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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-08-02 · Heft 31 (2.8.1846) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 31 (2.8.1846)
Date
1846-08-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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gegebene« inuem und äußern Berhältnissen weder thunlich rwch «öthig ist, so finden doch gewiß unter günstiger« äußern Umsiäuben weit ausgreifende Reformen hier einen empfänglichen Boden vor. Eine kleine Minorität hängt noch, aber mit blindem Eifer dem liebgewonnenen Men an, die sich aber immer mehr lichtet und der es an einem tüchtigen Oberhaupt bald fehlen dürfte, da ihr Koryphäe, Rabbi Wolf Hamburger, ein sehr alter Man« ist, wenn es ihnen, wie wahrscheinlich, nicht gelingt, einen nahen Eisrer nach Fürth als Gegenrabbiner zu bringen und wozu fie bei der allerhöchsten Stelle dermalen alle Anstrengungen machen. Wie ich aus dem Munde eines dieser Richtung Angehörigen gehört, proponiren fie, der Gegenrabbiuer solle auch wie Rabb. Löwi aus Gemeindewitteln erhalten werden. . Bei uns ist Alles möglich! Nur über die dortigen Bilvungsanstalten einige Worte. (Fortsetzung folgt.) Entgegnung. (Mannheim, im Juni.) — Ein auswärtiger Freund, wissend, daß man Fch hier um die Interessen des Orients nicht kümmert und darum den Blick dahin nicht richtet, schickte mir eben Nr. 20 dieser Zeitschrift mit dem Bemerken zu, daß mein Bericht in Nr. 51 —52 des Israeliten dom v. I. mehrfache Angriffe in demselben erfahren habe. Obwohl nun mein Gegner in Charakter, Ansichten und Richtung eben soweit von mir abweicht, als wir örtlich von einander entfernt find — er wohnt in der äußersten südlichen Ecke des badischen Landes, während ich an der nördlichen Gränze desselben wohne — somit eine Vereinbarung mit ihm nicht wohl in meiner Absicht liegen kann, so glaube ich doch dem lesenden Publikum gegenüber eine Verständigung herbeiführen zu müssen, zumal auf den Mitarbeitern dieses Blattes die schwere Beschuldigung der Verläumdung und Verdächtigung, deren mich mein Gegner anklagt, nicht lasten lassen zu dürfen. Welche Absichten ich bei meinen Mittheilungen über die sogenannte badische Rabbinerversammlungen gehabt, darüber bin ich Niemanden Rechenschaft zu geben schuldig, am allerwenigsten steht einem Andern aks dem, der Herz und Nieren prüft, ein Urthcil darüber zu. Es kann sich lediglich darum handeln, ob ich in meiner Darstellung der Wahrheit treu geblieben unv nichts Unrichtiges mit einffießen ließ; dies abet roa$t mein Gegner bei aller Gereizheit nicht in Abrede zu stellen. Er ist ungehalten darüber, baß ich seine unvollständige, beschönigende Relation in der Frankelschen Zeitschrift zu ergänzen und dadurch in das wahre Licht zu setzen mir herausgenommen, daß ich-die Quantität und Qualität der Theilnehmcr an dieser R.-V.. iu das . richtige Verhältniß. zu bringen gesucht habe, wodurch das -S-chverhältniß ein ganz anderes Ansehen gewinnt, als das ist, welches mein Gegner hervorleuchten lassen wollte. Er ist aber nicht so dreist, meinen Angaben den geringsten Widerspruch entgegen zu setzen, sondern beschwert sich blos, daß ich — der von ihm beliebten Manier folgend — „die kleinsten Vorfälle des Breiten besprochen habe." Auch hier gebe ich wiederum der Wahrheit die Ehre offen zuzugestehen, daß allerdings die Thatsache, daß einige badische Rabbinen zusammengetretcn, um — Alles beim Alten zu lassen,, viel Aufhebens nicht wcrth sei, und es besser und klüger gewesen wäre, davon ganz zu schweigen. Allein wer hat das Publikum zuerst mit dieser inhalts- und bedeutungslosen Geschichte behelligt, ich, oder mein Gegner? Hätte dieser geschwiegen, oder auch die ganze Wahrheit erzählt, ich würde fürwahr kein. Wort darüber verloren haben. Man fragt mich: Woher ich die Verhandlungen, die doch nicht öffentlich waren, erfahren habe, und verfällt auf die einfältige Auskunft, „ich müßte entweder an der Thüre gehorcht, oder vertrauliche Mittheilungen verrathen haben." Weit gefehlt, mein lieber Herr- Schott l Ich habe von vorn herein Jhrpl Verhandlungen so wenig Werth und Aufmerksamkeit zugewendet, daß ich nicht in Ihrem Sitzungssaale, um wie viel weniger hinter dessen Thüre Platz nehmen wollte. Woher ich aber dennoch so gut und genau von allen Vorgängen unterrichtet worecn, das will ich Ihnen, da Sie es doch zu wissen wünschen, ohne Rückhalt offenbaren. Je weniger Bedeutung die hiesige Gemeinde dieser R-B. beilegte, je ge. ringer die Erwartungen waren, die man sich von den dabei bc. thriligken Persönlichkeiteil versprechen durfte, desto mehr steigerte sich das Interesse an den Aeußerlichkeiten derselben, an ihrem Verhalten inner- und außerhalb ihrer Versammlung; man war begierig nicht die Resultate, wohl aber den Inhalt and die Form ihrer Verhandlungen kennen zu lernen, über welche Gegenstände diese sich erstreckten und in welcher Weise sie sich bewegten. Solchergestalt gelang es den Nachforschungen Einzelner den Schleier zu lüften und Manches zu Tage zu fördern, was der geselligen Unterhaltung Vorschub leisten konnte. Daß ich nun dem allgemeinen Stadtgespräch meine Ohren nicht verschloß und mich über Alles genau zu verlässigen suchte, das, Hr. Schott, hat Ihnen mein von Ihnen angeftindeter Bericht bewiesen. (Schluß folgt.) Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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