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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-02-06 · Heft 6 (6.2.1848) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 6 (6.2.1848)
Date
1848-02-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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44 er, — außerdem daß fcic-5 auf dem Stanspnnkr der Offenbarnngsglänbigkeit äufferst schwer sei — gar bald den innern Widerspruch sublen, daß nämlich das gegenwärtige rewrmaterische Bewußtsein nicht Lcsbalb der Verbindlichkeit des Cercmonialgcseycs widerstrebe, weil es das partikuläre Bundniß mit Gert durch freiere formen darzustclken sucht, sondern weil dieses Bewußtsein gegen die Annahme eines selchen partikulären Bündnisses sich sträubt. Nicht die einzelnen Ztnsflnsse des Prinzips, sondern vielmebr daS Prinzip selbst findet in uns den Glauben nicht mehr. Ter Quell ist versiegt, deshalb sind die Wasser seicht und trübe geworden. Für die Abschaffung der Besilmeidung gibt cs nach unserer tteberzengung keinen andern legalen Weg, als den wir in unfern Prinzipien <3. 22 angcdcutet, nämlich das kurze aber bündige offene Gcständniß: „Ta nicht der Zufall der Geburt, nicht mehr die leibliche Abstammung, sondern das sittlich freie Bckenntniß der Wahrheiten des IndcnthnmS nebst deren sittlichen Verwirklichung ausschließlich die Theilnahme -am Jndcntbum und dessen 'Aufgabe bedingt, fo ist jedes äusserliche Zeichen, da es im Grunde nicht s b e; c i ch n e t, l e e r, b c d c u t n n g s l o s und ü b e r f l ü s s i g geworden." Herr Nr. Einhorn hat sich als wackerer, mnlhiger Mann benommen, als treuer und kräftiger Hirt seiner Gemeinden und seine Entgegnung ans Delitsch's Angriff hat uns eine wahre. Freude bereitet. Tech können wir, was die Motivirnng betrifft, uusern Widerspruch nicht znrnckhaltcn, weil wir damit der Wahrheit und der höheren Entwickelung der theologischen Einsicht nach unserer Ucberzengnng zu dienen glauben. Wir haben noch berichtigend hiuznznfngen, daß wir allerdings in unseren Prinzipien H. 13, in dem talmudischcn Indenthum eine historische Entwickelung des biblischen anerkannten, was wir eigentlich nie in Abrede nahmen, keineswegs aber damit zugestanden, daß dieses vage Prinzip in seiner Allgemeinheit und Unbestimmtheit schon für eine Reform des Indenthnms hinrciche, welches wir schon dadurch indirekt zu erkennen gaben, indem wir uns zur Aufstellung von Ncformprinzipien veranlaßt fühlten. Auch jetzt noch müssen wir den von I)r. Einhorn in seiner Entgegnung aufgestellten Satz, daß „der Talmud selbst den dereinstigcu Untergang des Eeremonialgcsetzes verkündet," als einen falschen, vom ganzen 'Talmud faktisch u. ausdrücklich desavouirten bekämpfen, wie wir ihn vor mehren Jahren als Herzfeld ihn aufstellte, bekämpft haben. Sicherlich schwebte auch Einhorn der von Herzfeld herbcigezogene talmndische 'Ansspruch: KQV -pnjft msa „die Eeremom'algesetze würden einst aufhören," vor. Allein ausserdem das; dieser vereinzelte Ausspruch gegen so viele klare und bestimmte 'Aussprüche, die das Gcgentbeil sagen, nichts zu bedeuten hätte und ein auf ihm aufgcfübrtcs Ncformgebäude nur ein äußerst schwaches sein müßte, hat Einhorn so wenig als Hcrzfeld einen Blick in den Zusammenhang der talnmdischcn Diskussion Nidda tzt getban, der hingereicht haben würde, daß dort unter dem wnss? nicht die me ssi anische Zukunft, sondern die Zeit der 'Auferstehung der T o d t e n verstanden werde. Ich babe also nicht später cingcräumt, was ich fr», her bekämpft, sondern kämpfe noch jetzt gegen die Anwendung eines an sich wahren Prinzips an. das aber nur in seiner vollen bewußten Klarheit und confequcnten Turchführung zur fruchtbaren 'Anwendbarkeit sich eignet. — S. H. Geschichte des Tages. Reverend Adler. / (Frankfurt a. M. im Zamiar.) - Wie früher bei Gelegenheit einer Trauung. so hat nun bei Gelegenheit eines Begrab' iniTcti Herr Adler \n 2encon ärgerliche Hände! angesangen. Hr. Elkin gehörte der dortigen Burtoustreet-Gemtinde am weil feroch seine längst verstorbene Frau auf dem alten jüdischen Kirchhofe begraben lag, hatte cr sich eine Grabstätte an ihrer Seite erkauf!, und um sich solche zu sichern, überdies L. 10 jährlich an die große Synagoge entrichtet, welcher jener Gotieöacker .zusteht. Als cr nun kürzlich zu sterben kam, versammelte Hr. Adler die Weisen seines Raths, die Lamdumm nchmlich. welche sein sogenanntes Bcthdin büren, zu einem Ketzergerichte, und cs ward beschlossen, dem Hr». Elkin zwar die letzte Ruhe an der thcuer bezahlten Stätte zu gönnen, bei seiner Bestattung aber von der gewöhnlichen Weise in etwas abzuwcichcn. Die Kinder des Verstorbenen, welche hierin nur eine beabsichtigte kleinliche Beschimpfung ihres Vaters wahrzunehmen vermochten, zogen cö vor. die Leiche auf dem andern dortigen jüdischen Gottesacker begraben zn lassen. —

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