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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-18 · Heft 42 (18.10.1846) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 42 (18.10.1846)
Date
1846-10-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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333 er aus ibneu bcrvorqrbt, in ein falsches Licht stellen zu können. Es wird sich noch Gelegenheit finden, dieselben dem Verständnisse näher zn bringen; vorläufig galt es, die ungerechten Anklagen über die Sabbakb- Beschlüsse zn entkräften. Tie Versammlungen deutscher Rabbiner sind das kräftigste Institut, aus dein ein gemeinschaftlich beratbener, ein in weiter Berbrcitnng durchdringender, auf Sachkenntniß und Lcbeuserfabrung beruhender Fortschritt erwachsen kann, das Institut, das immehrmehr als mächtigen Hebel sich bewäbren wird zur Läuterung unserer religiösen Zustände. Gebt nicht leichtfertig um mit den Aufreizungen zn seiner Zerstörung, ibr Männer, die ibr den Fortschritt predigt, immer im Munde führt! Nicht Poltern, nicht eigenwilliges Pochen ans Ansichten eines kleinen Kreises bewirkt einen gesunden Fortschritt, sondern das Streben für Entwickelung und Heranbildung der Gesammtbcil zu einem einträchtigen gesunden religiösen Leben. Das ist die Aufgabe der Versammlung deutscher Rabbiner. Fördert sie in ihrem Streben, unterstützet sie auch mit eurer Einsicht, mit der Darstellung der Lcbensverhältniffe von eurem Standpunkte auS, mit den darauf begründeten Anforderungen; aber ibr frevelt, wenn ihr sie anfrüldet. verdächtiget*) und murdwillig eine Spaltung erzeugt zwischen den Männern der Lehre und den Männern des Lebens, die wahrlich von jenen nicht beabsichtigt wird. *) Die Anfeindung und Verdächtigung der Rabbinervrrsamm, lung, wie sie die erste Frankfurter Pretrstation vcrrirth , müssen wir eben so, wie der Verfasser tadeln; hingegen den freien Aensscrungen der öffentlichen Meinung, unv ihr.m begründeten Ta. del noch einen höher» Werth beilegen als dieses der verehrte Prä. sidcnt der dritten Rabbinerversammlung zu thun scheint, wie es uns denn auch bäucht, als ob jene Eigenschaft, wodurch er sich — abcr mit Unrecht — gewisscrmassen als Organ rer Versannn. lung ansah, einen unbewußten Einfluß auf sein sonst so tiefes und klares Nrtheil ausgeübt und dadurch ihn auch in seiner Apologenk zu weit geführt habe. Es ist abcr offenbar mehr im wahren Interesse der Rabbinerversammlung und ersprießlicher für ihre Anerkennung und ihr Fortbestehen, wenn sie ihre Mißbegriffe, von der ja keine ähnliche Versammlung frei ist, (und die bei ihr durch das Drängen der Zeit, welche die rechte Forinulirung der Beschlüsse und die vorhergehende, sorgsame Erwägung der Amen, demciits zu geben verhinderte, noch mehr zu entschuldigen) offen gesteht, als wenn sie Alles und Jedes, was sie gethan und nicht Geschichte des Tages. Die Reformgeuossenschaft; Holdheim, Stern. (Berlin, im September.)— Der Znrrang nach Plätzen im Reformtempel war die verflossenen he.ligen Festtage noch grösser, wie man erfährt, als im vorigen Jahre. Sehr viele Jndiffc« reute, die seit Jahren kein Gotteshaus besucht, und auch noch bis jetzt nicht der Art differnt geworden sind, daß sie sich einer bestimmten Neligionsgesetlscheft angeschlosscn hätten, geben doch dem Pulsschlage ihrer noch nicht ganz weggestreiften jüdischen Aver so weit Gehör, daß sie sich dem neuen Gotteshanfe zuwen» tctcn. Es mag immerhin sein, daß die Neuheit reizt, daß Caor- Gesang unv Predigt anlockt, dies thnt nichts ,“!22Ö KTl? X2 sagen unsere alten Vorgänger, und cs dürfte kaum zu bezweifeln sein, daß Leute dieses Gelichters auch zuletzt einen Ge« schniack am Gottesdienste selbst gewinnen. — Was aber die gottesdienstliche Liturgie betrifft, so har man zwar die vorjährige ihrem Pr nzipe und ihren wesentlichen Bestandtheilen nach bcibehalten, man hat eS aber doch für gut br« funden, neue Gebeiseleniente hinzuzufügen und andere, für dies Jahr nicht mehr ganz angemessene aus dem Gebetbuche zu rcmoviren. Auch hört man, daß der Hauptag tator, Herr l)r. Stern, am Versöhnungstage einen erbaulichen Vorirag gehalten, was er in seiner Bescheidenheit und Demnth bis jetzt darum un.erlassen, bannt man ihm keine hierarchische Zwecke iiiiterlegen könne, v. h. damit man nicht glaube, als strebe er nach der Priesterwürde, innerhalb der nrucn Gemeinde, j tzt. wo diese bereits vergeben ist, ist er derartigen Verläumdnngen nicht mehr ausgesetzt. Ein wackerer Repräsentant im Vorstände, Namens Joseph Be h rend geht mit dein Plane um, der Reform in pecuiiiärcr Hinsicht einen festen Grund und Boden zu sichern. Er bemüht sich nämlich einen eisernen Fond für das Reforminstitut zu gründen dessen Zinsen den geldlichen Bedürfnissen der Sache unter die Arme greifen sollen, und wenn man bedenkt, welche edle gethan, vertreten zu müssen glaubt; zumal wir gestehen dürfen, daß keiner von uns, und die Gelehrtesten am wenigsten, sich ganz, von der casuistischen Lehr, und Denkungswcise jenes Buches, dem wir unsere frischest? Lebenskraft gewidmet, hat frei machen konnen. Erkennen wir es daher nur offen an, daß uns Glanbensbrüder, die von jenem Einflüsse frei sind, mit ihrem Nrtheil unv praktischer Einsicht znrHüEe komm n. Das wild uns am ersten die Sympathien aller Msscrgesinnren in der demschen Judenheit erhalten, und auch am besten verhüten, daß nicht eine Spaltung erzeugt werde, zwischen den Männern der Lehre unv den Männern des Lebens, die wahrlich von beiden nicht beabsichtigt wird.

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