Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1846)
- Date
- 1846-08-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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LGS ede Arbeit N2XP2 bl ausgedehnt. Dieses Höhere des Sabbaths aber gründe sich auf das Symbol der Schöpfung und insofern sei es Ceremonie, selber Symbol. Alles Symbolische habe aber in unserer Zeit nicht die Bedeutung wie früher, es sei auch als einem Andern zum Ausdrucke dienend nicht so unverrücklich als das in sich selbst Begründete. Er sei daher der Ansicht, daß alle aus dem Symbolischen, Ceremoniellen des §abbaths fließen. Len Verbote in Collisionen mit andern Pflichten, wie z. B. dem Staatsdienste, diesen Pflichten nachzusetzen, diejenigen Arbeiten aber (de welche gegen das Grundsabbaihkiche, ge. gen den Sabbath als Festtag, verstoßen, auch wenn sie von jenen Pflichten erheischt werden, nicht zu verrichten seien. Den Militär. Dienst aber rechne er zu rnp’5. (Schluß folgt.) tye Rabbiner - Versammlung und die Reformgenossenschaft. (Berlin, im,August.)— Man findet hier auch von Seiten derer, welche nicht zur Neformgenossenschaft gehören, die Erklärung, welche die dritte Nabbincrvcrsammlung auf das an sie gerichtete Schreiben der Resormgenoffenschaft abgegeben, befremdlich, da man nicht cinfthcn kann, wie so das, was von der Versammlung über den Sabbath geäußert worden, der Einrichtung eines Sonntagsgottesdienftes neben dem sabbathlichen widerspricht. Mag cs sein, daß die noch vorherrschenden Ansichten in den Gemeinden die Rabbinerversammlung nöthigten, über den Sabbath sehr gemäßigte Beschlüsse zu fassen. Daß sie aber für sich auf einem viel freieren Standpunkt stehe, ja bereits den buchstäblich —biblischen überschritten, hat sie ja in ihren vorjährigen Beschlüssen über die Opfer und die Rückkehr nach Palästina, welche sie beide als nicht zum Inhalte des reineren Iudcnthumö gehörend erklärte, zur Genüge bewiesen. Wenden Sie mir nicht ein, daß sie dort nur das ncgirte, was bereits in dem Bewußtsein der jüdischen Gemeinden selbst erstorben, ich will ja auch nicht, daß die Herrn Rabbiner den Sonntagsgottesvienst in ihren Gemeinden geradezu einführen, sondern habe ja nur den der Neformgenossenschaft im Auge, welche diesen aus freiem Antriebe und tiefsten rcleligiöscm Bedürftnß eingeführt und gegen den sich zu erklären die Rabbiner-Versammlung selbst von ihrem Standpunkte aus, weder ciu Recht noch einen Anlaß hatte. — Ucbrigens kann ich Ihnen aus zuverlässiger Quelle versichern, daß die Zusch«ft>. der Neformgenossenschaft in der ftcundlichsten Absicht und aus keinem anderen Grunde, als das heilsame Wechselvcrhältm'ß zwischen ihr und der Rabbinerversamnilunz zu erhalten ribgefaßt war, und daß Holrheinr bald bereut, jenes Schreiben im ersten flüchtigen Augenblicke der Anhörung als einen Schcioebricf bezeichnet zu haben. Auch habe ich Grund genug zu glauben, daß die sichtbarlich gereizte Stimmung der R. B. nur eine vorhergehende war und daß im Grunde des Herzens alle wahrhaften Reformfreunde in derselben den Worten ihres Präsidenten bcistimmen, der keinen Anstand nahm, sich kürzlich öffentlich*) in folgender Weise ausznsprcchen. ,/3ch begrüße sie freudig und offen die schönen Pflanzstätten der Versammlungen deutscher Rabbiner und der Genossenschaften für 3keform. Werden jene mit der genauesten Kenntniß des geschichtlichen Iudenthums seine Ausprägung für die Gegenwart vorbcreiten, so werden diese die Bedürfnisse und Ueberzeugungen der Gegenwart an das Licht stellen. Mögen sie friedlich neben und miteinander wirken, „mit Besonnenheit und Wärme frisches Leben wecken! Wenn auch Anfangs befehdet, werden sie sich doch dann als die einzigen Mittel zur Wiederherstellung eines lauteren und lebendig wirkenden Iudenthums segensreich bewahren.,. Ein Opfer der Befchneidnng. (Breslau, im Juli.) — Abermals ist hier ein Kind ein Opfer der Beschneibnag geworden. Die Operation selbst kann nicht Schuld daran sein, da sie von einem sehr geschickten und sehr geübten jüdischen Wundarzte hier verrichtet wurde. Allein nicht konnte derselbe verhindern, daß das Kind sich bald darauf verblutete. Welch' ein Schmerz für die armen Eltern, die nicht einmal die tröstende Gewißheit haben, daß sie der Religion ein Opfer gebracht, da der Zweifel, ob die Religion wirklich rin solches Opfer fordere, auch von Leuten, die nicht tiefer forschen, nicht abgewiesen werden kann. Mich hat'S wenigstens immer eiskalt überlaufen, wenn ich jene talmudische Stelle, daß, wenn zwei Brüder bereits in Folge der Beschneidung gestorben, der nachfolgende von diesem Gesetze dis- resp. suspendirt werden könne, gelesen. Mit welcher Kälte, Härte möchte ich sagen, wird da davon gesprochen, daß wirklich Eltern zwei Kinder in Folge der Beschneidung verlieren können. Wenden Sie mir nicht ein, die Religion fordere einmal *) „In dem Schristchen" vor neun Jahren und heute, Breslau 1816."