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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-01-23 · Heft 4 (23.1.1848) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 4 (23.1.1848)
Date
1848-01-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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an, das keinem andern zukommen könne, bei jedem anderen ohne alle Bedeutung wäre. — Aber über diese Vorstellung ist ja unsere Zeit langst hinaus; kein denkender Mensch denkt jetzt noch so vermenschlicht von Gott, Laß er wirklich an eine Schöpfung in sechs Tagen, oder gar an eine Nahe am siebenten denkt, und faßt die biblische Erzählung nur ideal, oder mythisch auf. Und doch ist die Idee von der Zulässigkeit der Verlegung LcS SabbathS auf deu staatlichen wöchentlichen Ruhetag noch so wenig durchgedrungen, wird noch von dem größte» Theile der deutschen Judenheit als ein durchaus Verwerfliches angesehen. Woher nun dieser Widerspruch der Betrachtung und Anschauung des Volkes mit den Gründen der Wissenschaft, ja mit der auch im Volke Lm'Ägedrungenen reineren und geistigeren Vorstellung von Gott? — Weil das Volk sich einfach daran hält, daß eine positive Religion ihr Charakteristisches Zunächst in dem bestimmten wöchentlichen Ruhe- oder Feiertage, überhaupt in ihren Festen zu äußern habe, und daher in der Verlegung des jüdischen SabbathS auf den nicht bloß staatlichen, sondern auch und vornehmlich christlichen Ruhetag eine solche Concession des Iudenthums an daS Christenthnm erblickt, die dem ersteren den Untergang bringen müsse. Aber schon S. Hirsch hat in seinem Votum über den Sabbat!) (Israelit Zahrg. V!!, No. 34) jener Besorgniß die Fragen entgegengchalren: „Fühlt sich Las Indeuchum zu schwach, daß seine Selbstständigkeit von der äußeren Feier dieses oder jenes TageS abhängen so!!? Zst die dogmatische Grundverschiedenheit (Zwischen Zndenrhum UuÄ Christenthum) uns nicht zum Bewußtsein gekommen? Sind denn die verschiedenen christlichen Sekten dadurch in einander aufgegangen, daß sie alle den Sonntag feiern? Haben sich denn Nab bannen und Karäer vereinigt, weil sie Beide einen und denselben Tag. feiern?", And jeder der das Indenthum in seiner Liefe und Wahrheit erkannt hat, der Lurch seine heiligen Ideen sich ihm verbunden, angehörend fühlt, wird mit unfern rackern Amtsbrüdern überein stimmen. Darum ist cs denn auch Pflicht, ganz besonders Pflicht der jüdischen Presse, Las Volk von einer Furcht zu befreien, die, wäre sie gegründet, unsere Religion gerade in den Augen unserer erleuchtetsten Bekenner auf das Tiefste hemöbn'ngen müßte. Ja diese Pflicht wird um so unerläßlicher, wenn man sich die Art und Weise der jetziger! Sabbathsfeier so recht unbefangen vor die Seele hält. Zwar m kleineren Orten, wo die einfachen und beschränkten Verkehrsverhältnisse wenig Verlockung zum Arbeiten und Entweihen des Sabbaths darbie'eu, wird diesem wohl noch ungeschmälert seine Heiligkeit bewahrt. Aber auch dort ruft die Zunahme der Handwerke und die Erweiterung der bisherigen beschränkten Verkehrsverhältniffe jene Verlockung mehr und mehr hervor und die Abnahme der alten Streugaläubigkeir und das Beispiel der größeren Städte begünstigen sie nicht minder. Und wie ist es erst in diesen? Zst La noch von einer Feier des Sabbaths die Rede, wo von Len selbstständigen Geschäftsleuten der größte Thcil an jenem Tage ihrem Berufe obliegt, die unselbstständigen aber, die Commis, die Lehrjuugm und iusonderö die Handwerker jeder Art fammt und sonders ihre Gewölbe und Comptoirs und Werkstätten gar nicht verlassen können? Wendet mir nicht ein, es könne, wenn nur guter Wille da ist, immer eine.oder zwei Stunden für den Gottesdienst und resp. die Predigt abgemüssigt, es können diese auch den Gesellen, Commis rc. gewährt werden? Zst das eine Sabbatbseier wo die ganze innere Stimmung dazu fehlt, wo man von dem Geschäfte in das Gotteshaus und von diesem wieder in das Geschäft geht und sonst den ganzen Tag nicht an die Weihe und.Heiligung desselben denkt. Lenken kann? Za ist bei dem Mangel einer solchen Stimmung auch nur vernünftigerweise jene freiwillige stündliche Unterbrechung des Verkehrs zu erwarten und zu fordern? Und wäre sie auch möglich, was ist damit erreicht, erreicht für den höchsten umfassendsten Zweck des wöchentlichen Ruhetages, für die Fortbildung Ln der Religion, für eine in das Semüth dringende und in den Gemächern bleibende Belehrung über ihre Wahrheiten und Lehren? Saget nicht: ES lebt der siabbath noch immer fort, weil man ihn im Geiste als euren Gottesrag ausiehr, weil man ihn doch durch Eines oder des Andere im Hause im Kreise seiner Verwandten und Lieben auszeichnct; während Der Sonntag sich nie oialeben wird, während, wenn man erst dabin gekommen, vollständig und förmlich den bisherigen Sab dach Zu beseitigen, sich keilten neue» auftrlegen, wenigste--) rucht durch daS Westlichste, durch Be- ' such des GsM—Bußes chu daza er^SZ-r, mit Emst

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