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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-08-02 · Heft 31 (2.8.1846) · page 10

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 31 (2.8.1846)
Date
1846-08-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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134 bete, welches als rabbinische Pflicht für Frauen und Männer gleich gilt, nicht ausreichen. Wenn daher Frauen die Männer ibrer Gebetpflicht dennoch nicht entledigen können, so kann der Grund hiervon kein ««derer als der sein, weil ihnen die erforderliche Eigenschaft die Gemeinde, zu der sie nicht gehören, zu rcpräsentiren, abgeht, weil sie nicht -P33 rp^tP sein können. Die Stellung, welche dcr Vorbcter in dem Cultus nach unfern von den rabbinischen abweichenden Begriffen einzunehmen bat, wird auf den Inhalt dessen zu beschränken sein, was der deutsche Name: Vorbcter, Vorsänger, bedeutet, nämlich auf die äußere Ordnung und Einheit, die durch eine des Gesanges und drS Vortrages kundige Person in den Gottesdienst gebracht, wobei aber von der Bedeutung des Namens "lös rr1?# Abgeordneter oder Bevollmächtigter der Gemeinde, noch mehr von dem Gedanken, daß Jemand seiner Andachtpflicht durch den Vordeter entledigt werden könne, gänzlich abzuschen istHDJn unse. ren Begriffen cristirt keine Gebetpflicht noch weniger ein Pflichtgebet i« rabbinischen Wortsinne, sondern nur eine Andachtpflicht, die jeder Einzelne verrichten muß und in der Gemeinsamkeit nicht aufgeht, sondern Anregung findet, wie diese wieder durch den Borbeter Ordnung und Förderung ihres Zweckes erhält. Die Qualification des Vorbetcrs wird bei der sittlich religiösen Ueberzcugung, die er mit der Gemeinde thcilt, und wodurch er ein Mitglied derselben ist, lediglich durch die Anforderungen, die in Rücksicht der durch ihn zu erhöhenden Einigung der Gemeinde zur gemeinschaftlichen Andacht zu stellen sind, bedingt sein. Das Institut des Vorbetrrs deckt am klarsten den schroffe» Gegensatz, der zwischen dem rabbinischen Cultus und dem unsrigen stattfin- Haleb und die Provence in der Ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Erster Artikel. Joseph b. Jehudah ebn Schim'on. >otiee sur Joseph ben-Jehouda ou Abool’ Hadjudj Yousouf ben Ya’liya al-Sabbi al-Magbrebi, disciple de MaTmoaide; par U. S, Munk (extra.it Xr. Ilde Tanne 1842 du journal asiatique.) Paris. Imprimerie royale 1848. 73 S. 8. Die Blüthe, welche die arabische Bildung auf ihrem Zuge aus dem Oriente durch Nordafrika nach Spanien immer schöner entfaltet hatte, wurde um. die Mitte des 12. Jahrhunderts durch | den Fanatismus der wilden Almohaden niedergedrückt. Nur der Islam sollte herrschen, und selbst in ihm war die Philosophie verdächtig; das .Bekenntntß der jüd. und christl. Religion war verpönt. Zwar begnügte man sich mit äußerer Anhänglichkeit am Islam, und wenn auch Synagogen und Kirchen zerstört und in Moscheen verwandelt wurden, so störte man doch gottesdienstliche Zusammenkünfte, häusliche Andachten und häusliches Studium nicht; Abn-Iusuf wußte auch wohl, daß er den neuen Moslemen nicht trauen könne, gestattete daher keine Heirathe» derselben mit den ächten Arabern, befahl ihnen, eine eigne Tracht anzulcgen, doch drang er nicht inquisitorisch in Wohnung und Gesinnung ein. Wenn nun durch diesen Zweigs Einige, unv selbst aus berühmten Familien, zu wirklichem Uebertrifte veran- ^ißt wurden, wie Isaak, der Sohn des Abraham den 'Esra, der früher als hebräischer Dichter glänzte, Samuel, Sohn des Jebudah 'Abbas, der sogar nach seinem Uebrrtritte eine Schmähschrift gegen die Iu^n verfaßte und Jehudah Ha-Levi's Khusari zu widerlegen unternahm:*) so ertrugen die Meisten eine Zeit lange diese unnatürliche Lage, ermuthigten sich gegenseitig, suchten jedoch allmälig ihre Angelegenheiten so zu ordnen, daß sie ihren Aufenthalt mit einem andern vertauschen konnten, wo der öffentlichen Ausübung ihrer Religion kein Hinderniß in den Weg gelegt wurde. Schon am Ende ver ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden Juda Ha-Lcvi und Abraham Ebn Esra vor dem Schwerte des wüthenden Thumarth flüchtig; die Sehnsucht des erster« nach Palästina reifte zum Entschlüsse, die Unruhe des letzteren trieb ihn in den verschiedensten Ländern umher. Die Ruhigeren wandcrtcn zum Theile nach der nahen Provence, wo sie zwar nicht die arabische Bildung, aber Ruhe und einen empfänglichen Sinn bei den Bewohnern fanden und Vermittler der in Spanien gewonnenen Erkenntniß für die gesammtc Judenheit wurden; zu ihnen gehören z. B. Abraham b. Chija, Juda b. Barsillai, Juda b. Saul Thibbon, Josef b. Isaak Kimchi u. A. Ein größerer Theil aber mochte, wie eS scheint, die arabische Heimath nicht aufgebcn und zog es vor, andere Gegenden aufzusuchen, in denen die arabische Zunge und Bildüng herrschte, aber der Fanatismus der Almohaden nicht eingedrungrn war. Allerdings hatten diese eine weitere und beschwerlichere Reise zu machen; sie mußten zuerst afrikanische Gegenden, welche dem gleichen Drucke unterlagen, zum zeitweiligen Aufenthaltsorte wählen, um keinen Verdacht zu erregen, *) Der hier anzuzeigrnden Schrift S. 8 A. und S. 16 A. vergl. Orient 1846 Bbl. Rr. 9 S. 36 und ifrael. Annalen 1842, Nr. 11 S. 84 A. **.

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