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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-07-19 · Heft 29 (19.7.1846) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 29 (19.7.1846)
Date
1846-07-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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SSV tiglolrsgesctzciche Entsis'eidlmg ganz nach deren Urtheil richten; b) war der Verstorbene in einem geringem Alter, in welchem er nach Urtbeil der Hinterbliebenen Angedorigen in Bezug ans die Frage der Sektion noch durchaus willenlos und ohne alle Meinung sich befand; dann siebt es eben diesen Angehörigen nach ihrer eigenen Anschannng von der Sache und und ihrem moralischen Gefühle allein zu , die Sektion zu gestatten oder nicht. Ties unsere woblerwogene Ansicht in dieser wichtigen -Angelegenheit. Tie löbliche Versammlung wird sie prüfen und ihr den Grad von Aufmerksamkeit zuwenden, welche die Wichtigkeit des Gegenstandes verdient Geschichte -es Tages. Berathungen über das neue Iudengesetz in Preußen. (Berlin, im Juli.) — Ein höchst erfreuliches Ercigniß habe ich heute mitzutheilcn. Sie wissen, baß das preußische Judenreglemcnt, welches binnen wenigen Jahren seinen hundertjährigen Geburtetag feiern wird, durch ein neues, unserm heutigen Zustande angemessenes ersetzt werden soll. Das Gesetz ist bereits vollständig ausgearbeitet und auch schon mehrcrn Rab« binen zur Begutachtung vorgclegt worden. Als es nun hier lautbar wurde, daß die Promulgirung desselben nahe bcvorstehe, machte ein hiesiger jüdischer Bürger eine Vorstellung an das Ministerium, in welcher er darzuthun suchte, wie wünschenswerth cs wäre, wenn einige Männer, welche mit den hiesigen, wie mit den jüdischen Gemeindevcrhältnissen überhaupt, besonders vertraut sind, vorher noch zu Rathe gezogen würden, zumal die jüdischen Zustände in jüngster Zeit, sowohl anderswo als auch vorzüglich hier, eine ganz andere Gestaltung gewonnen haben, und zu diesem Behufe erlaube er sich, die drei Männer, Herr Dr. Sachs, Dr. S. und Hr. M. vorzuschlagen. Das Ministerium erklärte sich bereit, auf diesen billigen Wunsch einzugehen und beauftragte die betreffende Behörde, über die genannten Herren Erkundigungen einzuziehen. Hierauf berichtete dieselbe, daß diese wohl fähig seien über die alten Gcmeindevcrhältnisse ein compctcntes Urtheil zu fällen und die etwaigen Hoffnungen und Wünsche der sogenannten orthodoxen Juden auszu'prechcn, aber — und hierauf komme doch jetzt am meisten an — über die jüngsten Bestrebungen und Gestaltungen innerhalb der Judenheit könne man ihrer Ansicht um so weniger volles Gewicht beilegen, als der eine oder der andere von ihnen geradezu einseitig dagegen eingenommen sei. Soll dabei auch die andere Partei in gebührende Berücksichtigung gezogen werden, so könnten über deren Verhältnisse nach dem allgemeinen Urtheil der Reformer die HH. Dr. Stern, Dr. B. und Hr. A. M. die beste Auskunft geben. Zn Folge dessen verfügte das Ministerium, daß alle sechs Männer zur Befragung cingcladen werden sollen, und es kamen somit die äußersten Gegensätze des Gegensatzes zu einer Conferenz beim Oberpräsieenten zusammen, welche fünf volle Stunden dauerte. Nach Beendigung derselben lud er sie noch zu einer Zweiten Besprechung nach Potsdam ein, die eben so lange dauerte. Wie versichert wrrb, hat man dem Benehmen wie den Ansichten dieser Männer durchaus nicht anmerken kennen, daß sie im Leben sich so schroff einander gegenüber stehen. Verschiedenes aus Breslau. (Breslau, im Juli.) — Zur Rabbiner-Versammlung, an der schon im Voraus das regste Interesse sich kund gibt, haben sich außer deu Ihnen bekannten noch gemeldet: Dr. Auerbaeb aus Frankfurt a. M., Dr. Hcrzfelv aus Braunschweig, Holtheim, Prediger in Waren und Pick, Kreisrabbiuer in Töplitz.^') Von Cahn in Trier unv Hirsch in Luxemburg sind noch keine Anzeigen cingegangen. Für die Nabbinerkasse sind bereits über 600 Thlr. gezeichnet und auf's Bereitwilligste sind von den hiesigen Gemcinvegliedern Wohnungen für die würdigen Gäste eingerichtet worden. Das Eomit(-, an dessen Soitze der wackere Moritz Schreiber steht, entwickelt die regste Thätigkeit, um den Rabbinen den Aufenthalt Hieselbst möglichst angenehm zu machen. Zm Uebrigen schweigt jetzt aller Streit und Hader, unv unser wackerer Geiger weiß durch seine trefflichen Predigten, dre noch etwa schwankenden Gemüther zu versöhnen unv ganz für das Bessere zu gewinnen. Die ReUgionsschule gewinnt immer mehr das Zutrauen unserer Gemeinde, sie zählt jetzt über 309 Zöglinge. Der Lehr- und Lese-Verein erfreut sich auch eines guten Gedeihens und wird jetzt auch anderwärts nachgeahmt. So sind in Gleiwitz (Oberschlest'cnj und Rawitz (Herzogth. Posen) Vereine nach dem Muster des hiesigen entstanden, und in Frankfurt a. M. Hai man Auskunft über die hiesige Anstalt begehrt, in der Hoffnung eine ähnliche dort gründen zu können. Der kürzlich veröffentlichte Bericht über diesen Verein enthält auch manches goldne Wort von unserem Geiger. Unter Anderm sagt er darin: *) Die österr. Regierung, sonst roch streng conservativ, hat ihren Rabbinen die Erlaubniß zum Besuch der R bbiner.Versammlung gegeben, während die bairische ste auch dieses I hr versagte.

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