Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1846)
- Date
- 1846-08-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Literatur-Blatt Mm Israeliten des 19. Jahrhunderts. enthaltend: Abhandlungen, Aufsätze, Recenfionen, literarische Aphorismen re. rc. für die gesammte höhere Wissenschaft des Judenthums, und unter Mitwirkung von Geiger, Holdheim, S. Hirsch, Jost, Rießer, Herzfeld, Wechsler, Maier- Rebenstcin, Stern, Dukes, Adler und vieler anderer Gelehrten redigirt und hcrausgegeben von vr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschcm Land-Rabbincn in Eisenach. Nr. 33< Sonntag den O. August 184:6. 1. Jahrgang. Haleb und die Provence in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Erster Artikel. Jöfeph b. Jehudah ebn Schim'on. Hotice sur Joseph hen-Jehouda ou Aboul’ Hadjadj Yousouf ben Ya’hya al-Sabti al-Maghrebi, disciple de MaTmonidej par M. 8. Munk (extrait Nr. Ilde l'anne 1842 du journal asiatique.) Paris, linprimerie royale 1842. 73 S. 8. (Schluß) Er hatte nun die Absicht, sich nach Bagdad zu wenden, um dort als öffentlicher Lehrer im Talmud mit philosophischer Behändlung der religiösen Fragen aufzutreten; allein sein väterlicher Freund, den er darüber um Rath fragte, rieth ihm davon ab, ermahnte ihn, in dem Talmudstuvium nicht weiter zu gehen, als blos seinen Mischnah Thorah in Verbindung mit Jsaak's b. Jakob Halachoth zu studiren und nur dann, wenn er zwischen diesen beiden Werken Abweichungen finde, in den Quellen nachzuforschen, jene ewigen Diskussionen in der Gemara selbst und gar über dieselbe seien blos Zeitverlust, er solle vielmehr seine Zeit wissen, schaftlichen Studien widmen, aber auch in-ihnen nicht einen Erwerbzweig suchen, da er nur dieselben Zänkereien erfahren würde, welche auch ihm sein Leben erschwerten und die er zwar mit Gleichmuth ertrage, aber dem jüngern Manne nicht aufgrbürdet sehen möchte, vielmehr rathe er ihm, -sich durch Handel' eine unabhängige Stellung zu verschaffen. Josef folgte ihm und besuchte zum Zwecke seiner Geschäfte Persien und Indien. Bei einer sol. cheo Reise, um 1192, wohnte er in Bagdad der öffentlichen Ber« dammung der astronomischen Schrift eines arabischen Philosophen Sl-Rokn *Abd al-Salam durch einen fanatischen Prediger bei; den «reis vorzekgend, womit der Himmelsglobus dargestellt werden solle, beklagte dieser das Unglück, das durch solchen Unglauben erzeugt werde, zerriß das Buch und warf es ins Feuer, der Vers, aber blieb bis zu seinem Tode, 20. Mai 1193, im Kerker. Jo. sef beklagte einen solchen unwissenden Fanatismus und mochte sich Glück wünschen, daß er als Kaufmann diesem fanatischen Treiben nicht unterworfen war, umsomehr, da sein Geschäft gewinnbringend war und es ihm bald gelang, in ländlicher Muße zurückgezogen den Wissenschaften leben zu können, die er auch Schülern mittheilte. Seine wissenschaftliche Bedeutung verschaffte ihm bald einen angemessenen WirkungSk^iS; er ward Arzt am Hofe de« EmirS Faris.Eddin Maimun el-KaSri, woselbst er auch die Bekanntschaft deS Wesirs an diesem Hofe, deS Geschichtschreibers el- Kifti machte, der sein treuer Freund und dann auch sein Biograph wurde, deßgleichen wurde er zum Leibarzt deS Königs el.Taher Gasi, SohneS des berühmten Saladin, ernannt. Um 1217 traf ihn in Haleb der reifende Schöngeist, Juda b. Salomo Tharifi aus Marseille, der ihn in seinem Tachkhemoni vielfältig preist. Nach dem Tode des Maim., welcher 1204 erfolgte, wagten sich übrigens die Anfeini^gen, welche bei dessen Lebzeiten mehr versteckt und in kleinlicher Weite hervortraten, muthiger an daS Tageslicht, und die Verehrer^nd Schüler des Maim. tief davon ver. letzt, boten ernstliche Gegenmittel auf. Josef, der mit der Herzlichsten. Liebe gegen den großen Mann erfüllt war und die viele» Kränkungen kannte, die ihm das Leben verbittert hatten, mußte ' eS als hohe Pflicht erachten, da« geweihte Andenken an ihn ungetrübt zu^xhalten. und so war er über die kecken Verdächtigungen eine« Bagdader'S, Daniel, — wohl derselbe, den Charifi unbestimmt und uneigentlich einen Schüler Josefs nennt — im hohen Grade entrüstet, so daß er die mächtige Hülfe deS dortige» SchuloberhaupteS David anrief und erhielt, wo dann Daniel zum Schweigen gebracht wurde. So in hoher Ehre stehend, «inem wissenschaftlichen Lehensberufe hingegrben und feine Muße dem