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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-03-07 · Heft 10 (7.3.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 10 (7.3.1847)
Date
1847-03-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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79 ralistischen Träumereien im Zudenthume Wurzel zu fassen anfingen und die nichtdenkende Menge an einen Satan zu glauben begann, da erst wurde dem Cchofar eine gar mächtige Wunverkraft zugcschrieben, nicht nur, daß die auf demselben hervorgebrachten Töne den Satan ganz und gar — confus zu machen im Stande find, dergestalt daß er die früher beabsichtigten Anklagen vergißt, die er höher» und höchsten Ortes gegen Zsrael hrrvorzubringen gedachte — sondern es besitzen die jedesmal anders componirten Laute p"t?p und p"lp die Wunderkraft, eine förmliche Revolution in den höhern Regionen hervorzurusen, wie dies deutlich zu lesen ist im Sohar Paraschoth Emor. Dem. nach hat jene Cercmonie nur durch das mystische Element eine so hohe Wichtigkeit bei dem abergläubischen Volke erlangt, wovon auch unsre 2'->UN2 zeugen, in welchen fich mehrere sogenannten Gebete befinden, die aus den Tönen jenes Wunder- Horns Kronen für Gottes Majestät und Engel zu dessen Hofdienste — entstehen lassen. Wie gesagt, nur durch die in die Religion eingedrungene Kabbala hat fich das Schofarblasen im Zudenthum erhalten. Da nun in dem religiösen Bewußtsein unserer Zeit und unserer Generation dem Schosar keinesweges eine solche Wichtigkeit und Wunderkraft vindicirt wird und vindicirt werden soll; ferner da diese Ceremonie schlechterdings keinen sittlich, religiösen Einfluß auf die Gemüther auszuüben vermag, worüber nur jeder fich selbst fragen möge — zudem, da das Schofar — wie das im Alterthume allerdings der Fall war — (Mischnah ,Y"> Abschn. 3. §. 3) von keinem andern Instrumente begleitet ist, und nur sehr unharmonische, oft ohrzerreißende Töne hervorbringt; endlich da der ganzen Ceremonie alle bibliche Begründung abgehet: So möchte ich an die verehrt. Cultuscommisfion einen dreifachen Antrag stellen: a) Die CultuScommission wolle, ohne irgend einer vorgefaßten Meinung Raum gebend, wohl erwägen, ob es nicht gerathen sei, eine Ceremonie, die a[l 1 er biblischen Begründung entbehrt; eine Ceremonie, die nach der Bildungsstufe der Gegenwart schlechterdings keine erhebende, versittlichende Kraft in sich trägt; eine Ceremonie, die wegen ihres unästhetischen Charakters bei der aufblühenden Generation lächerlich zu werden droht — ob es nicht bei so benannten Umständen gerathen sei, daß eine solche Ceremonie vom öffentlichen Gottesdienste im neuen israelitischen Tempel gänzlich ge. trennt werde und dem Privatgottesdienste angewiesen bleibe.— Jndeß da man sich einbilden dürfte — denn mehr als bloße Einbildung ist es nicht — es habe jene in Rede stehende Ceremonie auch in unsrer Gemeinde zu tiefe Wurzel gefaßt, als daA man an die Einstellung eines so heiligen Gebrauches auch nur denken könnte: so abstrahire ich einstweilen von dem so eben berührten Anträge nud modificire denselben dahin. d) Die Cultuscommisfion wolle das Schofarblasen auf die mjrpn als: nnsw ,nun3T ,rn^o reduciren, wie es eigentlich in der Mischnah n"“l Abschn. 4. §. 5. deutlich vorgeschrieben und von allen Casuisten gut geheißen ist. Auch die Hy« perorthodorie kann alsdann und bei diesem Modus der Tempelgemeinde nichts anhaben und keineswegs irgend einer Neuerung dieselbe beschuldigen. Sollte jedoch der Antrag auch in dieser Form zurückgewiesen werden, so wolle die Cultuscommisfion die Einrichtung treffen. o) Daß die 30 Töne auf zehn beschränkt werden, daß nämlich nicht dreimal, sondern nur einmal,n"”i"n n'YV'n ,n"5y"n geblasen werden. Es bleibt alsdann alles in der früheren Ordnung. Die Handlung beginnt mit dem üblichen Gesänge, dem die rD“D folgen möge, denn die erste niTQ foHte wohl, schon der Consequenz halber — wie bci^^Q und roun weßbteiben, da der liebe Herr Gott in der ganzen Bibel keinen Befehl erlassen hat, das Schofar zu blasen, noch vielweniger das Schofar zu hören — 12W p jno»S] In der Ueberze ugung, daß die Cultuscommisfion die Tendenz und die Obliegenheit habe, den Gottesdienst immer mehr zu läutern und zu vereinfachen, hielt ich es für Pflicht, derselben diese Blätter vorzulegen u. s. w. u. s. w. Hamburg, am 1. Sept. 1846. vr. G. S a l o m o n d. z. Präses. Verschiedenes aus Würtemberg. (Würtemberg, im Febr.) — Die im Dezember v. I. stattgefundene erste Dienstprüfung der Rechtskandivaten hat Zos. Lämmle in Laupheim erstanden, ist daher zum Referendar zweiter Klasse bestellt, und zur Dienstprobe dem Gerichtshof in Mm zugetheilt worden. — Unter denen, welche öffentlich Vorschläge machen, wie unserer Geldcrisis zu begegnen, hat fich auch Fcchenbach in Mergentheim hervorgethan; während vr. Weil seine Ansicht gegen Steuerrath Mohl zu bekämpfen hat. — Zu Heilbronn haben fich seit einigen Zähren wieder Israeliten ansässig gemacht. Gelegenheitlich neuester Aufnahme der Bevölkerungslisten erfahren wir, daß die Zahl derselben nun 12 ist. Dieselben find zur Kirchengemeinde Sontheim getheilt. — Die israelitische Oberkirchenbehörde hat folgendes Decret j an fämmtliche Rabbinate ergehen lassen: „Zum Behufe der An-

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