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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-12-06 · Heft 49 (6.12.1846) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 49 (6.12.1846)
Date
1846-12-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»8« läufiges „Wort zur Verständigung", dem auch Sie in ihren Blättern ein Plätzchen gegönnt, ist lediglich der Ausdruck meiner eignen Gesinnung, weder im Namen der Versammelten, noch mit Rücksicht auf deren Ansichten geschrieben. *) Sic werden daher meiner Vcrstchcrung Glauben schenken, daß ich zwar, ebenso wie ich auf Widerspruch gegen die von der Versammlung getroffenen Vereinbarungen — denn solche sind cs eigentlich, nicht Beschlüsse — von den entgegengesetztesten Leiten her gefaßt war, auch durch den wirklich ausgesprochenen Widerspruch von Seiten der, einen entschiedenen Fortschritt Anstrcbenden weder überrascht, noch unangenehm berührt wurde; unter den gegebenen Vcrhaltniffcn und bei der Stellung, welche die Rabbinerversammlung entnimmt und einnebmen muß, wenn sie eine heilsame Wirkung ausuben soll, darf ein Drangen von den Entschiedenen nicht Zurückbleiben, soll der jähe Widerstand der Stabilen paralysirr werden, cs soll sich die Gesinnung beider Tbeilc des Volkes unzweideutig und offen aussprechen, damit die Versammlung in dem Streben, das Heilsame aufzufinden, ihren Ausgangspunkt in den klar dargelcgten herrschenden Ueberzeugungen erhalte. Zndignirt jedoch hat mich die nur zu blosliegende bösartige Tendenz des ersten Frankfurter Protestes, die *g Nach diesen Aeußcrungen müssen wir allerdings unsere frühere Vermu:hung, daß der verehrte Präsident der dritten Nabbincr-Vcrsaininluiig sich gewifsermaaßen als Organ derselben angesehen, aufgebcn. Aber n cht können wir das in Beziehung auf unsere andere Acußerung, „daß jene Eigenschaft einen unbewußten Einfluß auf sein sonst so tiefes und klares Urlhcil ausgcübt und dadurch ihn auch in seiner Apologetik zu weit geführt habe"; sondern sind gerade durch den Inhalt mancher Behauptungen in dem Sendschreiben, sowie durch den Ton, der sie begleitet, darin bestärkt worden. Damit soll jedoch keineswegs dem Verfasser ein Vorwurf gemacht werden. Es wurzelt nun einmal so tief Ln der Natur des Menschen, daß er dasjenige, was ihm an« gehört, oder auf deren Gestaltung er einen wichtigen Einfluß ausgcübt, — und das war die dritte Rabbiner-Versammlung im Vrr« hältniß zu Geiger, wenigstens füdlte dieser und sagte sich im Stillen, daß de Außenwelt es so auffaßte — in einem freundlicheren Lichte ansieht, und gegen Ausstellungen möglichst zu schützen sucht, daß auch ein Mann wie Geiger — natürlich immer unbewußt — sich nicht wohl frei davon halten konnte, und wir sind darum noch fetzt des Glaubens und theilen ihn mit vielen Freunden deo entschiedenen Fortschrittes und den Verehrern Geigers, daß ohne jene Eigenschaft sein „vorläufiges Wort zur Verständigung" Lar nicht und wenigstens nicht in der vorliegenden Gestalt in die Welt getreten wäre. die Persöirli'chkeit und die Bestrebungen der Versammelten zu verdächtigen sucht, jene Faseleien von hierarchischem Gelüste, das Verlangen, die Versammlung solle Unmögliches leisten, die falsche Darstellung der allgemeinen Wünsche und die darauf gebaute Anklage, als seien cs die Rabbiner, welche die Gemeinden znruckführen wollten, deren gerechtem Verlangen Hindernisse in den Weg legren, kurz die ganze Absichtlichkeit, womit die Rabbiner, welche ihr Streben nach wahrhafter Förderung so vielfach und so ernst bekundeten, der öffentlichen Meinung als Ehrgeizige, als blos beschäftigt mit der Herstellung einer geistlichen Macht, dcnunciirt, das Institut der Rabbiner-Versammlung aber untergraben werden sollte. Ich habe dieser Indignation in meinem „vorläufigen Worte" nicht den vollen Ausdruck geliehen; ich wollte versöhnen, die Ruhigen und Besonnenen aufklären, nicht verderblichen Streit nähren. Der zweite Frankfurter Protest erschien und erscheint mir noch kindisch und lächerlich; mag Ihr Pfcil-Correspondent auch noch so sehr behaupten, daß der Abfasser desselben nicht als albern bekannt sei, so hat der Schreiber dieses Protestes — dessen Name mir durchaus unbekannt ist — jedenfalls mit diesem Produkte sich keine neuen Lorbeeren gewonnen. Ich will dessen Absicht n'cht verkennen; es mochte diese wohl sein, sich von dem hämischen Inhalte des ersten Protestes loszusagen, den früheren Versammlungen Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, die Unzufriedenheit mit der diesjährigen aber dennoch ansznr sprechen. Diese Absicht soll nicht verkannt werden; aber die Art, wie sich der Abfasser seiner Aufgabe entledigt bat, ist in so hollem Grade'ungeschickt, daß ich Philippson durchaus nicht anratllen könnte, er solle die Bezeichnung „albern", welche ,er dafür gebraucht llat, zurücknebmen, selbst auf die'Gefahr hin, daß er von Ihrem Pfeil-Correspondenten sonst immer weiter ein „lithögraphirter Rabbiner" genannt werde, und auch auf die große persönliche Gefahr hin, von gleichen oder ähnlichen scharfen Witzespfeilen aus dem Köcher des Correspondenten getroffen zu werden. Solche allgemeine Phrasen drechselt kein Mann, der bestimmt und klar, bestimmten Aussprüchen gegenüber, seine Ansichten darlegen wrll; jene Zeit haben wir längst überschritten, wo einige hingcworfene Sätze von Teutschheit und Bildung uns imponiren, sämmtliche Teilnehmer haben ebenso vielen deutschen Sinn und allgemeine Bildung wie der

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