Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1846)
- Date
- 1846-08-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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139 Huden unter den Arabern verbreitet, und der Dan? aller redlichen Forscher, die nicht kleinlich mäkeln, oder von- Lieblingsvorstellun. gen nicht abgehen wollen, ist ihm sicher. Einzelnes hat DukeS dann im Orient ergänzt, und die obige Auseinandersetzung dürfte gleichfalls Manches berichtigen und eine übersichtliche Betrachtung erleichtern. Dennoch verdient der von Maim. so sehr geliebte Hchüler es wohl, daß die Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet bleibe und daß seine noch vorhandenen Werke: „die Heilung der See. len", der Ccmmcntar zum hohen Liede und die wissenschaftliche Einleitung in dn, Talmuv, die noch in den Bibliotheken schlummern, von Munk auch nicht untersucht, ja zum Theile gar Zosef gbcr mit Unrecht, abgcsprochen wurden, genau durchforscht werden und so der geisttsllare Mann uns näher gebracht werde.*) Geiger. Gallerte berühmter Israeliten. Mir! aol Friedländer. Geboren in Königsberg in Preußen 1769, gestorben in Paris im April 1824. Unter den berühmten jüdischen Aerzten neuerer Zeit gehört M. Friedlander zu veiijeiiigen, die sich nicht nur in der medizinischen Welt einen ewig bleibenden Ruhm erworben, sondern die mit der ganzen Kraft ihres Geistes das weite Gebiet der theore« tischen und praktischen Philosophie durchforscht und durch Thaten und wohlwollende Gesinnung dargethan haben, daß Kenntnisse und Wissenschaften nur dann ihren eigentlichen Werth bekunden, wenn sie veredelnd auf das Leben rinwirken und Werke der Liebe und Menschlichkeit zu Tage fördern. M. Friedländer war der älteste Sohn des WaarenhändlerS Meyer Friedländer zu Königsberg in Ostpreußen, und erhielt im elterlichen Hause unter Leitung des nachmals so berühmten Zsaac Euchel eine liberale und wissruschafitiche Erziehung. Schon im frühesten Alter entwickelte er viel Talent und Wißbegierve und zeigte außerdem noch eine gewisse Stplfertigkeit im Hebräischen, wodurch er seinen Lehrer zur Herausgabe der hebr. Monatsschrift i,Der Sammler", die erste Veranlassung gab. Zm grreiftrren Al¬ *) Die Nee. ist bereits seit dem I. 1844 niedergeschrieben; die seit der Zeit erschienene Necensson Steinschneiders in Frankels Zeitschrift, so reich sie an einzelnen guten Notizen über gelegentlich erwähnte Männer sein mag, so ändert sie doch Nichts in der hier gegebenen Darstellung. ter ergriff er mit Freuden die Gelegenheit in seiner Vaterstadt, besonders unter Kant, Krause, Hagar, Schulze die philoso* phischen Disciplinen mit unermüdlichem Eiker zu studiren, und begab sich sovann 1767 auf die Hochschulen zu Berlin, Göttingen und Halle, um sich durch den angestrengtesten Fleiß der Arzaejwissenschaft zu bemeistern. Dreß gelang ihm auch, und er erhielt 1791 auf der Universität zu Halle die mericinische Doktorwürde, wovann er zur Bereicherung seiner Kenntnisse während drei Jahre Holland, England, Schottland, Deutschland. Italien und die Schweiz bereiste und namentlich die Hospitäler fleißig besucht», wie dies feine in mehreren Journalen mitgetheilten wissenschaftlichen Berichte darthun. Als so vielseitig gebildeter Mann und als Freund der bildenden Künste, denen er in Mußestunden huldigte, erwarb er sich auf seinen Reisen viele Freunde und Gönner, mit denen er später in gelehrten Briefwechsel trat und die seinen Verdiensten die größte Anerkennung zollten. Zm Jahre 1799 war er einer der Ersten, welche nach Berlin den Schutzpocken-Impfstoff verpflanzten, und so gern er auch in dieser preußischen Residenz gesehen und so hoch er daselbst auch geachtet wurde, wirkten doch die in Deutschland damals überhand genommenen Unruhen dahin, daß er den schon früher gefaßten Entschluß, sich häuslich in Paris niederzulassen, i. I. 1890 wirklich ausführte, wodurch seine Verbindung mit den Gelehrten Frankreichs wiedrrhergestellt war. Zn Paris tpußte man nicht minder, wie in Berlin seine Menschlichkeit und Gelehr. samkeit zu würdigen, in Folge dessen der Kreis seiner medizinischen Praxis sich immer mehr erweiterte und die vornehmsten Häu« ser in sich schloß. So war er, um mehrere nicht zu erwähnen, der Arzt der berühmten Frau von Stael in ihren letzten Lebensjahren. Wiewohl nun unser Friedländer sich tief gekränkt fühlen mußte, daß ihm in seinem Vaterlande, wie in Deutschland überhaupt, wegen feiner Religion all und jeder öffentliche Wirkungskreis versagt war, sc» gab er doch als Schriftsteller seine Verbindung mit Deu^chlcmd nicht auf, und bewies dies vorzüglich durch die in Gemeinschaft mit dem Professor P faff veranstaltete Herausgabe der: Französischen Annalen für die allgemeine Natur, geschichte, Physik, Chem.e rc. (Hamburg und Leipzig 1803)", durch welches Journal Deutsche uns Franzosen gegenseitig ihre Kenntnisse und Wissenschaften näher kennen lernten und in den Stand gesetzt wurden, die Fortschritte in der öffentlichen Erziehung, so wie die getroffenen Einrichtungen in den Armenanstatten richtiger zu benrthrilen und zu würdigen. Außerdem erfreuten sich noch die wichtigsten deutschen, wie das Hufekandsche, und französischen medizinischen Zeitschriften seiner Beiträge und unter den vieleu