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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-11 · Heft 41 (11.10.1846) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 41 (11.10.1846)
Date
1846-10-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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327 und Würde vorgetragen, aber nicht gesungen werden, dagegen lollen die genannten Stücke nach den Choralmelodien ryit der Schul, jngcnd gut einzeübt und mit dieser gesungen werden. Ebenso sind an den 3 Festtagen mynttf ,PIDS und n'DID außer den genaimien Stücken und des mn und KJX im sämmtliche Gebete und Psalmen nur mit Anstand und Würde recitando vorzu tragen, aber nicht zu singen. Was endlich die beiden Feste “JEH E'X“i und D'1 betrifft, so soll da. wo ein gut cingeübter Sa'ngerchor vorhanden ist. der Vorsänger mit diesem die Gebete und Lieder, so weit für sie Choräle vorhanden sind, nach diesen singen, dagegen sollen die Vorsänger in solchen Gemeinden, wo der Zeit noch kein Sänger. Chor gebildet ist. und besonders die Anshelfer ri>£D 'VyE an tiefen Tagen des eigentlichen Singend sich so viel als möglich enthalten, dafür aber die Gebete langsam und deutlich, würdig und anständig vertragen. Insbesondere sollen dieselben bei jedem ffHp, bei den Gebeten ,Q'rhi6 HCX ,>'Hy IHK o’xm byi ,x::n by /m ,Tn *mxn und uhk des figurirten Gesanges sich enthalten, und statt dessen diese Gebetstücke ihrem Inhalte gemäß in würdigem Tone verbeten." Es hnßr ferner: „Man versieht sich zu den Rabbinen, Vorsängern, und Kirchenoorstehrrn, daß sie hierfür Sorge tragen werden, daß die Andacht an diesen heiligen Tagen sowohl, als bei jedem Cul. tus nicht durch unpassende Melodien, welche dem Geber nnte.legt werden, gestört, sondern durch würdigen Vortrag erhöht werde." Die Prager Inden. (Prag, im Sept.) — Glauben Sie es mir. mein werther Hr. Nedacteur! Wenn auch einmal eine Stimmung für das Bessere hier rege wird, sie verfliegt bald wieder und ist nie von Erfolg, da die Gcsammtheit ihr verschlossen bleibt. Diese bestehet noch .immer (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen) aus zwei Thellrn, aus den Bewohnern der Judcnstadt, unter Schutz und Botmäßigkeit von t>np und Y3 nebst Zubehör stehend, und von ih. neu am Gärge'.baude der Heuchelei und des Herkommens geführt, und aus den Bewohnern außerhalb der Judenstadt, den getauften Juden und nichtgetauften Nichtjuden, die aber beide in Beziehung auf wirkliche Auftiärnng, auf innere geistige Erhebung zum größten Theile um kein Haar besser sind, als die erste Klasse. Unser Tempel ist und bleibt auch unter aller Kritik, und wird außer Landau, der aber keinen Einfluß auf dessen Leitung hat, von Männern verwaltet, die ihre Bildung und ihr Wissen der Theaterzeitung, dem Humoristen rc. zu danken haben und über diese Sphäre hinaus sich nicht versteigen. An diesem Zustande hat unläugbar Sachs viel Schuld. Statt nun seine Gemeinde zu versitklichen, statt sie für die Culturbestrebungen der deutschen Judcnheit, wenn auch nur in ganz gemässigter Weise zu gewinnen, bot er seine Beredsamkeit nur auf,! um alle Neformbestrebungen in Deutschland zu verhöhnen und j und ihre Leiter zu verdächtigen. Und so mochte Holdheim, der; auf seiner Rückreise von Breslau kürzlich bei uns war, wohl! Recht haben, wenn er sagte, daß die Prager Juden in neuerer i Zeit um zwanzig Jahre zurückgeschritten seien. Zn gleicher Zeit mit ihm waren auch Sachs und Mannheimer hier. Letzterer soll sich ihm auch sehr genährt haben, den Erstrren hat er aber! nicht gesehen. Rappoport, dem er auch jenen Besuch zugedacht und der auch bereitwillig war. ihn freundlich aufzunehmen, mußte sich aber später entschuldigen lassen, weil ein Fanatiker, der zuden gehört, drohte, daß er dann selbst nie wieder sein Haus bftreten würde, wie es denn auch Rappoport Mehrern übel ge. nommen, daß er Holdheim, der einer n:7"n von ihm in der Neu. schule beiwohnte, die Hand zum CD'^y LNpA reichte. Auf dem Rückwege wäre übrigens dieser bald unglückl ch gewesen da einige j Zeloten sich in ihrem talmudischen Gewissen verbunden hielten, I ihn mit Steinwürfen zu verfolgen. Das sind nun einmal die! schlagenden Bcwesse unserer Frommen. — Wie Sachs hat sich! auch Herr Oberrabbiner Frankel bei uns verewigt, da er einem Manne die Predigerftelle an unserem Tempel verschaffte, der eben so wenig einen Begriff von einer Predigt zu haben scheint, als Rappoport von den Zuständen und Bestrebungen der veut. i scheu Juden. Gott bessere es! — Humane Gefinnungen. (Magdeburg, im September.) — Es war ein schöner Beruft den die öffentlichen Blätter in neuester Zeit erfüllen, wenn sie von den fortgeschrittenen Gesinnungen des deutschen Volkes gegen unsere Glaubensbrüdcr erzählen. In dieser Beziehung ist auch nnlere Stadt nicht zurückgeblieben, sondern hat sich, wie überall, wo es Fragen des Rechtes und der Humanität galt, in die vorderen Reihen gestellt. Man fragt hier, wenn es die Stellung und Rechte der Juden betrifft, von Seiten unserer Bürger niemals nach etwas Anderem als nach persönlicher Würdigkeit und Tüchtigkeit und läßt von dieser sich auch vollkommen bestimmen. So sinden sie hier Juden in dem Stadtverordneten«Collegium,

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