Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1846)
- Date
- 1846-10-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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170 »klärt MaimonideS das Wese» der Tradition folgender Weise: OUpi^ .12 ,-ilL x'^rr 7I2N2 ab mtnn »n»s «>n® nisont rnro: abv &'y» «ns bjav rnm rwnpj nt “jsdi 'd 'D UH rvQ2 ,“6d 1*b mob 2"prn. Selbst ras von M.iimon.ves in der Vorrede zum Mischna - Ctzmmentar und Mamrim 1, 3 angegebene Criterion einer ächten Tradition, daß über sie Lei» Meinungsstreit sich findet« läßt an der traditionellen Eigen, schüft der Auflösbarkeit der Eide keinen begründeten Zweifel auffwuiKiu Aber trotz all dem wird der Befangenheit und Einseitigkeit «Och der Ausweg übrig bleiben: das Alles salll nicht dem Talmud. lallt nur seinen Erklärt en zur Last. Ich habe bereits anderswo auf riefe närrische Einrede geamwortet und will den Verchcidigern der Unschuld des Talmuds diese abgestumpfte Waffe lassen. Es gehört eine dreiste Stirn mit einer erbärmlichen Unkenniniß der Quellen dazu, um zu behaupten, der Talmud, rer an unzäh. ligen Orten von der Auflösung der Eide auf rem biblichen Standpunkt und im bibl.schen Alter handelt, Halle dieselbe für keine götiliche Trariuon. Ich habe mir cs vorgrnommrn, von dieser Materie rer Auflösbarkeit der Eide vorläufig zu schweige». Die Art und Weift wie mir hierin entgegnet uno begegnet worden, hat mich mit Ekel und Ueberrruß erfüllt. Ich hoffe die Zeit nicht mehr fern, wo inan mit größ.rer Unbefangenheit hiervon wird sprechen können unv dann wirr es, so Gott will, an rer Zeit sein, all den Unsinn, was hie:über von den Vertherdigern gesagt worden. ans Lcht;u ziehen. Hr. Frankel ließ sich von seinem leidenschaftlichen Temperament so weit verblenden, um ein Schiersge. richt hierin aiizubietrn, als wenn dies ein persönlicher Streik zwischon idm uns m r und kein; l.wrar.scher wäre, in rem man nur überzeugruren Gründen, aber keinem r.chterl chrn Machisprnch sich ergftbt. Uiid wenn säiumillche Schiedsrichter gegen mich eiiifcheiden, so werde ich, wenn ihre Gründe mich nicht überzeugen, nach wie vor bei meiner Meinung beharren. Ich habe die Beruhigung, trotz allen Bemühung n, mich als Judenfeind, Denuncianten, Berleumrer. Verrätser. Falscher und Gott weiß, was noch Alles, hinzusteilcn, in dir öffentliche» Meinung und Achtung nichts eingebürt zu haben. D.es, wovon ich so viele Beweise habe, muß r»üc vorläufig g-.mgrn. Der Vorrat!) von Schimpfwörtern ist erschöpft und rle Wahrheit bricht sich Bahn. Ich b n bereit, an jedem ras wohl, rwo,bene Verdienst zu ehren und zu schätzen. Möge mir mriu ÄNilufil geschmälert und verkürzt weiden, mir genügt das Bewn'-.ssm res redlichen Sterbens und ForlchenS, und w nn noch hundert Äreiorabbiner von sträflicher Obe fläch- Uchkeit schwatzen, um sich au.' .l,rein streike zu legitimiren, ich werde Don der Stelle nicht weichen: ntnnn b ’DipeD ’mx '2 naaw n*iiQ. 2m Mai 184(5. H o l d h e t m. Die Tradition. Von vr. Elias ©rüarlmuin, Bezirksrabbiner zu Landau. Erster Artikel. Der bedeutendste Gewinn, welchen die Forschungen auf dem Gebiete der jüd.schen Theologie in der neuern Zeit gebracht haben, ist ohne Zwe.fel die Einigung über das Prinzip, das bei der Regelung des religiösen Lebens an die Spitze zu stellen sei. Der bluiv unv krampfhaft an allesGe chncbrne sich anklammcrnde Coiiservatismus, als ob Vas ganze Zudentbuin mt dem Aufge. den irgend e.ner, »üe unsere Zeit und unsere Ver.>äl:nisse nicht be. rechneten und nicht passenden, ccremoniellen Bestimmnug sein viertauwildfähriges Leben aushauchen müßte, ebenso wie die A les, was Religion herßt, kühn und Ulibesonnen verwerfende Neologie, die nur die Gegenwart und ihre oft schnell wie die Moee wechselnden Bedürfnisse allein zu Nathe zieht, mißachtend d:e ganze Bergan, genheit mit ihren doch auch in die Gegenwart tief eingedrückten Spuren, unv die in der M.tte zwischen beiden äußersten Enden in tausend S hatiirungen schwankende Halbheit, die hier ras Wichtigste verkennet, dor en dem Unwesentlichsten mit götzendiei,stliche.r Verehrung huldigt, jene borurrte Verschrobenheit, die vem Aber« glaiibrn huldigt und dein Glauben leichtsinnig den Rücken kehrt, dem Wahne ver'allcn ist und die Wahrheit verhöhnt, die wir der Harlequin mit bunien Fetzen ans allen Jahrhunderten behängen j ist: — diese ewigen Schwankungen, in welche bis vor einem Jahrzeheno die Juoenheit zerfallen war, sie hatten eben darin ih. reu Grund, daß man prinziplos umhertappte, ohne Halt, ohne Schwerpunkt, auf den man sich stützte. Diese P inziplofigkelt hatte aber selbst hrcn Grund darin, daß man die Quellen rheils nicht kannte, theils nicht achtete, Iheils auch zu viel ach.cke, aus wel. chen das Gesainmrjuventhum heute geschöpft wird, bald ganz verschüilete. das reine mit dem unreinen Wasser, bald ganz erhalten wissen wollte, mit jedem Schlamme und jeden, Sieinchen, die sie mit sich geführt. Der Eine leugnete jede Quelle, das schriftliche wie das mündliche Gesetz, der Andere nahm Alles auf, jede Ha« gada, jeden Midrasch, als sei cs unmittelbare Gottesoffeubarung; ein Anderer nahm die Thora an, schauderte aber zurück vor Allem, was den Rainen Talmud führte, mochte es sein, was eS wolle. Da hat die neue.e Zeit mit dem Lichte wahrer Wissen.