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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-01-10 · Heft 2 (10.1.1847) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 2 (10.1.1847)
Date
1847-01-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IO geordnet, die Gedanken sind organisch gegliedert und die Kritik kann es nur mit der Prüfung der letztern zu thun haben. Hr. S. Adler har sich überhaupt in allen drei Versammlungen als ein Mann von Kopf, von dialektischer Gewandtheit, und was das Erfreulich sie ist, als ein Mann von Charakter- und Gesinnungsfestigkeit bewährt. Wenn die Ideen des gründlichen.Fortschrittes in ihm eher einen Gegner als Vertreter finden, so ist nicht wie bei manchem Andern Schwäche und Mangel eines sichern und festen Standpunktes daran Schuld, sondern eine Festigkeit, mit der er dem historischen oder wie er es lieber nennt, traditionellen Iudenrhums anhängr, die Geistesstärke, mit der er jede Bresche, die in dem alten System geschoben wird, wieder auszufüllen sucht, und diese sind es, die in ihm einen starken Tamm bilden gegen die Strömung der Zeitideen, und ihn verhindern, sich auf die Höhe der religiösen Anschauung der Gegenwart zu erheben. Wir zweifeln nun nicht, daß es Herrn S. Adler um die Wahrheit ernst und aufrichtig zu thun ist, daß diese, trotz der Fruchtbarkeit seines Geistes an Sophismen, dennoch bei ihm die Oberhand gewinnen wird und dann können wir der Reform in ihm einen Kämpfer prophezeihen, zu dessen Besitz sie sich wird gratulircn können. Hr. S. Adler beginnt seinen ausführlichen Vortrag (Prot. S. 50—56), indem er den Grundgedanken in den beiden K.-B., welche in dem mosaischen Sabbath das Moment der Weihe und Heiligung als das vorzüglichste, das der Ruhe nur als ein untergeordnetes und dienendes erblicken, stark angreift, und dessen Consequenzen, die Einschränkung des Arbeilsvcrbots auf gewerbliche und anstrengende Thätigkeit bestreitet. Die Schrift sagt er, sei hierüber dunkel, es müsse die Tradition, die lebendige und klare, die zwischen den beiden Polen — Mosaismus und Talmudismus — liegende und sie mit tinander verbindende und einigende große Kette der Tradition befragt werden. „Was lehrt die Schrift über den Sabbath und wie interpretirt ihn die Tradition?" ist die Frage, die Hr. S. Adler sich stellt. Hr. S. A. war von den zwei nach ihm auftretenben Rednern der erste, der der Kommission die symbolische Bedeutung des Labbatd, von der in beiden K.-B. auch nicht die leiseste Spur angcdeute t sich findet, entgegen hielt. Hr. A. findet — und mit Recht — die symbolische Bedeutung im Mosaismus selbst, namentlich im ersten Tekalog und Erod. 31, 13. 17. ausgedrückt. „Die Sabbath ruhe des J'raelitcn", sagt er, S. 57, „symbolisirt die vollendete Schöpfung der Welt durch Gott und druckt zwei wektbeglückende Ideen aus: 1) die Idee des Monotheismus, und 2), daß die Welt nichts wahrhaft Böses, keine Mängel und Gebrechen enthalt, sondern gut und vollkommen geschaffen ist." Vor Allem wird uns Hr. A. die Frage gestatten nach dem inner» Zusammenhang der Sahbathrnhe mit den zwei weltbeglückenden Ideen des Monotheismus und des Optimismus, woran uns sehr viel gelegen ist. Hr. Adler spricht sich sonderbarerweise darüber gar nicht aus, scheint eine Erklärung über diesen inner» Zusammenhang für überflüssig zu halten, und doch müssen wir diese bescheidene Frage an ihn richten. Wir würden ihm diese Frage erlassen können, es würde uns vollkommen genügen, daß, was durch die dürren Worte der Bibel hinlänglich verbürgt ist, die Sabbathruhe ein Symbol, daß sie, was gleichfalls nach jenen Worten außer allem Zweifel ist, die Schöpfung der Welt Purch Gott symbolisirt, wenn nicht Herr S. Adler auf diese Grundlage, daß die Sabbathruhe ein Symbol sei, ein Gebäude errichtete, das in die Gegenwart hereinragt, wenn er nicht mit aller Zuversicht behauptete, daß die symbolische Bedeutung der Sabbathruhe sammt der aus ihr fließenden Bestimmung des Arbeitsverbots auch in der Gegenwart und aller Zukunft religiöse Kraft und Verbindlichkeit für unser Gewissen habe. Bei so bewandten Umständen können wir unmöglich auf die Frage verzichten: Wieso, durch welche Gedankenverbindung symbolisirt die Sabbathruhe den Monotheismus? Daß in der Bibel eine solcheZdeenvcrbindung zwischen beiden vorausgesetzt wird, ist über allen Zweifel gewiß, die Sabbathruhe steht auf diesem Grunde als Zeichen Symbol, daß Gott die Welt geschaffen; daß aber die Sabbathruhe für unser Gewissen ebenso eine ewige religiöse Verbindlichkeit haben sollte, wie der Monotheismus für unfern Geist eine ewige Wahrheit ist, oder richtiger, daß auch wir den Monotheismus nur durch die symbolische Sabbathruhe sollten bekennen können, müßte die Sabbathruhe den Monotheismus wie jm biblischen Zeitalter fortwährend symbolisiren, wir, wie im biblischen Zeitalter diese Wahr heit nur durch dieses Thatsymbol zu bekennen und aus-

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