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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-18 · Heft 42 (18.10.1846) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 42 (18.10.1846)
Date
1846-10-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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33 5 davon abzuweisen, werbe ich durch die Lehre bestimmen, DipGE DtPn Mn WW je. die Veranlassung dazu gibt mir ein Artikel in der Frankelschen Zeitschrift, 3. Heft, Jahrgang 13-16 bemerke voraus, daß wir hier den dienstfertigen Freund, dem der Wurm des Neides tief im Herzen nagt, und jenen der bei seiner Durchreise dieses ominöse Blatt nach Dresden zu bringen übernahm, vielleicht auch an der Ncdaction Theil nahm, oder um es gerade heraus zu sagen, die Herrn Rapvaport und Sachs welchen wenigstens die öffentliche Meinung dieses Schuld gibt, zu kennen glauben. Der Berichterstatter sagt: Ich berichte Ihnen Facta, die ich Ihnen offenkundig belegen kann, berichtet dann die bekannte höchste Ennchliessung über Aufhebung der Judensteuer und findet dabei Gelegenheit Männer zu lobhudeln, die unbeschadet ihrer anerkannten Ehrbarkeit an dieser Acte (dem schon früher ein ähnlicher in Ungarn vorausgegangen, und sicherem Vernehmen nach noch für Mähren folgen soll) eben so viel Theil haben, als der Mann im Monde. Auf die Anstellung des Dr. Wessely als Lehrer der hebräischen Sprache und Studien an der hiesigen Universität übergehend fährt derselbe fort: „Wessely, dessen Fähigkeit und Wissen wir keineswegs bezweifeln, sucht so viel als angcht die verschiedenartigsten Stellen in seiner Person zu vereinigen. Als nun die Sielle eines Cklisors in hebraicis vor einiger Zeit erledigt wurde Ul.d man mit Ucbergehung W. andere gelehrte Juden zu dem Amte vorschlug, vermeinte W. in einer Eingabe an die hohe Behörde wie actenmäßig bekannt ist, daß man überhaupt Juden bald gar nicht zu dieser Stelle bedürfen würde. Man eröffne einen Lehrcmsus der hebräischen Sprache und talmudischer Studien, uno er hoffe bis in zehn Jahren Gelehrte herzustellen, die zu Censorcn völlig geeignet, die Juden überflüssig machen und gewiß keine christenfeindliche Stellen passiren lassen würden". — Welche Lügen in diesen wenigen Zeilen! Die Censorstelle in Prag war nie mit einenr Juden besetzt. Bei der letzten Erledigung fanden sich dennoch einige jüdische Bewerber, wonmter Nappoport und Wessely, und wurde dann der Letztere mit Ausnahme des Büchcrrcvisionamtes, welches R. verschlug, von den meiste» Stellen und zwar primo loco in Vorschlag gebracht. Die allerhöchste Hosstelle ging jedoch nicht hierauf ein, sondern ertheilte die Stelle einem Christen, und W. ist demnach keineswegs gegen andere jüdische Bewerber zurückgesetzt wo.den. — Ich übergehe das kaustische b.ttersüße Lob, das Hrn. W. ferner gespendet wird, und frage nur den Berichterstatter, der W. nachsagt, daß seine Schüler wirklich das Vorvictirte und im Religionsbuche Abgedruckte hersagen mußten, und so auf unerhörte Weise durch die Religion gepeinigt werden. Wie cS denn komme, daß die Schüler bei allen Prüfungen so passende und wohlbegriffene Antwort geben, daß alle der Prüfung beiwohnenden Behörden, wie Nappoport selbst dieses belobend anzuerkennen sich gedrungen fühlen? Wie es ferner komme, vaß die Schüler und namentlich die ärmeren ihn wie einen Vater verehren. — Wessely bat nun Hr vr. Frankel aufgeforcert, seinen Berläumder zu nennen und ihn im Weigerungsfälle mit einem Jnjurienprozesse gedroht, worüber das Haupt des positiv - historischen Jndenthnms in nicht geringer Verlegenheit fein mag. Hoffentlich wird aber noch ein Bacher ans dieser Schule gewonnen werden der zur Ehre Gottes (D’Sff iniSE "pn *0^) sich als Sündenopser we-bt und eS Hrn. Frankel erspart, seinen vertrauten Freund, oder Freunde preiszugeben.- Verschiedenes aus Bayern. (Aus Bayern.) — Man sage ja nicht, das ehemals rem Israeliten gespendete Lob En EUEm oder sei jetzt nicht mehr anwendbar. Der Israelit ist noch immer bereit, seine melde Hanv zu öffnen, wenn daS Loos bedrängter Brüder Unterstützung fordert. Das haben die Resultate der Sammlungen für rne hungrigen Palästinenser bewiesen, die sehr bedeutend ausgefallen und nach Amsterdam an Hirsch Lehren versendet worden sind. Ob sic von diesem auch im Sinne der Geber werden verwendet werden, oder, wie ein Correspoiwcnt im Orient behauptet, zu andern Zwecken wer mag das wissen. Wenn aber nun diese Mildthäiigkeit und theilnehmende Unterstützung jedenfalls Leb verdient, so knüpft sich daran doch die wehmüthige Betrachtung, daß erst solche herzerschütternde Anlässe kommen müssen, wenn die Taschen sich öffnen sollen, dagegen die heilsamsten Bedürfnisse unbefriedigt bleiben, weil Niemand ein Opfer bringen will. Es ist viel zusammengekommen, ohne daß eine übermäßige Anstrengung erforderlich war; die Zahl der Geber war groß und so war es auch die Gesammigäbe. Wie viel könnte geschehen, wenn so bei jeder Angelegenheit Vereinigung Statt fände und jeder sein Cchärflein bcizutragen bereit wäre. — Wie nothwendig wäre nicht in Bayern eine Bildungsanstalt für israelitische Lehrer, die jetzt fast gar keine Gelegenheit zur gediegenen Ausbildung auch im Hebräischen haben. In Würzburg werden die jüdischen Seminaristen wohl auch hierin unterrichtet, aber mein Gott, was für ein Unterricht ist das! Sie lernen nV’J&D unt> aber B.bel - Uebersetzung, hebrä.sche Sprachlehre, höheren Religionsunterricht u. s. w., davon ist gar! keine Rede. Unsere orthodoxen Rabbinen meinen wirklich, sie Wien

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