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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-09-27 · Heft 39 (27.9.1846) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 39 (27.9.1846)
Date
1846-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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LOS geprüft und nach Befund bestätigt oder nicht. Die Bestä igten können ohne Bewilligung der Negierung nicht entlassen werden. Der Rabbiner oder dessen Substitut muß königlicher Unterthan, der deutschen Sprache mächtig, überhaupt wissenschaftlich gebildet, und von einem guten und sittlichen Lebenswandel sein. Bei der Be' statigung hat der Rabbiner einen feierlichen Eid dahin abzulcgen, daß er den Gesetzen des Reiches durchgehend schuldige Folge leisten, Nichts gegen dieselben lehren oder gestatten, wo er etwas dagegen erfahren würde, solches der Obrigkeit getreulich anzeigcn und in keiner Verbindung irgend einer Art mit ausländischen Obern sich einlassen werde. Der Wirkungskreis der Rabbiner wird ausfchließend ans die kirchliche Verrichtung bcschränkt und von ihm nebst zwei und von der Gemeinde gewählten Mitgliedern wird auch das Kirchenvermögen verwaltet. Die Erlanbniß zum Studium der jüdischen Gottesgelchrtbeit wll keinem jüdischen Jünglinge ertbeilt werden, bevor er von einer öffentlichen Stndienanstalt des Königreichs über seine hinreichenden Vorbereitungskenntnisse ein günstiges Zengniß erhaittn hat." (Schluß sorgt.) Geschichte des Tages. Sabbathbeschlüsse. *) / Frankfurt a. M. im September.)— W r halten richtig vorhergrsehen (No. 37) £r. S. Adler in Alzey werde die in Protest gegangenen Tratten rer diesjährigen R bbincrversamm« lung nicht Roth leiden lassen; vier Vorsteher seiner Gemeinde haben nun wirklich zu Ehren ihres Rabbiners iatervcnirt, wie anS dem in der Allgein.Zeit, des Judenth. vom 31tcnv. M. (No.36) abgedruckten Contreprotest -, wie es dort, wahrscheinlich nach dem Sprachgebrauche der Alzeper Börse, heißt, Antiprotest-Akte hervorgeht. Dieser Akt scheint zugleich ein Anklage. Akt gegen *) Wir gestatten dem nachfolgenden Artikel um so mehr einen Raum in unserem Blatte, als sich unleugbar in demselben das Urtheil vieler der Entichiedensten über die dritte Rabbiner- Versammlung kund gibt, und brauchen, nach dem was wir be. reits selbst über die letztere geäußert, nicht erst zu bemerken, daß wir dem verehrt. Correspondenten keineswegs überall beistimmen. Die Redaction. die hiesigen Reformfreunde sein zu sollen, von denen, wie der muthmaßliche Verfasser, Hr. S. Adler, annahm, die anstößige Verwahrung ausgegangen. Unverkennbar ist die Geistes. und Wahlverwandtschaft dieses Mannes mit Hrn. Stein dahier, in dessen Erklärung gegen jene Verwahrung *) wir ähnliches, freilich mehr verdeckt und nur beiläufig, finden. Jener in seinem Neste einsam horstende Adler konnte sich hierüber täuschen, nicht so Hr. Stein. Die Beiden mögen sich übrigens hüten; wir haben ohnehin Grund zu vermutheu, daß ihren vereinten Bemü- Hungen der öffentliche Aerger vorzüglich zuzuschreiben, welchen die diesjährige Nabbinerversamnilung gegeben, unv wir könnten wohl in die Lage kommen, darüber noch ein ernstes Wort mit ihnen zu reden; sie zum wenigsten harten nicht Ursache mit Andern anzubinden. Auch Hr. Landrabbiinr Wechsler in Oldenburg schrieb die Verwahrung den hiesigen Reforinfreunven zu, unv fano sich veranlaßt, die in derselben enthaltenen „Anschuldigungen mit aller Entschiedenheit und Indignation zurückzuwrisen" **); allein ohne die verbrauchten Stichwörter vom.„Zerstören und Z?r. fallen lassen des Judenthuins und seines öffentlichen Kult ns". (Keine neue Synagoge, keinen neuen Confirmationz. Feiertag re.) die bei Hrn. Stein, unv von „dem Jndenthume entfremdeten Männern, welche der väterlichen Relig on den Untergang ge. schworen", (keine Alzeyer Referate und Anträge), welche bei Hr. S. Adler zu finden. Selbst Geiger scheint in seiner neuesten Drochüre ***), von derselben irrigen Unterstellung auszugehcn, und meint, man hätte „eine besonnenere, unbefangenere Wür. digung gerade von intelligenten Männern erwarten dürfen", er fordert diese auf nicht leichtfertig „mit den Aufreizungen zu sei. »er (des Institutes ver Rabbinerversammlungl Zerstörung umzugehen, sie (die Rabb. - Vers.) in ihrem Streben zu fordern, mit ihrer Einsicht zu unterstützen" re.; Wir thnn uns darauf eben nicht viel zu gut, und wissen, was davon zu halten; doch finden wir jene sich für geistlichen Hochmuth nehmende und gebende Ar. roganz hier ncht zur Schau gestellt, welche die Anschuldigungen der Verwahrung, wo nicht rechtfertigt, doch erklärlich macht. Am übelsten kömmt wieder Hr. Philippson weg. Nachdem er in No. 36 seines Blattes gesteht, daß er in No. 35 mit Unrecht den hiesigen „Reform - Verein für den Urheber der Verwahrung" ausgcgeben. fügt er hinsichtlich der zweiten dahier erschienenen Pro- *) Frankfurter Journal vom 15. v. M., No. 224 Beil. 1. **) Allgemeine Zeitung des Judenthumß, No. 36. ***) Die dritte Versammlung deutscher Rabbiner, Breslau, 1846.

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