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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-11-08 · Heft 45 (8.11.1846) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 45 (8.11.1846)
Date
1846-11-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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358 Die zweite« Festtage. (Aus Oberstein, im Fürstenthum Birk nfeld.) — Das Wort deS Dichters: „Rasch geht das Zeitenrad, ist gut gebahnt der Pfad", bewährt sich auch bei uns. Die seitherigen ernsten Bestrebungen unseres verehrten Hrn. Rabbinen, Dr. Einhorn, wie die unseres sehr wackern und verdienstlichen Lehrers, A. Frankcnau, haben einen totalen Umschwung unserer noch vor wenigen Jahren mit einer ägyptischen oder vielmehr polnischen Finstcrniß umhüllten religiösen Anschauung erzeugt, so daß wir sicher nicht die letzten sein werden, die den Aussprüchen der Rabbinerversammlung gehörige Folge leisten. Wir haben bereits den Anfang gemacht. Der ’J’J □*’ hat nämlich auch bei uns seine Weihe und Geltung verloren. Zwar behielt Ersterer durch den Gottesdienst rheilweise noch seinen festtäglichen Charakter, nach Beendigung desselben ging aber der größte Theil der Gemeinde den verschiedenartigsten Gewerken nach. Auch die übrigen Beschlüsse werden bei uns, wie in den übrigen jüdischen Gemeinten unseres Fürstenthums allmählig praktischen Boden gewinnen, namentlich wird bei uns der Einführung der neuen Liturgie kein Hinderniß im Wege stehen, da unser Gottesdienst schon deutsche Gesänge hat unv am verflossenen Versöhnungstage auch mit vielen deut. scheu Gebeten ausgestattet wurde, die allseitigen Anklang fanden. Ein Jude als Stadtverordneter. (Aus dem Fürstenthum Neuwied.) — Wir hatten im vorigen Monate die Freude, einen unserer Glaubensgenossen mit großer Stimmenmehrheit zum Stadtverordneten gewählt zu sehen. Sie merken also, daß sich das Band bürgerlichen Vertrauens immer enger zwischen der christlichen und jüdischen Confcssion knüpft, während das Ministerium noch immer mit der Publikation des schon so lange versprochenen Judenediktes zaudert und wohl schwerlich die schönen Hoffnungen der preußischen Juden befriedigen wird. Oberrabbiner Cahn. (Von der Mosel.) — Hr. Oberradbiner Cahn in Trier hatte in diesem Jahrenach seiner Rückkehr von der Rabbinerversammlung nicht wie früher mit fanatischen Schreiern zu kämpfen und ist von keiner Agitation gegen ihn zu merken. Dafür suchte aber auch Hr. Cahn einznlcnken unv jede Mittheilung von den Beschlüssen der Rabbinerversammlung nach der an ihn gerichteten vorjährigen Adresse, in welcher man ihn darum ersuchte, in seinen Pre. digten geflissentlich zu vermeiden. Würde sonach das lesende Publikum seines Sprengels nicht die Ergebnisse der diesjährigen Rabbinerversammlung von den jüdischen und politischen Zeitschriften und der andere Theil bei Märkten von den Juden des benachbarten Hoppstävter Rabbknats, das Wesentliche davon erfahren haben, so würden sie ganz unbekannt mit denselben sein. Nach meinem Ermessen dürfte man aber wenigstens seine Angehörigen von den fraglichen Resultaten unterrichten, wie sollten diese sonst verwirklicht und der Zweck der Rabbiner - Versammlung erreicht werden? — Wessely; Rappoport. Der frankelsche Berichterstatter. (Prag, 16. Oct.) — Heute fand die feierliche Jnstallirung des Dr. Wessely als Lehrer der hebe, und rabbinischen Sprache und Literatur an der hiesigen Universität durch den hochwürdigen Abt von Strahof statt. Nach einer sehr angemessenen Anrede desselben las der Universitätss.cretär das betreffend» Hofvecrct vor, worauf der Eingeführie einige Worte sprach, die vielen Beifall fanden. Das zahlreiche Auditorium zählte u. A. in seiner Mitte die hohe Geistlichkeit, viele Professoren der Universität und eine große Anzahl Theologen. Zur Feier hatte sich auch der hiezu geladene israel. Gemeinde- und Schulvorstand eingefunden und nur Rappoport blieb zurück. — Uebrigens kann ich Ihnen nicht beschreiben, wie mißfällig das schwache Betragen desselben bei Gelegenheit der Anwesenheit von Holdheim*) in der ganzen Gemeinde, so mannichfach sich auch dieselbe schattirt, beurtheilt wird. Noch mehr ist man aber über dir Weise empört, wie der Berichterstatter im Septemberhefte der frankelschen Zeitschrift dieses darzustellen sucht. — „Wir finden — erlaubt sich derselbe zu sagen — bei diesem Vorfälle am meisten bedauernswerth, daß der Vorsteher, Hr. M. I. Landau, (derselbe beabsichtigte nämlich, Holdhcim bei Rappoport einzuführen), die Würde des Rabbiners R., indem doch bei solcher Gelegenheit die Gemeinde repräscntirt wird, nicht besser zu wahren wußte und durch sein Verschulden Anlaß zu übler Nachrede «yd *) S. Nr. 41 d. Bl.

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