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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-11 · Heft 41 (11.10.1846) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 41 (11.10.1846)
Date
1846-10-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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320 Parteien erhabene Charakter, jene dem wahrhaft sittlichen Menschen eigentümliche Achtung vor den Andersdenkenden, welche Bedingung wir bei diesem reichen Engländer gänzlich vermissen. Er hat durch seinen eines polnischen Chasivs würdigen ZelotismuS gegen die hiesigen Gebildeten die ohne dieß weite Kluft zwischen den Parteien noch mehr erweitert. Ein ehrenwerthcs Mitglied der hiesigen sogenannten deutschen Gemeinde überreichte ihm im Namen derselben zum Zeichen ihrer Anerkennung und Achtung einen goldenen einige Sinnbilder darstellenden Pokal, den Herr Montefiore in seinem fanatischen Eifer verstümmelte und zurückschickte. Denselben Zelotismus bekundete er bei der Besichtigung der hiesigen unter der Leitung der deutschen Juden stehenden Rabbincrschule, die ihm nicht genug orthodox schien und sie deßhalb unter die Leitung der Chasivim bringen wollte. g—r Der Rabbiner zu F — a. (AuS Churhessen.) Ich erinnere mich einmal in Ihrem Blatte den Vorschlag gelesen zu haben, daß cs gut wäre, von manchen unserer sogenannten Orthodoxen noch die Biographie bei Lebzeiten zu schreiben. Es würde da manches Erbauliche an den Tag kommen. Ich bin nun im Stande, dazu einen kleinen Beitrag zu liefern, da ich den Rabbiner der Provinzialstadt F — a sehr gut zu kennen die Ehre habe. So will ich denn heute diesen Talmursritter — ich mache ihm damit noch ein Compliment, da Andere ihn nicht einmal dafür gelten lassen — die Revue passiven lassen. Wollen Cie glauben, daß der Mann kein Mittel unversucht lasse um seine Pflegbefohlcncn nach innen oder außen zu heben, so irren Sic; wohl aber scheint er mit anderen Fanatikern des Innnd Auslandes in sehr einigem Bunde zu sein, indem auch er allerlei Mitt.l, als da sind: schwere Kränkungen, moralische Mordversuche, KetzerauSrottungen :e. anwendet, um seinen Feinden, den jüdischen Reformationskindcrn. das Lebenslicht auszublasen. Voll Vertrauen auf die Frömmigkeit und Gelehrsamkeit dieses Mannes berief ihn die Gemeinde der Provinzialstadt zu ihrem Rabbiner, voll Sehnsucht sah sie seiner Ankunft entgegen. Aber wie wurve sie schon durch da« wahrhaft abschreckende Aeußere dieses ManneS getäuscht, der die Deputation, welche ihm entgegenreiste, mit den Worten anredete: Das ist gut, daß ihr mir eutgegenreist; denn hättet ihr es nicht gethan, ich würde gewiß wieder zurückgekehrt sein. Und doch muß man unsrem Rab« binen nachsagen, daß er sich nicht gern durch vielen Umgang over Ausgänge zerstreuen läßt; denn tn der That besucht er — mit Ausnahme des schönen Geschlechtes, das er nicht vernachläßigcn darf, da er noch zu keinem Zwecke hat konnnen können — keinen seiner Pstegbefohlenen und hat auch mit Ausnahme eines Schächters und eines Commis mit Niemanden Umgang, ja seine Furcht vor Störung und Zerstreuung geht so weit, daß er auch den Angesehensten in der Gemeinde, wenn Sie zu ihm kommen, keinen Stuhl anbietet. Die ihm untergebenen Lehrer sucht er gebührend vor Verzärtelung zu bewahren und läßt sie darum bei den Schächteipriifungen stundenlang in dem kalten Vorzimmer ihr Messer schleifen. In seinen Predigten, welche er drei bis viermal des Jahres hält, bewegt er sich so frei, daß er selbst eine Menge Sprachfehler frei durchläßt, und eben so wenig mag er sich ängstlich an die Gesetze der Pädagogen halten, und sucht daher in allen seinen Schulen den methodischen Religionsunterricht abzuschaffen und dafür den “ny jn1?^ einzuführen, wie er denn auch nichts von einer allzugeregelten Catechese wissen will, vielmehr kürzlich in Gegenwart der christlichen Schulinspektoren sich lange mit der Frage beschäftigte, was und ^32 und in welcher m"JD das — unser Rabbiner spricht nicht das allgewöhnliche Deutsch — vurkummt. Cultus - Reformen. (Aus Würtemberg, Mitte Sevt.) — Dieser Tage ist ein E-laß der israelitischen Oberkirchenbehörde, den hebräischen Gesang beim öffentlichen Gottesdienst betreffend, erschienen. Vorausbemerkt muß werden, daß schon seit mehrern Jahren Choralmelodien und Gesänge für Sadbalh und Fest gegeben wurden, und das Absingen anderer und Profan-Melodien längst verboten ist. Durch Eingangs beinerkleu Erlaß ist nun das Siigen selbst nach obencrwäbntcn gegebenen Melodien folgender Gebete suspcndirt: ,D"D /pD 'n ,"W “HOTD ,runj nnx INI ,*]it pw pH' \n ,ov uvpio |\s* ,nsynp ,in8an» ,tfjn?x. Die angeführte Anordnung selbst enthält nun Folgendes: An den Sabbathen sollen mit Ausnahme des Liedes '"NI HD1? am Vorabend, und ,ntpnp (r>. h. der B belverse LIIp ,"I1II -PII und i&D' ,j/dj3 »m ,P"U /n ,M,t und!?y nin beim Morgens- Gottesdienste, alle übrigen Grbrtstücke nur mit Anstand

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