Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-11 · Heft 41 (11.10.1846) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 41 (11.10.1846)
Date
1846-10-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2566751-2567017-2567059--2327-2570355
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

35« in den geselligen Vereinen, wie überall, wo ein Theil unserer Einwohnerschuft zu irgend einem schönen Zwecke sich verbindet. Selbst das Hospital zum heiligen Geist nimmt gegen den buchstäblichen Inhalt seiner Statuten hülfsbedürftige Juden auf; denn man glaubt, daß man da, wo die Forderungen des Rechtes und der Humanität so laut sprechen, von der Forderung des Buchstabens wegsehen dürfe, und hier um so mehr, als die verklärten Geister der frommen Stifter die uneingeschränktere und humanere Anwenvung ihres Vermächtnisses gewiß gut heißen werden. Rabbiner Philippson steht, besonders seitdem er offener dem religiösen Fortschritt huldigt, sehr gut bei der Bürgerschaft und hat sie ihm dieses auch dadurch bewiesen, daß sie ihm für den Religionsunterricht einiger jüdischen Waisen eine Vergütung aus städtischen Mitteln gewährt, und zur Zeit als er von einigen Gemeindegliedern wegen protegirter Einrichtung eines Sonntagsgottesdienstes angefeindet wurde, ihm laut ihre Sympathien bezeigte, ja gewiß selbst ihn anderweitig entschädigt haben würde, wenn ihm jener Plan wirkliche Nachtheile zugezogen; — ES ist schon mehrfach und mit Recht darauf hingewiefen worden, wie sehr es für die Reinheit unserer Sache nicht minder, als für das erstarkte Rechtsbewußtsein des deutschen Volkes, spreche, daß dasselbe so ganz frei und aus sich selbst heraus sich für die Herstellung unseres gekränkten Rechtes entscheidet; deßhalb dürfen auch solche Beispiele nicht verschwiegen werden, besonders wenn sie, wie eben in hiesiger Stadt, mit so edlem vorurtheilsfreien Sinn gegeben werden. — Mahnung*) O nicht mit eisigem Spott und Hohn, Den „Juden" noch länger verlacht; Denn ihn, des „Israeliten" Sohn, Wir haben -um „Juden" gemacht. Sonderbar. Ein königlicher Jude — Ein jüdischer König — Der Zweite gilt viel. Der Erste so wenig. Mein Herrgott im Himmel, wie kommt denn daö? Vom König und Juden haben beide doch was! *) Aus den Judenliedern von Aug. Iaußen. Oldenburg 1846. Rechnungsablage. Man spricht wohl oft: gekreuziget. Sie haben unfern Herrn; Der Väter Schuld wird heimgesucht. Bei Kindern nah und fern. Na — ehrlich ist zurückbezahlt Von uns — mir wird nicht bang; Der Juden Freiheit, Ehre, Volk, Gekreuzigt ist schon lang. Rechnet man gegenseitig auf. Wie's üblich bei der Meß, Auskehren müßt ihr Juden dann, Bedeutenden Receß. Literarische Anzeigen. Im Verlage der Schulz'schen Buchhandlung in Oldenburg ist so eben erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: Judenlieder August Janßen. 136 S. in 8. In Umschlag geh. — 16 ggr. Im Verlage der Job. Christ. Hermann'scheu Buchhandlung in Frankfurt a. M. ist erschienen: Formstecher, Dr. S., die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Iudenthnms nach seinem Charakter, Entwickelungsgange und Berufe in der Menschheit. gr. 8. 1841. drosch. (29 Bog.> Rthlr. 1. 18 ggr. od. fl 3. 12 kr. Hecker, K. V, a grammar of the german language. 2 edit. gr. 8. 1845. In engl. Einband. fl. 2. 24 kr. od. Rthlr. 1. 12 ggr. Jansen, William, practical mercantile correspondence with german notes and an appendix | containing forms of itivoices, bills of Iading etc.! and abbreviations and explaining mercantile techni- | calities. gr. 12. 1842. brosch.! Rthlr. 1. od. fl. 1. 48 kr. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.