Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1848)
- Date
- 1848-02-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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LS — freilich nur franfirt oder tat Wege des Buch- Hand es — und wo möglich mit Begründung, schriftlich zugcbcn zu lassen. Zweitens möchten wir die Teilnahme für dasselbe zeitig in -Anspruch nehmen, weil wir den Zweck vor-Augen . hit-cn, ein Schulbuch zu gründen, wobei mitbin auch für die unbemittelte Jugend auf möglichste Wohlfeilbeit Bedacht genommen werden muß. Ties wird natürlich nur ausführbar, wenn die Wabrscheinlichkeir einer ausgedebnlen Verbreitung sich zeigt und daher eine starke -Auflage gemacht werden kann. Zn diesem Ende beabsichtigen wir auch zwei Ausgaben des Werkes zu veranstalten, eine auf feinem Papier, und eine Schulausgabc auf Trnckpapicr. Je mehr auf Eingang der bessern -Ausgabe zu zählen sein wird, um so viel wohlfeiler kann die Schulausgabe geliefert werden. Eine geachtete Verlags Handlung wird das Werk übernehmen. Indessen wurde cs jedenfalls, in Bczicbuug auf obige Bemerkungen nnscrm Umeruehmcn förderlich fein, wenn nufere geehrten auswärtigen Freunde uns im Voraus zü ca kennen geben wollen, welchen Anklaug wir bei ihnen erwarten dürfen. llcber manches Andere, namentlich pädagogische und didaktische Fragen, welche bei -Ansfnbrung dieses Planes irr Betracht kommen, werden wir Gelegenheit rrobmcn, uns in den Zeitschriften weiter auszusprechen. Frankfurt a. M., im Januar. 1818. Di*. I a c o b Auerbach. Dl'- I- M. Jost Geschichte des Tages. Professor Weber. / (Frankfurt a. M. im Januar.) — Herr Or. Weber, srüb.r Professor am bien gen Gvmnasium, nun Direktor au dem zu Bremen, barte sich über Iudenthum und Juden vielfach mit Ge. bässigkeit ausgesprochen, und dieses selbst in der Philologcn-Vcrsammlung zu Dresden u.cht lassen können, was ihm eine ernste Zurechtweisung vom Versitzenden, Hrn. P.oftssor Thicrsch. damals zuzog und ''eine Ausscheidung aus der Versammlung zur Folge baue; seine über den Vorfall nicht lange nachher veröffentlichte Relation stellte nichts weniger als eine Sinnesänderung bei demselben in Aussicht. Wir selbst hatten Hrn. Weber zuerst in rinrm Hause kennen gelernt, aus dem zum wenigsten er seine unduldsamen Grundsätze'»«» Ansichten nicht her hatte. Wir fanden ihn als Erz'cher der Söhne des Herrn Ministers. Grasen von Benzcl Sternau, Verfassers des goldaen Kalb, eines der geistreichsten und freisinnigsten Männer unserer Zeit, neben welchem die vor einigen Zähren verstorbene Gräfin als Muster edler Weiblichkeit und hoher Ausbildung hervorragte. Ohne eigne nähere Bekanntschaft mit Hrn. Weber hatten wir der Versicherung des trefflichen Paares Glauben geschenkt, daß derselbe ein in allem Betrachte ausgezeichneter Mann sei; um so weniger wußten wir uns seine erwähnten sich durch nichts auszeichnendcn Aeuss scrungen über umre Glaubensgenossen zu erklären. Nun hat er jene Versicherung, wie lange schon durch Schriften hinsichtlich des Geistes, so auch was Charakter und E-irnnungstüchtigkeit betrisst, vollständig gerechtfertigt. Folgendes Bekenntniß, welches wir seiinr kürzlich im Drucke erschienenen Revision des deutschen Schulwesens entnehmen, gereicht ihm zur größten Ehre, ea es an sich schon schwer ist, in vorgerücktem Alter sich von anerzogencn, lang gebegten Dorurihcilen und Abneigungen loszmagen, aber noch schwerer öffentlich ausgesprochene Unheilals irrig öffentlich wieder zurückzunehmen. Derselbe äußert sich ans S. 360 fgg. daKlbst, dahin: „Aber Eins will ich freimüthig bekennen, weil sich hierzu die Gelegenheit darbiete', obgleich die Sache mit meinen Rcvrsionsvorschlägen an sich selbst Nichts zu schaffen hat. Ich nehmnämlich hiermit feierlichst alles ras senge zmück. und bedauere aus Grund res Herzens, was ib i-'mals von meinem Standpunkte aus, als Pädagog wie als Mensch, wider das Inoenthum und demselben anhangende Individuen von dem Gesichtspunkte ibres religiösen Glaubens her Tadclhafccs und Borurthcilvolles geäußert und namentlich geschrieben habe. Ich kann cs lediglich im siebte oder vielmehr in der Verfinsterung einer Schwachheit und Kurzsichtigkeit fassen, daß ich mich, bei aller, das weiß Gcti, nngehcuchclten Begeisterung für menschlich Schönes, Wahres und Gutes, unter dem doch unverkennbar die Freiheit der Gewissen als eines der edelsten Bcsitzthümcr der Menschheit leuchtet, so lange konnte verblenden lassen, gerade bei und trotz dem frcigewähltcn Berufe des Pädagogen und Humanisten meinen Standpunkt so niedrig zu nehmen, um nicht den Menschen als Menschen schlechthin, sondern nach seiner überdies so trügerische» Elanbcnsfarbe zu schätzen! Cs machte mich nicht nicht irre, daß ja Christus, mir persönlich und unassektirr der heiligste Inbegriff alles sittlich und religiös Vollkommenen in der Menschheit, selbst ein Zudc gewesen und danach der unwircrleglichsicn Logik zufolge, da wir Alle zngestchcn, daß über Christi