Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1847)
- Date
- 1847-01-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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11 zudrücken im Stande sein, müßte vor Allem die innere Gedankenverbindung zwischen beiden in der Gegenwart noch fortbestehen. Um aber zu wissen, ob diese Gedankenverbindung beute in der Tbat noch fortbcsteht, müssen wir vorerst diese Gedankenverbindung kennen gelernt, muß uns Hr. S. A. darüber eine Erklärung gegeben haben. Äon dieser Erklärung kann und wird es abee abbängen, ob alle die Schlußfolgcn, die Hr. A. an die Tbatsache knüpft, daß die Sabbatbruhe ein Symbol sei, stichhaltig seien. Dadurch aber, daß Hr. A. diese Erklärung nns schuldig geblieben ist, hat sein ganzes System einen so starken Riß bekommen, daß es nunmehr wie ein Kartenhaus nur eines Kindes leisen Hauches bedarf, um es in sich zusammenstürzen zu sehen. Hr. S. A. wird aber nie und nimmer eine solche Erklärung geben, er kann sie nicht geben darf sie nicht geben, ohne selbst die zerstörende Hand an sein mühsam aufgcrichtetes Gebäude zu legen. Denn die Erklärung über die psychologische Ideenassociation der Sabbatbruhe und des Monotheismus, sie möge beschaffen sein, wie sie wolle, immer — und das behaupten wir mit aller Zuversicht — wird diese Gedankenverbindung von solcher Beschaffenheit sein, daß jeder vernünftige Mensch über sie das Urtheil fällen wird: sie mag einst eriftirt haben, heute eristirt sie nie und nimmermehr. Hr. A. fährt, nachdem er von der Sabbatbruhe gesagt, daß sie zwei weltbeglückende Ideen symbolisire, mit Pathos fort: „Das ist das Erhebende, das Heiligende und Beseligende der Sabbathruhe." Ja, wohl, mochte sie das gewesen sein, aber nur so lange, als der innere Zusammenhang der Rübe mit den weltbeglückenden Ideen ein bewußter, lebendig gefühlter war! Für Hrn. S. Adler wie für uns Alle — die Stock-Talmud- oder Traditionsgläubigen nicht ausgenommen — die wir durch die mächtige Hand der geschichtlichen Fortbildung aus dem magischen Kreis der symbolischen Religionsanschauung herausgerissen und in die Resierionssphäre hinein gebracht worden sind, ist die Sabbathruhe an sich, abgesehen von der sittlichen Heiligung durch Gottesverehrung die sie ermöglicht, weder erhebend, noch heiligend und beseligend, ist mit Nichten, wie Hr. A. am Schlüße dieses Satzes (S. 60 behauptet, „Ausdruck und Darstellung der höchsten Ideen selbst." Aber, wird Hr. A. einwenden, Hr. vr. Hirsch, auf dessen Votum ich mich berufe, der bat sich wohl den inneen Zusammenhang der Sabbatbruhe und den Gedanken, den sie symbolisirt klar gemacht, er weiß ihn und spricht ibn wunderschön aus. Ist auch nach ibm S. 11 das von der Bibel deutlich angegebene Symbol der Weltenschöpfung und des abstrakten Moirorb-ismus, da wir mit ihm keinem ihn leugnenden Heldenkbum gegenübersteben, längst ankiquirt, so weiß Hr. Hirsch uns klar auseinanderzusetzen, wie der Sabbath den Gedanken von der heiligen freien Arbeit, den Gedanken, daß diese Erde eine vollendete und vollkommene ist und noch viele andere ausgezeichnete Gedanken der Wahrheit und der Sittlichkeit symbolisire, so daß er mit Recht ausrutft: „So steht die Idee des Sabbaths in ibrer verklärten Bedeutung wieder vor uns!" (S. 18.) Nun das ist alles sehr schön, sinnig und wahr. Hr. Hirsch wird uns schlechten Dank wissen, wollten wir alle die schönen von ihm hervorgehobenen Gedanken an sich, abgesehen davon, daß sie durch die Sabbathruhe bezeugt und ausgedrückt werden, originell nennen und sie von ihm zuerst ans Licht gezogen glauben, denn es würde dann schlecht um den historischen Sabbath stehen, der seit Jahrtausenden, ehe Hr. Hirsch seine wahre verklärte Bedeutung gefunden oder erfunden, rein umsonst von den Menschen wäre gefeiert worden. Aber die Verbindung dieser Gedanken mit der Sabbathruhe die Idee nämlich, daß diese Gedanken durch die Sabbatbrube bezeugt und symbolisirt werden, müssen wir der Originalität des Hrn. I)r. Hirsch als ibm zugehöriges Verdienst anrechnen. Aber auf welchem Wege, möchten wir unfern Freund Hirsch fragen, ist er zu diesen Gedanken gekommen, durch welche Mittel hat er sie seinem Geiste und Gemülhe angeeignet? Etwa durch die Sabbathruhe? Hr. Hirsch sucht diese Gedanken aus vielen Stellen der Bibel, zu der er einen philosophisch ausgebildeten Geist mitbringt, nachzuweisen, wie die Biene ist er emsig bemühet, aus allen Blättern und Blüthen der Schrift die süßesten Gedanken auszusaugen, faßt sie zusammen und übergibt sie als schönes Angebinde als freiwilliges Geschenk dem Sabbath, die in ihm als nnn man verborgener Schatz seit den sechs Tagen der Schöpfung verschlossen lagen, bis Hr. Hirsch ihn gehoben und wiederum uns damit freiwillig beschenkt. Den Mitgliedern der R.-V. sind wohl alle