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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-11-22 · Heft 47 (22.11.1846) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 47 (22.11.1846)
Date
1846-11-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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375 deS vr. Friedländer nicht für vollständige Plagiate erklärt hatte, mit einem dieser Entscheidung entsprechenden Schreiben erwidert. Dies ist der einfache Hergang der Sache und wird gewiß jeder Billigdenkende darin mit uns übereinstimmen. daß der Vor« stand in seinem Rechte war. Doch auch darin wird wohl der geehrte Leser meiner Ansicht sein, daß Hr. Dr. Friedländer als junger Mann durch ernstes Streben sehr leicht den auf ihn gefallenen Schatten wird verscheuchen können. Jüdische Zustände. (Krakau, im Oct.) — Ich habe Ihnen in meinem letzten Berichte noch nichts über Schlesien und namentlich Obcrschlesien, das Land des Erzes und-der Sitz so vieler Erzjuden, gesagt, und hole dieses daher heute nach. Die jüngste Rabbinervcrsammlung bildete in den Kreisen, wo ich mich bewegte, den Hauptgcgenstand der Unterhaltung. Mit einer seltsamen Gier wurden die politischen Blätter während dieser Zeit in Schlesien gelesen, und viele meiner intelligenten Geschäftsfreunde waren abwesend; weil fast Alles nach Breslau strömte, um sich des Anblicks der würdigsten deutschen Rabbinen zu erfreuen. Gestatten Sie mir eine Bemerkung über diese großartige Erscheinung, die wir Gottlob schon zum drittenmale erlebt. Die Rabbiner- Versammlung, welche aus einem so heiligen Boden, dem religiösen Bewußtsein gelehrter Theologen cntsproßen, und die mit so vieler Aufopferung, Liebe und Uneigcnnützigkeit von den Herren Rabbinen besucht, werden von jedem mit dem wahren Judcnthume es redlich Meinenden, als der einzige heilige Altar der Jetztzeit betrachtet. Jeder der noch ein Fünkchen für Gott und Religion hat müßte cs diesem Altäre widmen, hier das h. Feuer schüren, auf daß von hier aus Leben und religiöses Feuer in den todtenkalten Körper der Juvenhcit dringe. Dies ist die Ansicht der Vernünftigen unseres Freistaates, wie auch der Deutschen, mit denen ich über das hehre Jusiitut Rücksprache nahm. Die Anfeindungen, Verläumdungcn, die dieses Institut erfahren, zeugen eben nur von dessen Gediegenheit und dem unaussprechlichen Guten, das er der Menschheit bringt, und bewähren nur jene in der Geschichte so oft wiederholte Erscheinung: Die Anfeindung und Unterdrückung des Guten, Hcilsamen, bei seinem ersten .Erscheinen. Vom Orient vom lieben Zionswächter, der eigentlich in dem weiland jüdischen Jargon erscheinen sollte, da seine Mitarbeiter und Leser weder deutsch verstehen, noch am Sabbath überhaupt sich dieser Sprache bedienen können, und der überhaupt nur zur Bewahrung des rb'b tümpn nnx ncnsr "ICK der finstern religiSsen Nacht, die er repräsentirt eristirt — wie von der Frankelschcn Zeitschrift ist man schon an Verdrehung und Anschwärzung der Absichten redlich deutscher Rabbiner gewöhnt, nndwird dieß gewiß keinen Vernünftigen im Entferntesten wundern. Wohl aber war man von jener Frankfurter Verwahrung gegen die Beschlüsse der diesjährigen Rabbinervcrsammlung höchlich überrascht. Die Herren Frankfurter, welche der Wahrheit eine Stätte in Israel gründen und redlichen Theologen Gemeinden schaffen wollten — sollten doch besonnener zu Werke gehen. Die Frankfurter, von denen jene Verwahrung ausging, bedürfen weder Religion noch Lehrer derselben. Sie genügen sich selbst, und wird gewiß Niemand mit ihnen darüber rechten, weil selbst in religiöser Beziehung chacuu a son gout. Aber die Gesammtheit, für die sie anfangs wirken wollten, kann oder soll die sich auf jene steile Höhe ihrer religiösen Anschauung mit einem Male schwingen? Möchten sie die Worte deö unermüdlichen Geiger in feinem „vorläusigen Worte zur Verständigung" beherzigen, und aus Achtung vor dem Heile so vieler religiösgeknechteter Israeliten, dies Institut, aus dem die Lehre uuv reine Gottes - ä rkenntniß über Israel strömen soll unv wird, nicht boshaftig anseineen. Besser und richtiger wird dieses Institut vom Mannheimer Reformvereine, wie ich so eben in der Krakauer Zeitung vom 9. Okt. lese, beurtheilt. Nicht der Einzelne unter uns, sondern die Masse bedarf der Reform, und die Masse ist ein schwer sich fortbewegrnbcr Körper, kann unmöglich Luftsprünge machen. Der geistige Zustand der schlesischen Juden erscheint einem Krakauer, der die Begriffe Juden und Elend nicht zu sondern vermag, bei oberflächlicher Betrachtung recht günstig. Schon da- Wohnen uner gcb treten Christen, die sociale Berührung mit denselben, streift ihnen dao speziell jüdische Aeußere ab, wodurch wir Slaven von vorn herein gebranvmarkt sind, und gestaltet sie zu deutschen Männern. Betrachtet man aber den israelitisch geistigen Zustand näher, so erhält man ein ganz anderes Bild. Die schlesischen Juden, wie überhaupt die Masse der deutschen Juden ähnrln in religiöser Beziehung rem talmurischen ££OD ^30 1N2P DaPS-rlSQ xb Die Verhältnisse, die Zeit Haber, auf sie influirt, aber die religiöse Ueberzeugung, Reflexion ist ihnen ganz abhanden gekommen. Man begegnet hier Halb- und Albernheiten, die in Polen schwerlich anzutreffen feien. Bei uns zu Lande finden Sie not caesar aut nihil entweder Hvlrheime oder 82"!-Verehrer; hingegen in Schlesien ist dir Masse in religiöser Beziehung ganz wirre. Um nur eine der lächerlichen Halbheiten, die mir bei meiner Anwesenheit aufsiele«,

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