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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-08-09 · Heft 32 (9.8.1846) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 32 (9.8.1846)
Date
1846-08-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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140 Arbeiten verdienen besonders seine trefflichen Artikel im Journal de l’Education par Guizot, im Dictionnaire des sciences medicales, die Abhandlungen Moralite, Juresse, Statistiqne medicales, und die Monographien in der üiograpilie universelle und in der Revue encyclopedique erwähnt zu werden. Sein selbstständig gearbeitete- Werk: de l'Education phj'sique de rhomme (Pari- 1815) fand in Frankreich beifällige Aufnahme und in Deutschland 1819 an Dr. Eduard Ochler einen würdigen, sachverständigen Uebersetzer. Für den großen Werth seiner wissenschaftlichen Arbeiten und die vielfachen Verdienste, die er sich in den medizinischen Wissenschaften erworben hat, spricht ganz besonders die erhrenvolle Aufnahme in die berühmtesten und anerkanntesten Gelehrten-Gesellschaften des In- und Auslands, deren er sich zu erfreuen hatte. So war er Mitglied der Societe de l'Eoole de medicine, der Societe academique et de l’Athene de medicine de Paris, der königl. bair. Akademie der Wissenschaften zu München und der phpstsch-medizinischen Gesellschaft zu Erlangen, die alle in ihm einen rüstigen Anbauer der Wissenschaft verloren; denn sein unermüdlicher Fleiß ließ noch so mancheschöne Werk erwarten, wenn der Tod ihn nicht so früh der Welt entrissen hätte. Seiner uneigennützigen wissenschaftlichen Thätig« keit entsprachen auch im vollen Maße seine moralischen Eigenschaf, teu und Tugenden. Jeder wissenschaftlich Gebildete fand in seimm Haufe die freundlichste und beste Aufnahme und nie und nim, mer versagte er Jemanden, so weit eS nur irgendwie in seinen Kräften stand, eine Unterstützung oder einen Nachweis, solche in pekuniärer oder in wissenschaftlicher Hinsicht zu erlangen; so daß Reisende, welche seiner Bekanntschaft sich zu erfreuen hatten, nicht genug seine Dienstfertigkeit unv Zuvorkommenheit loben konnten. Als ruhiger Beschauer des Lebens blkeb er unverheiraihct und Verwendete daS vnrch feine Kenntnisse erworbene Vermögen auf die geistige Ausbildung feiner Neffen, denen er aufs väterlichste mit j Rath und That zur Hand ging. Für die M Paris lebenden Deutscheu war er einer der Hauptärzte und bemühte sich überhaupt die Früchte seiner Kenntnisse und wissenschaftlichen Thätigkeit seine eeutschcn Mitbrüder genießen zu lassen, und pünktlich und zur größten Zufnkdcuheil besorgte er die ihm von dem preuß. Ministerium ber geistl.cheu Unterrichts, und Merizinalangelegenhekten geworrenen Aufträge. Lieber als am Krankenbette verweilte er am Pulte, in Gelehrten-Gesellschaften unv in wissenschaftlichen Soireen, und trrf. scnr unr scharf waren stets feine Urtheile und Antworten, weshalb er gerne gesehen und schmerzlich vermißt worden ist. In den letzten Jahren seines edlen und rühmrcichen Lebens verfaßt^ er auf Ansuchen des humanen EankierS Delessart die noch heute brauchbare Schrift: „Ueber die Armen-Verpflegungsanstalten und Gefängnisse" die mit einer Ueberstcht über die reiche Literatur dieser wichtigen Gegenstände versehen ist. Erhebend und besonderzu beachten ist seine wahrhafte Frömmigkeit und feine Liebe und Treue zum Glauben seiner Väter, den er als den reichsten Schatz betrachtete und dem er mit Innigkeit unv mit der ganzen Fülle seines Herzens ergeben war, so daß er am Ende seiner Tage verordnete: Man solle bei seinem Leichnam die Phplaeterien (Tefik. lin) den Gebetmantek (Talit) legen, wie er sich ausdrückte: pour servir ä nies co-religionnaires comme Symbole de la religion, dans laquelle la providenee m’a fait näitre. et qui m’a paru etre aussi favorable, que tonte autre( au perfectionnemenfc moral et des plus favorables ä la liberte de la pensee. Dr. K. Ivtswicz. (Fortsetzung folgt.) Literarische Anzeige«. Im Verlage von L. Weyl <Sc Comp, in Berlin ist so eben erschienen und in allen Buch- und Kunsthandlungen, in Frankfurt a. M. bei C. Jügel, zu habe«: Sir Moses Montefiore vor Mehemed Ali und Nieolaus L., nach der Natur gezeichnet von Ed. Krüger, Preis / l. 21 a*. Sir Moses Montestore in der Synagoge zu Berlin, nach der Natur gezeichnet von Ed. Krüger, Preis 36 gcfe. In meinem Verlage ist erschienen und durch alleBuchhaUVlungcn zu beziehen: Fünf Sendschreiben der großen Mehrzahl der Mitglieder der Breslauer Israeliten - Gemeinde an Herrn Rabbiner Or. Geiger - und an Sich selbst gr. 8. Preis geheftet 5 Sgr. Diese Sendschreiben, welche die Stellung eines bekannten jüdischen Theologen zum positiven Judenthum einer scharfen Kritik unterwerfen, dürften auch in weiteren Kreisen dasselbe! Interesse erregen, daS sie bei ihrem Erscheinen in der Nähe de- Bcurthcilten erregt haben. nr - , 1 4QArt Verlagver I. E. Hermann'sche« Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offeubach.

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