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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-09-06 · Heft 36 (6.9.1846) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 36 (6.9.1846)
Date
1846-09-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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385 Das Resultat der Beratung über die Propoftion S sind j folgende Beschlußnahmcu; §. 8) Die Versammlung erkennt cs für wünschenswerth, daß die Genossenschaften einen Gottesdienst errichten, der den von der Reformgenossenschaft anerkannten Grundsätzen entspricht. Es ist indessen den Lokalvorständen überlassen, zu bcurtheilcn ob ein besonderer Gottesdienst in ihren rrspeetiven Wohnorten ausführbar, eben so mit welcher Modifikationen das Vorbild des Berliner Gottesdienstes zu benutzen sei. Das Central - Comitv wird dagegen dafür sorgen, daß die Ge. betbücher und liturgischen Anordnungen des Berliner Gottesdienstes den betreffenden Lokalgenossenschaften mitgetheilt und auf Verlangen auch die bei letzterem befolgten Grundsätze einander gesetzt werden. tz. 9) Die Versammlung spricht es aus, daß cs eine Pflicht der Gesammtgenossenschast, so wie der größern Lokalgenossenschaft sei, die kleinern in diesen ihren reformatorischcn Bestrebungen auf's Kräftigste zu unterstützen und auch den bei ihr angestcllten Prediger bei bcsondern Veranlassungen in kleinern Genossenschaften fungiren zu lassen. Endlich wird noch der Wunsch ausgesprochen: §. 10) Es möge das Central-Comite durch eine geeignete Maßregel den einzelnen in mehreren Orten zerstreuten Genossen zum Anschluß an einander, also zur Bildung einer Genossenschaft Gelegenheit geben. In Bezug auf den Antrag des Obervorstehr Hellnitz wegen Abschaffung der zweiten Feiertage und der Vorabende des Sabbath und der Feste wird beschlossen: „Die anwesenden Deputaten erklären, wie sie es sür sehr wünschenswerth halten, daß die zweiten Feiertage, die aller gesetzlichen Begründung entbehren, ferner nicht als solche .gelten möchten und wollen dieselben in den Kreisen der Genossenschaft nach Kräften dahin streben diesen Wunsch baldmöglichst Zur Verwirklichung zu bringen. Der Antrag, der Vorabend des Sabbath und der Festtage betreffend, wird einer Commission übergeben bestehend aus den ^errn vv. Stern und Behrend und Rcbenstcin. Endlich wird in der sechsten und letzten Sitzung noch beschlossen, daß die gegenwärtige Versammlung eine Ansprache gn die Genossen richte, deren Abfassung dem Ccntralkomite Übertragen wurde, 2, daß eine Zeitschrift für die Interessen der Genossenschaft begründet werden soll. Der Titel derselben, die Art der Herausgabe, die Festsetzung des Preises wie die Wahl des Redakteurs wird dem Ermessen des Comit'eS überlassen. 3, die Versammlung hält es für wünschenswerth, daß ein den j Bedürfnissen der Genossenschaft entsprechendes häusliche» Gebetbuch möglichst bald erscheine und geeigneten Falls durch das Comite unterstützt werde. Die dritte Rabbinerversammlung. (Wir gestatten der nachfolgenden Correspondenz um so bereitwilliger einen Platz in unserer Wochenschrift als sie von einem Manne des sogenannten gemäßigten Fortschrittes geschrieben und den Beweis abgibt, wie selbst von dieser Seite über die Beschlüsse der dritten Rabbiner-Versammlung geurtheilt wird, wo auf den Grund derselben die Hoffnung einer Vereinigung mit der Thcologen.Vcrsarnmlung!! ausgesprochen wird). Die Redaction. (AuS Baiern). — Zm August. Die Rabbiner-Versammlung hat in diesem Jahre ein ganz eigenes Schicksal betroffen. Während dieselbe bei ihrem ersten Auftreten im Jahre 1844, fast von allen Seiten, die unverbesserlichen Hpperorthodorcn ausgenommen, mit Jubel begrüßt und Ersprießliches von ihrer Wirksamkeit für die Heilung unseres krankhaften Religionszuüandes erwartet wurde; während sie im vorigen Jahre noch wenigstens von der Partei des entschiedenen Fortschrittes mit Lob und Weihrauch in zahlreichen Adressen überschüttet worden ist, wodurch freilich der Haß und die Erbitterung der Männer des Stillstandes und des langsamen Vorwärtsgehens theils gesteigert, theils erst neu angefacht worden ist, wurde sie in diesem Jahre nicht allein von ihren frühern Gegnern auf die schon gewohnte Weise mit den Waffen des rohen Spottes und der giftigen Verläumdung angefallen, sondern auch die, welche der letzten Versammlung noch die letzten Lobeserhebungen spendeten, wendeten sich von der dießjährigen feindselig ab, und begnügten sich nicht einmal damit, daß sie ihr alle Theilnahme und Unterstützung für die Zukunft aufkündigten und ihr ins Gesicht sagten, daß sie fortan ihre Beschlüsse sowohl alS ihre Lehren durchaus keiner Beachtung mehr würdigten, sondern sie glaubten dieser Erklärung auch noch den bitteren Tadel und die gehässige Verdächtigung zugefellen zu müssen, indem sie den Rabbinern öffentliche hierarchische Absichten, Anmaßung priesterlicher Autorität und Plane der Verfinsterung vorwarfen. Daß wir hiebei hauptsächlich die von den Frankfurtern auSgegangene im dortigen Journal abgedruckte*) Ber- *) Die zweite in Frankfurt a^M. circulirendeProtestation scheint der geehrte Correspondent noch nicht gekannt zu haben. Die Redaction.

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