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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-05-24 · Heft 21 (24.5.1846) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 21 (24.5.1846)
Date
1846-05-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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167 wähnung. Dagegen finden sich bei ihm mancherlei curiosa, welche die Leser d. Bl. intercsfiren dürsten, und wovon wir einige mittheilen wollen. Was ist Judenthum? „Diese albern scheinende", so vielsach verschieden beantwortete Frage, beantwortet er, S. 87, 88, 89 dahin: ..Das Judenthum ist im strengen Sinne gar nicht Religion, sondern ein Staatsgcsetz." Es ist aber „von metaphysischen Gedanken durchweht, von dogmatischen Zeeen eingerahmt, (und) von diesem Gesichtspunkte aus ist man zu der Annahme genöth gt, daß das Zudenthum einen religiösen Charakter hat. Das Dogmatische und Sociale, oder, was dasselbe ist, das Religiöse und Politische, bilden die beiden Aren, um welche das judenthümliche Leben seine Rotation macht. Das Judenthum ohne den festen Boden des Staatslebens gleicht einem innerlich ausgehöhlten, halbentwurzelten Baum, der nur noch in seiner Krone Laub treibt, aber nicht mehr im Stande ist Acste und Zweige schießen zu lassen. — Die monotheistische Idee ist nicht, wie man bisher irrthümlich fast allgemein angenommen hat, das primaire Princip des Iudenthums. Gott ist Anfang und Ende dieser civitns Del, doch nicht ihr Zweck, dieser ist vielmehr, wie ihn Mises (1645, Nr. 15, 16, 17) genannt hat, em ende monistischer: damit es dir wohlergehe auf dem Boden, den der Herr dir geschenkt. Das Judenthum verheißt keine jenseitige Seligkeit", wiewohl, fügen wir hinzu, die Zeitschrift für dessen religiösen Interessen eine diesseitige Selig-, und auch Davidcasselkeit. „Die Unsterblichkeit ist nicht seine Sache, die Fortdauer der Seele hat so wenig im Judenthum Raum, als etwa das Dogma von der Transsubstantiation." — Der Vers, macht es so bunt, daß der Herausgeber der Zeitschrift, Hr. Frankel, in der Angst seines historisch-positiven Herzens sich genöthigt sieht, in einer Anmerkung zuin (Schema) seine Zuflucht zu nehmen, und es dahin wiederzngeben: „Höre, Israel, der Ewige unser Gott ist ein einziger Gott!" während wir cs uns in unserer Unwissenheit immer mit „Höre Israel, Jehova ist unser Gott, Jehova ist einzig", übersetzt, und darin, von seiner Version abweichend, das doppelte Bekenntniß gefunden hatten, daß Jehova der Gott Israels, und daß er einzig sei. Wir erlauben uns bei dieser Veranlassung die Verth eivigung des Hrn. Frankel wegen einer auffallenden Aeußerung desselben in der hiesigen Rabb.- Versammlung zu übernehmen. Derselbe hatte behauptet: „Für den Juden ist der hebr. Name für die Gottheit: Adonai bei weitem mehr als der deutsche Ausdruck Gott," und ward deshalb von Hrn. Rabb. Kahn aus Trier unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung zurecht gewiesen*) - *) Protokolle der zweiten Rabbiner-Versammlung S. 22, 41. Mein die Behauptung des Hrn. Frankel war keineswegs ungegründet, wiewohl sie das nicht bewies, was er damit beweisen wollte. Nach der früher dem Juden gegebenen Erziehung, ward derselbe von seiner Kindheit an gewöhnt, den eigentlichen Namen seines Gottes: Jehova niemals anszusprechen, was förmlich verboten war, im Gebete und bei feierlichen Gelegenheiten gab er denselben mit: Adonai (Herr), im gewöhnlichen Leben mit: Adoschem (Name) wieder. Die deutsche Sprache kennt dieses Verbot und diese Umgranzung nicht, und gebraucht die Bezeichnung: Gott wie jede andre. Findet nun darin jene Behauptung ihre Erklärung und Rechtfertigung, so läßt sich aber daraus mit Hrn. Frankel nicht folgern, daß „die hebräische Sprache mitdemWesen des Iudenthums verwachsen" ist, vielmehr würde nach Jahrhunderten in jeder beliebigen Sprache dasselbe Verbot und dieselbe Umgrän, zung auch dieselbe Wirkung gehabt haben, wie Hr. Frankel an a. O. statt Jehova: der Ewige setzt weil ihm jene Bezeichnung, selbst wenn er sich der deutschen Sprache bedient, eine gewisse Scheu cinflößt. — Zu unserem Verfasser rückkehrenv, können wir dessen Construktion der jüdischen Geschichte, wie sic uns zum wenigsten erscheint, kürzlich dahin wievergeben. In der Wüste Horde nleden, im Lande bis zum babylonischen Erile natürliches Volksleben, von da weiter naturwidriges Jlln'Jonsleben, dessen Ideal und Schlußstein der Messias, S. 91, 92. Wenn er aber am Ende, S. 132 bemerkt, daß vom zweiten Erile an „die Intelligenz das mächtige Agens in der geschichtlichen Formation des Iudenthums" geworden, so will uns das nicht konsequent scheinen, indem es vielmehr hätte heißen müssen: „Der Abgang wichtiger Einsicht und wahrer Intelligenz hat Juden und Judenthum zu dem machen helfen, was sie sind." / Briefe vom schlesischen Odergebiete» v. (Schluß.) Seite 4 bietet uns einen herben Tur, der mit einem schließe, was vielleicht mehreren Ihrer talmudischen Leser nicht gleichgültig sein dürste. S. 5 rief derselbe jedem E’En zu, gefälligst zu erwägen, wie viel Leichtsinn in dem l'irvmrvn sich befindet. Daselbst fährt derselbe eifernd fort: „wer ermächtigte sie (die R.-B.) wer setzte sie zu Herrschern und Richtern in Israel ein? Wer verlangte ihre Versammlung?" Mit demselben Rechte fragen wir, welcher vernünftige Mensch außer Rabbi Zebi Lehren, hat den Rabbi zum Richter in Israel ge-

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