Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1846)
- Date
- 1846-08-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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»3@_ Studium und drr Ausarbeitung eiwger Schriften widmend, lebte Josef im Kreise der Sefnigen, nachdem ihm von seinen zwei Frauen einige Söhne und Töchter geboren waren bis zu seinem Ende, welches ihn am Ende des November 1226 in dem Alter von einigen und fünfzig Zähren traf. Sein viclseilig gebildeter Geist und seine enge Verbindung mit Maimonives verfehlte nicht, ihn, trotz vielfachen anderen Beschäftigungen, auf die Bahn des Schriftstellers zu führen, und hier eben finden wir seine Vielseitigkeit wieder. Medicinisch - diätetisch ist 1) seine Schrift: Anleitung über den Genuß der dünnen und drr dicken Speisen; streugphilosophisch: 2j eine kleine Abhandlung über das absolut Seiend: (Gott), über die Art, wie die Dinge durch ihn entstehen, Weltschöpfung, zur Berichtigung und Vervollständigung maimonidischer Anfichten über diesen Gegenstand, hdschr. in Paris und Leyden; moralphüosophisch in ascetisch beschaulicher ist 3) sein Werk über die Heilung der Seelen, in der Bodlefana '); exegetisch, nach der von Maimonides besonders beliebten philosophisch symbolischen Methode ist 4) sein Commcntar zum hohen Liede, in der Bodlefana 3); den Talmud behandelt wissenschaftlich 5) sein als „Abhandlung über die Maße" bekanntes Werk, das aber mehr umfaßt, nämlich eine Einleitung in den Talmud, wo zuerst in 12 Abschnitten über Namen, Zeitalter, besondere Venennungen und gesetzliche Autorität der Thannaim, den Sinn der ansdrücklich als traditionell bezeichncten Bestimmungen tTD1 2?" TDD) und Ähnliches, ganz nach Art der Eml. des Maim. zu seinem Mischnah-Com mentale, dann aber in sechs Abschnitten über talmudische Maße, Zeitrechnung und Münzen gehandelt wird, in drr Bvdlechana und in Triests). 6) Einzelne talmudische Ent. scheiduiigcu werden von ihm angeführt bei Salomon b. Simon 1) Die verschiedenen Titel für die hebr. Uebersetzung vergl cbcnd. A. 3 und 4. 2) Daß dieser unserm Zosef «»gehört,-^ nicht zu bezweifeln. Sakkhulh in Juchaßm legt ihn dem „trefflichen Schüler des Maim." bei, was der gebräuchliche Ausdruck sstr unfern Josef ist, die Stelle, welche Zarzah in Mckor Chafim (22 b) im Namen des „befreundeten Schülers des Maim." ansührt, ist, und zwar in wörtlicher Uebersetzung von Dechai b. Ascher (vergl. A. 6) aus dem Com. zum HL. eines jüdischen talmudisch gebildeten Philosophen aus Ceuta ausgrzogen. Es ist demnach I. 'Akhoin, dem derselbe beigelegt wird, dasselbe mit unserm Zosef und die Bezeichnung desselben als I. Ha-Khohen bei Andern wohl blos fehlerhaft, vgl.A.4. 3) Dieser Inhalt findet sich in dem Manuscripte, welches Luzzato in Triest gesehen; da nun der Name des Vers, hier ganz übereinstimmend lautet mit dem Namen des Verf. von Nr. 3 in der Bodlefana, welches unserm Josef ohne Zweifel angehört, so ist dessen Autorschaft auch für diese Schrift nicht zu beanstanden. Duran (Gutachten Rr. -55), nämlich seine, von Abraham Maimonkdes gebilligte Anordnung, das Abendgebet UD'Zütfn ohne Schluß, fegen zu sprechen, sowie auch Bezalel Aschkhcuase (Ga. 20) im Namen des Simon b. Zemach Duran über eine Erklärung spricht, welche Zosef, Ehananel b. Chuscheel folgend, über die sogenannten „zwei Haare" als Pubetätszeichen gegeben habe. Endlich rühmt 7) Jehudah Chariss feine hebräisch-poetischen Leistungen, von de. nen jedoch weiter Nichts bekannt ist. Ob er seine metaphysischen Untersuchungen, die er selbst in seiner Schrift über das absolut Seiende re. (Nr. 2) anführt, wirklich ausgearbcitet oder blos als Notizen für eine spätere, aber unterbliebene Ausarbeitung bestimmt hat, ist unbekannt. Josef hat alle seine Schriften in arabischer Sprache abgesaßt. Die meisten in dieser Sprache nach der Zeit des Maimonides abgefaßtcn Werke traf das Geschick, daß sie selten übersetzt wurden, selbst wenn sie von bedeutenden Männern Zerrührten, und daher auch ziemlich unbeachtet blieben; so erging es den Werkendes Abraham Maimonides, so den vortrefftichen Arbeiten des Thanchum Zeruschalim, über den ich mir eine weitere Besprechung Vorbehalte, so eine Schrift des 'Obadiah b. Abra, Ham Maimonides'), den Werken des Jehudah b. Nissim Malkhah und vielen anderen. Unser Josef blieb von diesem Schicksale nicht verschont, obgleich drei seiner Werke und zwar die Nr. 2, 3 und 5«) übersetzt, zwei andere, die Nr. 4 und 5 im Originale vorhanden sind; dennoch finden seine Schriften geringe Beachtung, und nur wenige Anführungen haben ihn im Andenken erhalten. Im I. 1637 beschäftigte sich Napoport mannigfach mit ihm, und der damals mit ihm geführten Correspondenz verdanke ich manche Nachweise von Stellen. Allein durch seine gründlichen arabischen Studien und durch seine glückliche Benützring der handschriftlichen Schätze, namentlich in Paris, hat Munk in der unserer Untersuchung zu Grund gelegten Schrift ganz neues Licht über Josef selbst, wie über seine Zeit und die Lage der damaligen 1) Der nun bei Znnz befindliche Codex, welchen ich kurz B. V S. 443 A. meiner Zeitschrift genannt hale, enthält vorn, wo jedoch einige Blätter fehlen, diese bis jetzt ganz unbekannte Schrift in arab. Sprache; sie giebt, an des Verf. Sohn Abraham gerichtet, moralische Anweisungen mit philos. Symbol sirung von Bibel- Versen, sowohl Geboten als Erzählungen, und das Epigraph lautet: orroMTa nnay rrcnnba* nion Vs? po’o Sa paan nm ia»a*i »a b"j renn. - 2) Die Schrift Nr. 5 ist übersetzt von Abraham Zeruschalim, und zwar ist nach dieser Uebersetzung das Exemplar in Triest angefcrtigt, während die Bodlefana das Werk im Originale enthält.