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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-01-30 · Heft 5 (30.1.1848) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 5 (30.1.1848)
Date
1848-01-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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eben so chcrWäleonattrg verfchie'om, je md) dem LZr Wunsch ein anderer ist, hervorzubnugerr km Stande sei. (Schluß folgt.) GssHiHLs des Tagss. Die alte die Neformgememöe. Berlin im Zanuar. — UnsereGememdezustände scheinen sich in einem Zwischenzustande zu befinden, den man gewöhnlich mit dem Vorabende eines Krieges bezeichnet. Ein kleines Vorpsstengcfecht, das in diesen Tagen in hiesigen Zeitungen ßsttgefunden, erscheint als ein bedenkliches Symptom, das den baldigen Ausbruch größerer Feindseligkeiten erwarten läßt. Am dieses richtig zu verstehen, muß ich Sie in die geheimen Kabinette der Diplomatie einführen. Sie wissen, daß die neue Organisatton der Gememdeoerhältnisse und die gesetzliche Anordnung der Repräsentanten-Wahlen noch bevorstchen, und daß dieses zu einem barten Wahl: impfe in den Feldlagern der alten Gemeinde und der Reformgeuossenschaft führen werde. Innerhalb der Stimmführer der letztem find die Mcümngen getheilt, ob cs besser wäre, auf eine gänzliche Trennung der Genossenschaft zu einem besondcrn Synagogenbezirk hinzuarbeiten, oder ob die Erhaltung der Einheit der Gemeinde mir zwei Cultusverbänden das Gcrathene fei. Es lassen sich für die eine und die andere Ansicht erhebliche Gründe anführen, unter welchen zu entscheiden nicht in unserer Absicht liegt. So Viel ist gewiß, daß innerhalb der Genossenschaft die Idee der Trennung in zwei Synagogen- Bezirke auch nicht einen einzigen Vertreter finden würde, wenn zu einem Mißtrauen gegen die leidenschaftliche Parteistellung, welche die Koryphäen unter den Gegnern der Genossenschaft zu ihr eknnchmcn, leider nicht so gerechte Ursache vorhanden wäre und Vielen die Pflicht der Selbsterhalkung wie auch die Rücksichten auf die Erhaltung des Friedens kn der Gemeinde eine V ,...:ung wünschenswerther erscheinen ließen. Aus dem Schooße derjenigen Ansicht, welche in der Genossenschaft die Einheit des Gememdeverbandes vertritt, ging ein kleiner friedlicher und harmloser Artikel aus, der in der Hände und Spener'fchen Zeitung ,vom 6. d. M. zu lesen war Md welcher Tages darauf eine heftige Entgegnung h.-. vorrief. Ich «Heils sie Ihnen Leide mit, weil Sie aus der ruhigen Vergleichung der Tendenz, Gesinnung und Haltung beider Artikel am, besten selbst nAh. ':rt würden, auf welcher Sekte Ruhe, Friedensood CcrechrigkritStkdi sich findet und wo LeidenfchaftlkHkcit, glühender Fanatismus und' 'chtigkeit vorwaltm. Der c.ste AAikel lautet, wie folgt: Die hiesige jüdische Neformgcusssenfchast ist gegenwärtig damit beschäftigt, ihre Finanzen zu ordnen, indem sie für alle Fälle ihr Fortbestehen und die Befriedigung ihres religiösen Bedürfnisses sichern will. Obgleich die Genossenschaft entschlossen, ihre bisherige Richtung zu verfolgen, will sie doch soweit eS an ihr liegt, an dem gemeinsamen Gemeinde-Verbände festhaltcn, da elneAbsm' mug von demselben durchaus nicht in ihrer Absicht liegt. Deßhalb dürften auch die Versuche, ein sogenanntes juste-milieu unter dem Namen ,/Frikdcnsvercin" zu bilden, mißglücken. Hierauf folgt die Entgegnung in nächster Nummer, die also lautet: »Die in gestriger Zeitung enthaltenen Mitthcilungen in Betreff jüdischer Gemeinde-Angelegenheiten sind ungenau und namentlich können wir b?;: letzten Theil derselben authentisch berichtigen. Es ist durchaus unwahr, daß ein justemilieu als Friedensverein sich constituircn will, und also Vermittelungsöersuche in einem solchen Sinne zu erwarten sind. Das Wahre an der Sache ist vielmehr Folgendes: Es haben sechs Männer cm Circular erlassen, durch welches sie die Hoffnung aussprechen, daß der Geist der Eintracht in der Gemeinde erhalten werde, und demgemäß zu Besprechungen über Gemeinde-Angelegenheiten einladen. Fast Alle, an die solche Einladungen ergangen sind — es sind bereits über dreihundert — haben ihre Theilnahme zugcsagt, und die Unterzeichner deS Circulars werden in den nächsten Wochen noch nrit Einladungen zu ihrem Unternehmen fortfahren, das in der jüdischen Gemeinde beifällig ausgenommen und nur, wie aus der gestrigen Mitthcilung zu entnehmen, von der "Ncformgcnossenfchafi" scheel abgesehen wird. Wie diese letztere übrigens bei der feierlichen Lossagung von dem traditionellen Jndenthum im Gefammtverbande der jüdischenGemeinde, als einer „Synagogen^-Gemeinde beharren will, ist eine Frage, deren Beau iworümg nicht hierher gehört, obschon aus jenen Strebungen das Recht der Genossenschaft, über die juLts-mllisu-Eesinnungen Anderer sich zu erheben, ermessen werden kann. Zuförderst möchten wir fragen: Lag konnte die sechs Mann er veranlassen, erst die Hoffnung auszusprechen, daß der Geist der Eintracht in der Gemeinde erhalten werde und demgemäß zu Besprechungen über Gemeinde - Verhältnisse einzuladen, da der Frieds i:i der Gemeinde bis jetzt nicht gestört worden und durch die feiere Existenz der Genossenschaft auch ni)t bedroht

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