Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1846)
- Date
- 1846-08-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2566751-2567017-2567049--2192-2570210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
243 ner Ueberzeugung, aber auch die des Andern ehrend, mit strebendem Eifer aber auch durchdrungen von der Liebe, mit ernstem Worte und mit der Gesinnung. Möge unser Tbun Wohlgefallen unserm ewigen Horte und Wohlgefallen unserer Hände Werk rc. Veränderter Commissionsbericht über den Sabbath, vorgelesen vom Referenten vr. Geiger, in der Sitzung vom 13. Juli 1846. Meine Herren! Zudem Sie sich anschicken, den Bericht der Sabbath-Commission und die darauf gegründeten Anträge, wie sic in den Protokollen der zweiten Versammlung niedergelegt sind, Seite 349—358, der Discussion zu unterwerfen, muß die Commission voranschicken, daß sie von dem im vorigen Jahre übergebenen Berichte nun hauptsächlich darin abweicht, daß wenn sie früher in der Ruhe, durch welche die Weihe erzielt werden soll, lediglich das Aufhören der werktägigen Arbeit gefunden hat, sie nunmehr für diesen Zweck das Unterlassen jeder anstrengenden Tbät i g k c i t für ebenso nöthig hält; wenn sic demnach früher das Verbot der Arbeit hauptsächlich auf diejenige beschränkte, welche dem Verkehre und dem Geschäftsbetriebe angehört, so muß sie nun außer dieser auch diejenige als verboten angcben, welche, wenn auch nicht dem gewöhnlichen Verkehr angehörig, doch einen größeren Aufwand von Kräften crforderr. Sie glaubt nun den Begriff der Feier, wie das Judenthum sie verlangt, bestimmter ausgedrückt zn haben, muß aber dann auch demgemäß ihre Anträge modificircn. Erwarten Sie hier nicht eine vollständige Motivirung, und ebenso bei den Anträgen nicht ein Eingehn in Speciali« taten; bei der Debatte werden die Mitglieder der Commission diese fernere Motivirung sich gestatten, die Specialitäten aber führen in das Gebiet der Casnistik, anö dem wir gerade die Religion retten wollen. Die Heiligung des Sabbatks in Gesinnung und Leben muffen wir wieder herzustellen suchen, und so sehr wir die cntgegenstehendcn Schwierigkeiten erkennen, so muffen wir doch die allgemeinen Punkte, welche hier nothwendig in Betracht kommen, hinstellen, die Eonsequenzen im Einzelnen theils der weiteren Debatte, theilS dem Gewissen des Einzelnen überlassend. Indem nun die Commission es als eine der wichtigsten Aufgaben für das Judenthum der Gegenwart hält, die Wiederherstellung einer würdigen Sabbathfeier anznstellen, schlägt sie Ihnen Folgendes vor: 1) Die Versammlung wolle erklären, daß die Aufmerksamkeit dahin gerichtet sein müsse, durch erhöhte gottesdienstliche Feier die Heiligkeit des Sabbaths immer lebendiger ins Bewußtsein zu rufen, daß zur Weihe ferner nothwendig ist die Enthaltung von aller Thatigkeit, welche der werktägigen gewerblichen Beschäftigung angehört oder welche eine Anstrengung erfordert, während hingegen eine jede nicht gewerbliche und nicht an strengende Thätigkeit erlaubt ist. 2) Die Versammlung wolle ferner erklären, daß d»c würdige gottesdienstliche Feier des Sabbaths von solcher vorzüglichen Bedeutung ist, daß für sie auch eine Thätigkeit, welche anstrengend ist, nicht untersagt sein kann, daß demnach Alles, was zu einer würdigen Ausstattung des Gottesdienstes gehört oder was dem Einzelnen erst die TKeilnahme an einem erbaulichen Gottesdienste möglich macht, auch durch einen Juden geschehen dürfe. 3) Die Versammlung wolle ferner erkläre», daß wo Lebensgefahr drohe oder wo zu erwarten ist, daß eine herbei geführt werde. Alles zur Abwehr desselben erlaubt, ja geboten sei. 4) Die Versammlung wolle endlich erklären (wie früher 5) Die Commission weiß, daß sie einen der wichtigsten Punkte hier übergangen hat, nämlich die oft entstehende Collission der Sabbath - Heiligung mit dem zeit lichen Lebensglücke undweiß es gar wohl, daß nicht damit geholfen ist,^wcnn man das Drängen des Lebens ignorirt; allein sie bekennt es offen, daß sie darüber zu einem übereinstimmenden Resultate zu gelangen nicht vermochte, und behalten sich die einzelnen Mitglieder derselben ihre besonderen Anträge über diesen Punkt vor. Möge die an diese kurzen Sätze sich anschließende Discussion ein fruchtbares, das Leben reifendes Resn!-