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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-01-30 · Heft 5 (30.1.1848) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 5 (30.1.1848)
Date
1848-01-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ZI NüLöttS auf I8L7. (Schluß.) Wir dürfen daher mit Zuverficht erwarten , daß die neue Verwaltung Len von der abgetretenen überkommenen Plan zur Verbesserung unserer bürgerlichen und kirchlichen Verhältnisse sicherlich nicht wieder bei Seite legen, sondern die den Ständen im Namen der Regierung dcßhalb gegebene Zusage erfüllen werde. Der Vorgang von Preußen, von Meklenburg, welche im Laufe des verflossenen Jahres den Israeliten größere Rechte er'ngeräumt haben, wird dabei nicht ohne Einfluß sein, eben so wenig als der unsers Rachbarstaates.Würtcmberg, wo die Israeliten bei dem bereits einberufenen Landtage eine vielleicht gänzliche Gleichstellung mit den christlichen Burgern zu erwarten haken. Die Gutachten, welche in der jüngsten Zeit über diesen Gegenstand von den Behörden abverlaugt worden sind, werden gewiß in der großen -Mehrzahl zu unseren Gunsten ausfüllen. Es haben sich mitunter die Magistrate solcher Städte, wo vor 20.Jahren noch der Judenhaß in seiner ungeheuerlichsten Gestalt spukte, jetzt für völlige Emancipation ausgesprochen. Leber das innere Leben in Synagoge und Schule läßt sich nur Weniges berichten. Es kann nicht geläugnet werden, daß durch die hemmenden Einflüsse, welche so lange von Oben herab anSgcübt worden sind, ein gewisser Stillstand cingctrcten, ja hie und da Rückschritte gemacht worden find. Namentlich hat rer langjährige Prozeß in Fürth, der größten jüdischen Gemeinde Bayerns, und die Ungunst, welche dakci der Fortschrittspartei von Seite des Ministeriums gezeigt wurde, höchst nachtheüig auf alle übrige Gemeinden eingcwirkt. Die Freunde und Anhänger der Reform sind dadurch thcrlö cntmnthigt worden, löcils sind sie in den früheren Jndiffcrcntisrnus zurückgerallen. Auch die literarische Thätigkeit erfreut sich keiner sonderlichen Pflege und Unterstützung bei uns. Deßhalb mußte auch die im Anfänge des Jahres 1846 von dem- Rabbiner Dr. Auö Zu Baireuth gegründete Wochenschrift « Sinai", nach Ende des ersten Semesters wieder eingehcn. - - —M.— SaLvador'S nerrefteS Werk *). Von Dr. I. M. Jost. . Obgleich bereits 9 Monate verstrichen sind, daß Salvador's Erschichte der Römischen Herrschaft in Judäa und der Zerstörung ' *) Ilistoire!-3 la domination Romaine en Judee de la Ruine de Jerusalem, par J. Salvador, 2 Voll. 1847. ^..'Deutsch von L. Eichler, Bremen 1847. , Jerusalems erschienen, und 6 Monate seitdem eine deutsche Nebersetzung dasselbe auch diesseits einzuführen versucht hat, so dürfen wir dennoch voraussehen, daß die große Mehrzahl Jf. raelitischer Leser dasselbe kaum dem Namen nach kennen zu lernen Gelegenheit gefunden. Wir müssen freilich von vorn herein sehr beklagen, daß die höchst übereilte lldcd: „ mg in's Deutsche durchaus die Spuren tadelnswerther Eilfertigkeit an sich trägt,-und, wie wir an einem andern Orte vollständig nachgewiesen, als eine gänzlich mißlungene Arbeit mrgrscher» werben muß. Allein die französische Sprache ist genügend verbreitet und sie allein wäre wahrlich kein Hinderniß. Wenn Salvador den deuischen Israeliten unbekannt ist, so ist er cs auch vielen Franzosen und zwar aus demselben Grunde, der überhaupt allen literarischen Kunstwerken, welche nicht zur täglichen Unterhaltung beitragen, bei den Israeliten den Eingang versperrt. Israelitische Gelehrte erfreuen sich km Kreise ihrer Gemeinden allc.r'^'ugs persönlicher An. erkcnnuug, aber ihre Werke müssen ssch außerhalb derselben ihre Wege bahnen. Aufmunterung siuseä. die Talente, trotz der zunehmenden Bildung, gar nicht, Unterstützung nur diejenigen, welche auö Noth dieselbe ansprccben, dann aber auch ohne Unterschied und am kräftigsten die dreiste Unver. fchämtheit. — Salvador lebt in der glücklichen Unabhängigkeit, welcher die Musen gern ihre Huld zuwcnden, wenn sie nicht zu schlaffer Ueppigkeit mißbraucht wird. Was er in seiner schönen Zurückgezogenheit leistet, haben wir selbst im vorigen Jahre, noch che wir die Freude hatten, ihn persönlich kennen zu lernen, dargcstellt. Wir finden nichts hinzuzufügcn, und erlauben uns, in der Voraussetzung, daß aus dem schon angeführten Grunde auch unsre jüngste Schrift wenigen der geehrten Leser zu Gesichte gekommen sein inag, die Charakteristik Salvador's aus unserer Neuesten Geschichte der Israeliten Bo. 2, 177 hierher;»setzen: „Ausgezeichnet durch Neuheit, Schönheit und gründliche Studien sind die Werke Salvador's, welcher in feiner Jugend sich der Arzneiwissenschaft gewidmet hatte, seit einer Reihe von Jahren aber für Eeschichtskunde arbeitet, und über die israelitische Geschichte der älteren Zeiten Gedanken ausgestellt hat, wie sie nur in Frankreich entstehen uns verbreitet werden konnten. Dieselben haben größere Aufnahme in der christlichen Welt gefunden, als bei feinen Glaubensgenossen, wKche zu wenig Sinn für diese Studien haben. . me Geschichte der Gesetze Mosis ist meisterhaft geschrieben. Er faßte seine Aufgabe vom wissenschaftlichen Standpunkte, gewinnt die Einheit der Idee -nd ihrer Entwickelung, ordnet ti '/, \z Thrill, um ja zei-

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