Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1848)
- Date
- 1848-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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LT IseNLIILL des neunzehnten Jahrhunderts. ®iae VsoshsNfchsrfL für Ms KsNWÄMG WWÄ MsfoNM des KedZllrs Unter der Mitredaction von £32*. S. Holdherm, Nabbü.er der Neformgenossenschaft Lu Berlin. Herausgegeben von DL'» M. Heß, Großherzogl. Wcimar'schem Land-Nabbincn Zu Eisenach. Zu beziehen dmS alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile G'&t Diejenigen, welche Berlin näher sind als Eisenach und Frankfurt a. M., wollen ihre Beiträge an den Mitredakteur Dr. Holdheim sen- _'_den. Schriften zur Necension sind au die Verlagshanolung zu adressircn._ S. öeZr ©3» ^aimav L8-LG. IX«, Jahrgang. Neberbli«Z. Sjanpt-§Ltikel: Die Sabbathsfrage. — Geschichte deö Tages: Berlin: Adresse an Lord Rüssel; Vermittlungsversuch. — Berlin: Die Rabbiner im preußischen Judengcsrtz. — Ostpreußen: Gemischte Ehen.— Vom Main: Das Gebetbuch der Nadbrmr-Vcrsaimnlung. — Prag: Die Beschneidnng. — Bayern: Rückblick auf 1847. Die SKbbathsftmgs. Gibt cs irgend einen Gegenstand, der sowohl wegen seiner hohen idealen Vedemung, als wegen seiner praktischen Wichtigkeit unsre volle Aufmerksamkeit in Anspruch, nimmt, so ist cs der obige, so daß es gewiß in sich gerechtfertigt ist, wenn wir denselben wiederholt irr einigen Grundzügcn Zn beleuchten versuchen: Sonderbar! Wohl keine Frage wird von der Wissenschaft so entschieden besaht, von der noch herrschen, den Anschauung im Volke aber so stark bezweifelt, ja entschieden verneint werden, als die/ ob es bei der Feier des wöchentlichen Ruhetages auf den und jenen Tag ankomme. Gehet alle übrigen Ceremom'al- oder Ritualgesetze durch: die Speisegesetze, die Ehegesetze die agrarischen Verordnungen und so manche andere; ihr werdet immer der Annahme Raum geben können, es seien die Gründe für jene Gesetze noch nicht erloschen, es können welche obgewaltet haben, die nicht wir zu erforschen vermögen, die nur der unendlichen Vernunft bekannt sind. Aber gebet alle Gründe durch, die die Schrift selbst für die Feier des Sabbaths anführt: die Erinnerung an die Schöpfung, an die Befreiung aus Egypten, an den Bund Israels mit Gott; fraget nach denen, welche von Philo bis ans die dritte Rabbknerversammlung angeführt worden sind, die symbolischen, die physischen, psychischen, pädagogischen (den Sabbalh als eine Institution zur religiösen Fortbildung genommen) für die Babbathfeier angeführt worden sind; ihr werdet ans keinem einzigen folgern können, daß dieselbe an den Samstag gebunden sei. Nur die naivreligiöse Vorstellung, wie sie selbst noch bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters herrschte, wornach Gott in wirklichen sechs Tagen die Welt erschaffen u. am siebenten wirklich geruhet habe, und dieser siebente nach dem Zeugniß der Geschichte kein anderer als der Samstag gewesen, sieht die Ruhe an diesem Tage von Gott selbst dazu gemacht, geheiligt, als ein Etwas