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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-01-30 · Heft 5 (30.1.1848) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 5 (30.1.1848)
Date
1848-01-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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MI gen, wie das FreiheilS-PrirrclP bereits von Mose an in's Leben trat, fügt sie zu einem Ganzen, so daß alles nothwendig zusammen wirr!, und entwickelt eine klare Sachkenntniß in Betreff der Zeit und deren Einflüsse. Salvador sieht weit über dem Gesichtspunkts der Rabbiner und der Erleuchteten im Volke, welche ihre eigenen Schatze nicht würdigen; er schreibt um so unabhängiger, freimüthiger, lebendiger, ursprünglicher, nicht frei von Einseitigkeit, aber anschaulich, farbenreich, eindringlich. Derselbe Mann wagte eS auch die Entstehung der christichen Kirche*) zu beleuchten. Sein Werk darüber erregte fast gleiches Aufsehen wie die Schriften des vr. Strauß in Deutschland." Da wir also annehmen dürfen, daß alles dies dem Kreise rrnftergechBru^eftr fast so neu erscheint, als wenn wir Auszüge aus der Literatur der Chinesen darböten, so werden einige Mit- Heilungen aus Salvador's neuestem Werke hier nicht unwillkommen sein. Eine krMsckeWürdigung der wissenschaftlichen Leistung gehört nicht hierb^r^.,Nr Haben solche in einer literarischen Zeitschrift so' V^it^es üns gestattet worden, gegeben; hier beabsichtigen wir nur, die Leser mit dem Inhalte der Salvador'schen Schrift ein wenig bekannt zu machen, um zu zeigen, daß sie nicht etwa eine bloße Compilation aus Josephus u. s. w. ist, sondern wirklich neue Ansichten ausstellt, und selbst das Bekannte in schönem Gewände Vorfahrt. Wir werden die Gelegenheit benutzen, um auch auf einige andere neuere Erscheinungen aufmerksam zu machen welche Lurch entsprechenden Inhalt mit unserm Gegenstands verwandt sind. Salvador geht von dem Gedanken aus, daß der Kampf der Römer mit den Juden, oder vielmehr das Ringen Roms mit Jerusalem, wenn auch die äußern Kriegsschulen ganz ähnlich sind, doch einen ganz andern weltgeschichtlichen Charakter ha- Len, als alle andern römischen Kriege. ES sind hier nicht zwei Mächte gegen einander, sondern nur zwei Ideen, oder, so zu sagen, Naturgewalten, welche einander widerstreben und auf ihrem Höhenpunkte nicht mehr neben einander bestehen können; von denen aber nicht, wie man erwarten sollte, Jerusalem, welches zu Grunde ging, sondern Rom, welches siegte, eigentlich unterlag. Um dieses Paradoxon zu verstehen, muß man S. ganz durchschauen. Sri ihm ist Rom in seiner Entwickel-mg, der ^erirstsr der irdischen Volrökmst, der durch Gesetz und Regel gcroon- «Mm menschlichrn Energie, welche sich nicht begnügt Zu besitzen und Zu ßimsjkn, sondern alles beherrschen will, was nicht Zu widerstehen dis Kraft hat. Diesem Rom mußte Jerusalem unter- J8SU3 ctsadcetrine, Sllstoire de la saissance de TE^Iise etc. £023. Auch ins deutsche übersetzt. liegen, wir viele anders, weit mächtigere Staaten. Jerusalem aber ist andrerseits die Vertretung, des geistigen Streben» nach Sotteshrrrschast, nicht eine äußere, weltliche Macht, sondern eins Schule, stets daraus bedacht, alle Geister zu besiegen, und eine Ar! von GotteSreich zu stiften, in welchem nichts anderes herrsche als ein warmes Lc'.rnSprincrp der M.'.-schtzrit, und vor welchem alle Heidnische» Gewalten ZurSSweiHe und alle Tyrannei vi Sodm sinke; vor diesem Jerusalem mußte Nom sein Haupt l'.'ngrn, indem es nach dem Sturze des isolirttn Jerusalem, seine äußere Macht Lurch die von dorther genährte Schule einbüßte Md selbst in deren Dienste trat. In dieser, gewissermaßen psetischM Auffassung wird der Gang des Kampfes, welcher dem Tods des irdischen ZerularemS voranging, um f mm Geist zu serklüren, eine Art von Epopöe, welche, Besehen . ..r der Lunten AkaumgfarrigkLit der Emignisse, Thä'igkei'sn un.d persönlichc:: Char.A :re, durch die echt tragischen lßlomeuts und mR.Andere durch feine sirrchtbare und folgenreiche Katastrophe die lebhafteste Theil. nähme ansprechm muß. In der Tsat bildet zugleich die Geschichte dieser Katastrophe, welche mit PomprsuS beginnt und mit TituS endet, ein in sich gerundetes Drama, an welches sich höchstens noch em Nachspiel anreihet, welches die Wirkung des Haupispieles erst recht versnschaulicht; ein Drama, welches freilich 139 Jahre umfaßt, aber sogleich in seiner Vorbereitung die ganze ~ twickekung schon en-hält, und in seiner Vollendung stets den euchritlichrn Charakter entfaltet. (Fortsetzung folgt.) S'erMkfSs LLzetge. Zn der I. C. Hermann'scheu Buchhandlung in Frankfurt s. M. ist erschienen: G2k:::rj::::cz:i m:s hm l^sfesL« vs» 1813 n. 1814. Für Volks-. bMotheken. i s Heft, eurhLlk: Eck.. ..ragen siues Lützswischrn Jägers a. d. Lüneburger Hrr>e. Von W. H. Ackermann. DsS Grschwißerpaar unter der Eich; bei Deöbrlin. Von demselben. Bruchstücke üuS dem KriegSlrben des Feldwebel Bär. Von Dr. Dtiebsl, Herzogs. :: forischer Geheimer Hsftach. Preis 7'/s Sgr. od. 27 kr. C;:f2 uctT) sT:-rj der 'Biropäischeri Türkei, Nubien und Palästina. Von .W.oggo. kl. 8. Preis 1 Rthlr. 6 Sgr. od. 2 fl. der I. C. Hermauu'schsa Buchhandlung in a. Wq Fried. Krähe in O.chndach.

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