Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1846)
- Date
- 1846-10-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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SSL nigt, eine allgemeine Befriedigung nicht erwecken; sie sprach es in ihrer Gcsammthcit aus, und eben so traten die meisten einzelnen Redner, daß sie es wohl wisse, den Conflicl zwischen Lehre und Leben in Betreff des Sabbaths nicht ausgeglichen zu haben, daß sie jedoch in diesem wichtige» Gegenstände das ausgesprochen, was ihre Uebcrzeugnng und die Verhältnisse ihr gestatten und als rathsam empfehlen. 'Allein eine besonnenere, unbefangenere Würdigung glaubt sie, und gerade von intelligenten Männern erwarten zu dürfen. Ich j will auf einen Umstand kein besonderes Gewicht legen, muß ihn jedoch vor einem weiter n Eingehen in die Sache erwähnen. Die d csmal gefaßten Beschlüsse sind säst in derselben Weise in dein vorjährigen Commissionsberichte als Anträge enthalten,*) es gehen diese durchaus nicht weiter als jene; dieser Bericht wurde bei der vorjährigen Versammlung verlesen, wenn auch nicht j dcbattirt, man bat ihn in Frankfurt angehört, dennoch . aber wurde die Gesinnung der Versammlung als eine aufrichtig dem Fortschritte zugewandte anerkannt. Wo-! her nun mit einem Male diese Acndcrung, nachdem die in Frankfurt gemachten Anträge in Breslau genehmigt worden sind? Sollte dies in den an diese Frage sich anlcbnenden Debatten liegen? Aber diese sind bis jetzt, da die Protokolle noch nicht erschienen sind, nicht bekannt, und ich bin sicher, daß wenn sie erschienen, gerade die Einsicht in die geäußerten Grundsätze und Gedanken das Unheil weit günstiger stimmen wird. Also im Gegentbeile weil man sich dort, wo man den Berathungcn fern stand, lediglich an die von den Umständen gebotene Durstigkeit der Resultate bä!t und nicht den Ernst und die Freisinnigkeit der Gesinnung wahrnehmen konnte,**) gerade Tics veranlaßt eine Pro¬ *) Dieses ist keineswegs der Fall. Der vorjährige Com- Mlsssonsbericht stellt nicht die Wiederherstellung einer würdigen Feier des Sabbaths so förmlich und entschieden hin, als dieses der Beschluß 1 thut, welcher dcßhalb auch eine so große Mißstünmung hervorgerufrn; ferner erklärte jener Bericht ausdrücklich nur die wcrkthätige und gewerbliche Arbeit verboten, was die Beschlüsse vermieden, wie diese dann auch den Fall, wo die Subsistenz eine Umgehung des Sabbathsverbotes nöthig macht, viel beschränkter angebcn, als dieses der Commissionsbericht gcthan. **) Der Ernst der Versammlung ist wohl nicht bezweifelt worden; auch Freisinnigkeit muß ihr in sofern zugcstanden werben, als sie sich über die Starrheit der talmudischen testation in diesem Jahre, während man im vorigen freudige Zustimmung zu erkennen gab. Dies ist es aber eben, ivas mich bei intelligenten Männern, welche einmal von dem Geiste der Berathungen sich zu überzeugen Gelegenheit hatten, wundert, was ich bei ihnen nicht erwarten zu müssen glaubte. — Jedoch ich mag auf diesen Umstand kein besonderes Gewicht legen; denn wenn er auch denjenigen, welche die Klage annimmen, das Recht hiezu entzieht, so könnte immer das Resultat unserer Berathungen die Klage selbst rechtfertigen; sage ich ja selbst, es sei ein dürftiges in Vergleich mit den großen vorliegenden Collissoncn. Allein ebensowenig wie wir die Collisioneii geschaffen, eben so wenig können wir sie bei diesem Punkte heben. Eine religiöse Gemeinschaft, die nicht Ruhe- und Festtage heilig hält, hört ans eine religiöse zu sein; ohne Tage, an welchen das Drängen des Lebens znrückkritt und die der Betrachtung, der geistigen Erholung und Erhebung gewidmet sind, kann unmöglich ehi religiöses Leben bestehn. Also die Feier dieser Tage an sich ist es nicht, welche etwa, wie Dies bei vielen anderen Satzungen der Fall ist, ganz und gar als ein Ucberrest ans engherziger Auffassung einer früher» Zeit getadelt werden kann; im Gegentbeile wenn wir sie nicht hätten, wir müßten sie uns schaffen, nutz nun da wir sie schon haben, da sie nicht blos ihrem Zwecke nach beilig, sondern auch durch ihr dreitansendjähriges Bestehn ehrwürdig geworden, mit dem ganzen religiösen Leben innigst verknüpft sind, müssen wir sie um so sorgfältiger wahren. Was an ihnen getadelt werden kann, das ist die minutiöse Auscittanderlegnng der Feier und der Ruhe, die äußerliche Abwägung der Arbeit, das starre Halten am äußerlichen Rubegcbot, das jedes andere menschliche Gefühl, jeden andern böhern Ziveck zurnckdrängte— wenn es nicht das Leben selbst oder manche mit beson- Sabbathsvcrbote erhob, und dem Leben wie der sittlichen Auffassung der Sabbathsivee in gewissem Maaße gerecht zu werden strebte; es war dieses jedoch den vorjährigen Anträgen gegenüber ein sehr bescheidenes Maaß, und zu diesem selbst hatte die Mehrheit wie wohl zu bemerken war, sich sehr Uli, gern verstanden, ja ein auf die Aengstlichen cinstußreiches Mitglied hätte sogar gern gesehen, wenn die ganze Sabbathsfrage noch suspendirt und dagegen die Sitzungen der dritten Rabbiner - Versammlung den Beratbungen über den Entwurf einrH Gebetbuches gewidmet worden wären, ' .