbringend sein, wenn mau sich zum Vermittler der Schmähungen gegen dieselben hergibt? oder glauben Sie wirklich, Männer, welche nicht obenhin Grundsätze in sich ausgenommen, sondern in sich dnrchgearbeitct haben, durch bingcworfene Floskeln, welche ehrenrührig sind, auf andere Bahnen zu lenken? Wir können Alle noch lernen, und ich zweifle nicht daran, daß diese Versammlungen f..r Viele eine vortreffliche Schule sind, auf deren Entwickelung nicht ohne Einfluß bleiben werden, aber wabrlich das bewirkt nur der Ernst und die Milde der Rede, nicht das hochmülbige höhnende Wort. Mir scheint das Verfahren ganz für den passend, welcher die Möglichkeit einer künftigen Versammlung durchaus zerstören will; ist dies Ihre Absicht, nun, dann haben Sie das rechte, wenn auch meiner Ueberzeugung nach, dennoch nicht wirksame Mittel ergriffen, aber dann gehn wir ganz gesonderte Wege. Ich für meine keinem Mitgliede derselben nachzustehen glauben, und dieses auch durch unsere Besprechungen über die Leistungen der letzten bewährt zu haben gedenken; (wie denn auch unser Pfeil-Corrcspondcnt das Gedeihen jenes Instituts aufrichtig wünscht, und dieses auch durch einen seiner letzten Artikel bcthätigt hat.) Darum aber sind wir nicht minder noch immer der bereits ausgesprochenen Ueberzeugung „daß cs offenbar mehr im wahren Interesse der Rabbincrversammlung und ersprießlicher für ihr Fortbestehen sei, wenn sie ihre Mißgriffe, von der ja keine ähnliche Versammlung frei ist, offen gesteht, als wenn sie Alles und Jedes, was sie gethan und nicht gethan, vertreten zu muffen glaubt. Person bleibe bei der N. V. und balte sie nach wie vor für „das kräftigste Institut, aus dem rin gemeinschaftlich beratbener, ein in weiter Verbreitung durchdringender, auf Sachkenntnis und Lebenserfahrung beruhender Fortschritt erwachsen kann, das Institut, das immermehr als mächtiger Hebel sich bewähren wird zur Läuterung unserer religiösen Zustände". Hier haben Sie, w. Fr. mein letztes Wort über die diesjährige Versammlung! Bereiten wir uns würdig für künftige Versammlungen vor; die uns noch obliegende Arbeit ist groß, suchen wir sie in Einigkeit und gegenseitiger Verständigung zu bewältigen! Breslau, 28. Lctober 1846. Geschichte des Tages. Aufhebung des Schutzgeldes in Mecklenburg. (Schwerin, im November.) — Die freudigste Sensation hat hier die höchste Verordnung über Aufhebung des Schutzgelves hcrvorgebracht und es ist kein Zweifel, daß hierauf, wie überhaupt auf die bessere Stimmung gegen unsere Glaubensgenossen unser Landrabbincr einen großen Einfluß gehabt. Seine rein sittliche und wahrhaft würdige Auffassung des Judenthums in seinen Predigten wie in seinen Schriften, mußten auch in den oberen Regionen die Vorurtheile gegen die jüdischen Gemeinden mildern und eine Gesinnung Hervorrufen, wie sie in so edler Weise sich in jener Verordnung kund gibt. Berneys; die Tempelgemeinde. (Hamburg, im November.) — Lange habe icfy Ihnen nichts berichtet. Puter peecuvi.' Ich klage mich selbst an. Doch viel haben die Leser Ihres Blattes bei meinem Schweigen nicht verloren. Die Ereignisse in der Hamburg - Altona er Judenheit sind von keiner großen Wichtigkeit. Es bleibt so ziemlich Alles aus dem alten lahmen Fuße und die finsterste Gemeinde im tiefsten Polen kann den Stillstand in religiösen Angelegenheiten nicht kräftiger repräsentiren als er in der Gemeinde in Hamburg und Altona gehegt und gepflegt wird, und ich werde oft versucht, mit dem Propheten zu klagen: Hätte uns der Herr — in dem Tempelinstitut — nicht ein einziges