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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-01-10 · Heft 2 (10.1.1847) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 2 (10.1.1847)
Date
1847-01-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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14 das in schaffender Tbätigkeit sich offenbart, wie Gott in der Schöpfung sich offenbarte. Indem der Mensch am Sabbath ruhet, stellt er seine menschliche, d. h. schaffende Thätigkeit ein. Eine zerstörende Tbätigkeit ist keine menschliche, sondern eine unmenschliche, eine thierische, wodurch nicht der Sabbath, oder dieSabbathidee, daß das menschliche Wirken eingestellt werde, verletzt wird , sondern die Menschenwürde. Zerstören um zu zerstören, ist unmenschlich, tcuflijch, neronisch, ein Haus niederreißen ohne die Absicht, einen freien Platz dadurch zu gewinnen, oder auf demselben ein anderes hinzustellen, sondern um ein brauchbares Haus zu zerstören, ist ein unmenschlicher, thierischer Akt, der den Menschen zu jeder Zeit entwürdigt, und kann daber mag die Arbeit noch so anstrengend sein, keine am Sabbath, d. h. nur am Sabbath um der Sabbathidee willen verbotene Arbeit sein. Hr. Adler hat daher die Tradition, von der er mit so großer Venertion spricht, dennoch gänzlich mißverstanden. Aber, wird Hr. A. fragen, wie könnten die zwei in der Mischnah aufgezähltcn Kategorien: -pj/aai tain*) deren Wesen doch in sehr vielen Fällen Zerstörung ist, in den Kreis der am Sabbath verbotenen Arbeiten hineingezogen werden, wenn nicht das Moment der Anstrengung das das Verbot charakterisirende wäre? Ich werde die Frage umkehren: wie können “vpoi tarn, da sie offenbar keine Produktion sind, in den vielen Fällen, wo sie nicht anstrengend sind, am Sabbath verboten sein? Wird Hr. A. mir antworten, die Mischuah babe nur die Fälle im Auge, wo sie in der That anstrengend sind, so gebe ich ihm die Antwort zurück, die Mischnah handle in der That nur von solchen Fällen, in welchen *vjodi nicht zerstörend und deshalb verboten sind. Müssen wir, um ein Prinzip durchzuführen, die Mischnah jedenfalls erklären, warum die Erklärungen der Gemara so geringschätzig wegwerfen? Die Gemara Sabbath 106 s erklärt diese Mischnah auf verschiedene Weise, entweder TpDi ^aino pn, oder rum U'x *vjodi oder aber yyno *psa i?nn nsft6 Tnsa. (Fortsetzung folgt.) *) Ys pa. Geschichte des Tages. Geigers Sendschreiben. £ (Frankfurt a. M., im Dezember.) — Meefc!t Ir, we set it down, der Witz scheint dem nicht leicht gut, welcher sich von ihm unangenehm berührt fühlt. So finden wir, daß Hr. vr. Grätz am Schluffe seiner Nccenfion der zweiten Abtheilung des Lehr- und Lesebuches zur Sprache der Mischnah Geigers*) fich von demselben für die Zukunft „schlechte Witze wie Hannibalchen Äannibalchen" verbeten hat, wenn auch dieser Witz ei» ganz guter war, nur daß wir, beiläufig bemerkt, uns solchen, weil er, wenn wir recht verstehen, auf ein körperliches Gebrechen anspielt, niemals erlaubt haben würden. Hr. vr. Grätz stellte zugleich an Geiger das weitere Ersuchen," bei „etwaiger Widerlegung nicht zu jener Deutungsmethode seine Zuflucht zu nehmen, nach welcher heute ein X wird, was gestern ein U war," und auch wir hätten gewünscht, Geiger wäre in seinem Sendschreiben bei Besprechung unserer Correspondenzen des eingedenk gewesen; Thatsache ist, daß er Wort und Sinn daran entstellt hat. Wir schreiben dies nicht einer Abfichilichkeit zu, vielmehr einer geringen Beachtung und daher oberflächlichen Lektüre derselben, gepaart zu einer erklärlichen, selbst entschuldbaren Gereiztheit. Einige Schuld mag auch wieder einmal der Talmud haben, dessen Studium Geiger bei Ausarbeitung feines oben erwähnten Werks in neuerer Zeit mehr obliegen müssen, und der bekanntlich durch seine verkehrten Bibeldeutungen das Juventhum verkehrt, und noch die Eigenschaft hat, das gesunde Urtheil, den natürlichen Verstand derjenigen, welche fich eifrig mit ihm beschäftigen, zu trüben und zu verwirren. — Dürften wir vorausseßen, daß der Inhalt unserer betreffenden Mittheilungen Ihren Lesern mehr als allgemein noch gegenwärtig wäre, oder daß dieselben fich die Mühe nehmen wollten, solche mit dem Sendschreiben Geigers zu vergleichen, wir würden deßhalb kein Wort weiter verlieren, und jeden urtheilen lassen nach eigener Einsicht. Wir haben jedoch unseren Mittheilungen niemals eine solche Wichtigkeit beigemessen, und wären wir eitel genug gewesen es zu thun, das Sendschreiben hätte hingereicht, diese thörichte Jllusfion zu zerstören. Wenn der Präsident der letzten Rabbinerversammlung Correspondenzen, welche deren Beschlüsse zum Gegenstände haben, zwar einer Critik und Widerlegung, nicht aber einer genauen Durchsicht werth hält, was läßt sich vom weniger oder gar nicht betheiligten Leser in der Beziehung erwarten? Wir beabsichtigen nicht die verdienten Vorwürfe zu erneuern, welche wirdie- *) Literaturblatt des Orients vom 10. Dez. 1845, No. 50.

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