Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1846)
- Date
- 1846-07-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2566751-2567017-2567048--2181-2570198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
337 die r6n (j. die oft angeführten Mischnahstellen) einem pt7p jro oder einem inp1? ^ru gegeben, der sie essen durfte. In unserer Zlit aber, wo der Gebrauch die r6n einem Kohen zu geben, längst ans dem Leben! geschwunden ist, und damit die nPn nicht nur ihre alte j *53c Deutung, sondern auch die Form der altern Ansnbnng ganz und gar verloren hat; in unserer Zeit, wo rwtn nnrtp üp1? ihre Anwendung verloren baden,! weil die Empfänger nicht me kr da sind (siebe j u-d i"' nie», wo alle übrigen Priestergaben, rnnnn D3’pi E"rh j/m wn mtwn nnpj/Di bis auf den letzten Grund verschwunden sind, — da denke ich, wäre es au der Zeit, den ganzen Gebrauch, der für uns, wie wir gesehen, weder mosaisch noch rabbinisch geboten ist, weder Bedeutung noch Form hat, mir voller religiösen Ueberzeugungskrast und Entschiedenbrit als eine leere nicht ssa g e nde G e w o h n K e i t, ja, w e n n d i e ü b l i ch e nD"G d a z u gesprochen wird, als eine gotteslästerliche, weil lügnerische, Handlung zu erklären. Es ist offenbar, daß nur die wirklich erschütternde Drohung, womit die MsschnaK (Sabb. 31. b) die msra r6n den Frauen eingeschärft hat, dieser Gattung von 1 einstiger Priestergabe eine längere, wenn auch formell ganz anders gestaltete Eristen; erwirkt hat, als den j übrigen Prieftergaben zu Theil geworden; es ist ober! auch offenbar, daß eben diese Mischnahstelle, nur von! solchen Zeiten und Gegenden redet, wo nPn überhaupt verbindlich gewesen, und unter dieser Boraussetzung es nur in sj>eeio den Frauen auferlegen will, keinesfalls aber damit die Bcrbindlicl)keit überhaupt zu verewigen beabsichtigt. Ter Nabbinerversammlung steht es zu, durch eine offene Erklärung die Masse darüber zu belehren. Geschichte des Tages. Der Fortschritt. t lFrankfurt a. M., im Juli.) — Bezweifle wer da will den Fortschritt in der Judenheit, für uns würde solcher schon aus nachstehender Anzeige, wie sie sich im hiesigen Journal abgedruckt fand, nnwiverrustich folgen: „Mit obrigkeitlicher Bewilligung wird der in ganz Europa bekannte und berühmte Wundcrmann Professor Rabbi Hirsch Dänemark Proben seiner unbegreiflichen Wundergaden. die das höchste Erstaunen erregen, abzulrgen die Ehre haben." Wie verschieden von den Schaßpolaken früherer Zeit! Wir erinnern uns eines solchen aus unserer Jugend, der, ein Mnster polnisch.jüdisch-rabbinischen Wissens und Schmutzes, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht in hirfiger Judengasse aus und ab wandelte, dabei seinen Meditationen nachhing, die Welt verachtete und vom gewöhnlichen Bettel lebte. Die Erperimente des heutigen Rabbi Hirsch, dieses Professors der unentdeckten Wissenschaften, hingegen hatten sich des Beifalls der hiesigen Knute volee zn erfreuen. Auch die im vorigen Monate dahier stattgehabte, jährlich wiederkehrende Wahl in den Gemeinde-Aus« schuß bekundete diesen Fortschritt in so fern, als die Partei der Maleontknten7(drnn die Zahl der eigentlichen Orthodoren ist hier so gering, daß sie gar nicht in Anschlag kommt) an derselben gar nicht Theil nahm. Ein vorhergegangenes Geplänkel in gedruckten Rundschreiben und Localblättern galt weniger Prinripien als Persönlichkeiten, und dabci klang ans der Ferne das alte Lied vom neuen Synagogenbau wieder. Dagegen wissen wir nicht, was wir davon halten sollen, daß in hiesiger Gemeinde die im vorigen Jahre so großen Sympathien für die Rabbiner-Versammlung sa sehr abgenommen haben. Zum Theil dürfen wir es wohl dem bekannten: aus den Augen aus dem Sinne zuschreiben; im AUgemeinen aber stellt man auf der einen Seite die Anforderungen zu hoch und hegt zu große Erwartungen, während man auf der andern sich nicht von dem anrrzogenen Borurtheile loszumachen im Stande ist, daß der Rabbine zum wenigsten äußerlich seiner Lebensweise den alten Zuschnitt geben müsse, und der hierüber i» der Vrochüre: die jüdisch-deutsche Kirche, S. 16, ausgesprochene Tadel ist vollkommen gegründet. Einer Versammlung von Rab. binen muthet man an, sich über Handlungen oder Unterlassungen unumwunden billigend ausznsprechen, welche man an dem eignen Rabbinen selbst mißbilligen würde. Dieser soll die dehors beobachten, soll seine Ueberzengung dem Amte zum Opfer bringen, soll Diplomat sein; von dem einzelnen auswärtigen Rabbinen verlangt man sogar noch einige Zurückhaltung; ab« eine ganze Bcrsannnlung solcher Rabbinen soll völlig rücksichtslos verfahren. Das wäre zu viel verlangt, wenn mau selbst aus den Augen lassen könnte, daß sie aus Individualitäten zusammengesetzt ist, die nicht einmal in Ansichten unv Bildung ganz übereinstiinmen, welche dagegen durchgängig die eigenen Gemeinden, mi unter selbst fremde, wenn sie es weiter bringen wollen, zu berücksichtigen haben. Wir brau, chrn n cht erst zu sagen, daß unS die Resultate der beiden abge. haltenen Rabbiner - Ver'ami' lungen (die der dritten kennen wir noch nicht) keineswegs genügten; allem wir glauben vor allem gerecht sein und die Verhältnisse richtig würdigen zu müssen.