Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1846)
- Date
- 1846-10-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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3 34 Herzen in dem Organismus der Umgestaltung schlagen und welche > Mittel den Gliedern desselben zu Gebote stehen, so dürfte an dem! Gelingen des brhrcnd'schen Unternehmens kaum zu zweifeln sein. Der Fond soll sich wenigstens auf 50,000 Nthlr. erheben- UeberdicS ist die Reform in vcn meisten ihrer Anhänger der Art ins Blut übergegangen, und ihre Bedeutung durchdringt der Art ihr Mark und Bein, daß sie dieselbe als eine reine Ehrensache ansehcu, und in der That und nicht mit Unrecht wissen auch ihre Anführer riese Seite recht gut in Nutzanwendung zu bringen. Wenn es gleich zu bedauern ist, daß die angefachte Bewegung ihre Flammen bis jetzt nicht weit über unsere Ringmauern hinaus, bis zur Thätlichkcit wenigstens, gezündet haben, so lodert das hl. Feuer ans dem Heerde rer Regung doch in einer Beschaffenheit fort, daß doch hin und wieder ein Fünkchen nach auswärts ste von dem Maulwurfe des im Süllen wühlenden Geistes getragen und in gar Manchem das Leben der That angeflammt wird. So hat sich dieser Tage neben vielen anderen, die schon früher den Schritt gethan, wieder von Weftphalcn aus eine Tochter der hiesigen Mutier zugewandt, so daß die Anzahl der Tochter doch schon in Betracht der Verhältnisse eine ansehnliche genannt werden dürfte. — Nächstens werden sich wieder Deputirte von allen Filialgemeinden zu einer Versammlung hier einstiiden, bei welcher Gelegenheit es sich zeigen wird, um wie viel Gemeinden das neue Reich Gottes sich vermehrt hat. Der, im Au-'trage der ersten Deputirtenversammlung erlassene zweite Aufruf hat schon vor Monaten das Tageslicht erblickt, und es ist wahrhaft erquickend, den Eifer zu sehen, der sich für die Sache des Jurent.-uins darin ausspricht. — Die „Sabbathfragc" des Herrn Dr. Hirsch ist hier massenhaft von der Repräsentation aufgrkauft und an die ächten Ncformmitglicdcr vcrlheilt worden. Sie dürfte zur Verrückung res Sabbaths auf den Sonntag ihr Scherficin beitragen, wenn einst, was zu erwarten, aber nicht zu wünschen, ein solcher Antrag zur Bcrathung kommen sollte. — Dr. Holdbeim wird erst, wie man hört, am ersten April seine neue Stellung antrcten, bis dahin aber oft hierher kommen. — vr. Stern wird in diesem Winter wieder Vorlesungen Hal en, diesmal aber nicht über das Judenthum, sondern über die Juden und zwar über die modernsten, nchmlich über die von Mendelssohn bis auf unsere Tage. Jedoch wird der Redner auch die innere Geschichte der Juden dabei berücksichtigen, d. h. er wird, da das Judcnthum sich in den Juden darstcllt, die Entwicklung des modernen Judenthums in den modernen Juden dabei ins Auge zu fassen haben. — Am 14. fand abermals eine Generalversammlung statt, in welcher Veränderungen des Vorstandes und das Institut für Religionsunterricht besprochen werden sollten; allein es fand sich die statutenmäßige Anzahl d. h. ein Drittheil (135) der Mitglieder nicht ein, wodurch die Versammlung vertagt werden mußte; es wird aber bald die Generalversammlung wieder einbcrufen werden, da namentlich der Religionsunterricht eine rasche That fordert, und er wirklich, dem Plane des Vorstandes gemäß, schon mit dem bevorstehenden Neujahre eingeführt werden soll. Ich werde Ihnen zur Zeit über die Debatten und Beschlüsse dieses hochwichtigen Gegenstandes Bericht erstatten. Grätz, Aufbau einer neuen Synagoge. Dieser Tage ist hier Dr. Grätz aus Oberschlesien der bekannte Recensent von Geigers Mischna cingetroffen, um hier sein künftiges Domieil aufznschlageii. Er will von hie aus die neologischen Richtungen des Judcuthums bekämpfen; zu diesem Behufe beabsichtigt er eine Zeitschrift zu gründen, die besonders dem Litcraturblatte des „Israelit" entgegentreten soll. Auch hat er um seinen Plan auSzuführen, seine Stellung in seinem früheren Lande aufgegeben. — So eben gemachten Erfahrungen zufolge , wirv in der neu zu erbauenden Synagoge die Orgel auch an Sabbath - und Festtagen durch ihre Töne den Gottesdienst begleiten. Die Sache wird wohl nicht ohne Kampf durchgeführt werben können. Die Synagoge selbst dürfte wohl in einer runden knppelartigen Gestalt, gleich der hiesigen katholischen Kirche anfgeführt werden, so daß man schon an ihrer äusseren Erschei. nung erkennen kann, daß das Haus einem höhern Dienste geweiht ist; auch wird dieselbe in einem der belebtesten Stadtviertel aufgeführt werden, wodurch hoffentlich die Frage Vieler unserer christlichen Mitbürger: „ob doch auch die Juden ein Gotteshaus haben" verschwinden wird. Die alte Synagoge wurde etwa vor 150 Jahren in einem Gäßchen anfgcbaut, welches selbst alte Stadtbewohner kaum dem Zäunen nach kennen; seitdem ist dasselbe noch durch unzüchtige Schlupfwinkel berüchtigt worden. Itr. Wessely. (Prag, im Sept.) — Vom Beginne ihrer Zeitschrift an hatte ich die Ehre durch manche Mittheilungen von hier Ihnen bekannt zu werden, und Sie werden mir selbst bezeugen, daß ich mich immer auf Thatsachen und Gcstnnungen beschränkt und niemals Persönlichkeiten berührt habe. Wenn ich heute Ur'ache habe,