Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1846)
- Date
- 1846-04-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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79 nahe am Ende die Anficht anführt, die zweiten Gesetztafeln seien von Moses geschrieben worden, nicht von Gott. — Ebenso erhalten wir eine ausführlichere Kenntniß von den Werken des Jeda'ja Perinie, von welchem auch mchres Ungedruckte veröffentlicht zu werden verdiente. Den Charakter seiner philosophischen Haggadah-Erklärungen lernen wir allerdings bereits aus dem Bruchstücke eines größeren Werkes dieses Inhaltes, das in dem Buche ariTn ausgenommen ist, aber blos den 6. Theil und zwar die Erklärung zum Midrasch der Psalmen enthält, genügend kennen; daß es ein Bruchstück ist, ging schon aus dem dort Gedruckten hervor, indem auf die Erklärung zu Ber. rabba, mehrere Male auf die zu Tanchuma, und zwar als auf den zweiten Theil, auf die zu Pirka R. Elicscr, auf die zu Midrasch Nechamoth, als auf den fünften Theil, verwiesen wird, und wird hier durch den Nachweis vollständigerer Manuscripte bestätigt Dem Hrn. Verf. scheint auch eine Handschrift des berühmten Vertheidigungöschreibcus Jeda'jas an Addercth vom I. 1450 Vorgelegen zu haben; nach ihr nämlich citirt er (S. 477 A. b) einen Ders des Vidas, welcher in diesem Schreiben vorkommt, wahrscheinlich, weil ihm die LA. rttCl'B richtiger scheint, als die in unfern Drucken (z.B. Gutachten des Addercth es. Hanau 1610) befindliche allein diese wird vom Versmaße geboten und ist nicht zu bezweifeln. Eine andere kleine Handschrift, welche der Vers, in Beziehung auf Juda b. Barfillai und Abraham b. Chija benützt (S. 483) und die auch ich gesehen habe, gibt er zur Stelle selbst nicht an, wohl aber im Handschristenverzeichniffe. Jedoch genug des Einzelnen; es wird ein reicher Stoff dargeboten, zu dessen Verarbeitung eine dringende Aufforderung vorliegt. Der neue Umschwung in der Weltliteratur, welche im 15. Jahrhundert durch das Studium der Alten, namentlich der Griechen, in Italien begann und durch die Erfindung der Buchdruckerkunst so sehr befördert wurde, blieb natürlich auf die jüdische auch nicht ohne Einfluß, wenn auch die Nachstürme des Mittelalters, welche nun erst recht mit voller Wuth dahinbrausten, die Juden bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts nicht aufkommen ließen. Die Beschäftigung der Pressen, die neuen Werke, welche aus denselben hervorgegangen, die alten Werke, welche man mit Vorliebe neu aufgelegt hat, find gewiffermassen die Gradmesser für die Bildung der Zeit und der Gegend. Italien nimmt hierin auch unter den Juden den ersten'Rang ein; von dort her find uns die meisten werthvollen Jncuabeln in schöner Ausstattung zugekommen, und eine aufmerksame Betrachtung derselben ist mit ein Moment der Literaturgeschichte. Zu den Leistungen de Rosfi's auf diesem Gebiete tritt der Verf. vervollständigend mit der Abhandlung: Drucker und Drucke von Mantua (S. 249 — 261). Aber auch überall, wo eine freie Geistesbewegung eine Zeit lange fich geltend machte, da blühte auch alsbald die hebräische Typographie, so in den Theilen Polen's, in denen Protestantismus und SocianismuS freundliche Aufnahme gefunden hatten, wie die alten Druckwerke von Lublin und Krakau beweisen, so in Böhmen, das mit die erste Stätte der kirchlichen Bewegung war, und der Verf. führt uns den Beweis dafür vor in den zwei Abhandlungen: Druckereien in Prag (S. 261 — 268) und: Annalen der hebräischen Typographie von Prag, vom I. 1513 bis zum I. 1657 (S. 268-303.» Diese mit dem mühsainsten Sammlerfleiße und gelehrten Scharfsinne angefertigtcn Arbeiten inögen wohl die wenigsten Leser ansprechen, und das Aufsuchen der Spuren von den verschiedenen Prager Setzern mag sogar n»anches Lächeln erregen; doch bleibt für die Wissenschaft kein Material zu geringfügig, mag auch nicht Jeder Lust in fich verspüren, es aufzusuchen. Nicht als Tadel, aber doch als Beweis, daß selbst ein Zunz inen könne, mag hier eine Bemerkung dienen. Auf S. 289 wird unter Nr. 154 bemerkt, daß der zweite Theil des dort genannten Buches, welches im I. 1613 in Prag gedruckt worden, am 21. Thammus beendigt worden sei; nun wird aber auch angegeben, daß dieß a»n Donnerstage gewesen sei, während, wie der Verf. in der Anm. bemerkt, der 21. Thammus ein Mittwoch war. Sehen wir das Epigraph genauer an — welches auch in der spätern Auflage beibehaltcn worden —, so finden, wir drei Gimatria's für die Jahreszahl 373 — 1613, und unter d.esen eine, welche zugleich den angegebenen Monats- und Wochentag angiebt, indem (nämlich des Monats Thammus) durch Hervorhebung zugleich als Zahlbuchstaben für das Jahr gelten; nun »nachen aber diese Buchstaben nicht 373, sondern 391 ausFund es stellt fich sehr bald der Fehler heraus, daß es statt heißen müsse 'K2, also am Donnerstag, den ersten Thammus, so daß nicht, wie der Verf. vermuthet, der Wochentag, sondern der Monatstag, aber blos durch ein UeineS Versehen des Setzers, falsch aufgefaßt wurde. Derartige Jrrthürner sind übrigens sehr leicht, und in ihrer Berichtigung ist der Verf. sowohl in tiefem Aufsätze als in einem andern sehr reich» der ausdrücklich dazu bestimmt ist, bereits früher unter dem Titel: Jahrzahlen, in den israel. Annalen abgedruckt war, hierunter der Aufschrift: Daten - Bestimmungen, berichtigt und bereichert, erscheint (S. 214 — 230.) Zu diesem Zusätze zu machen, kann hier nicht beabsichtigt werden; nur über Jesaia b. Jakob Masrran, der S. 219 f. N. 27 erwähnt wird, glaube ich die Auskunft hinzufügen zu müssen, daß er in einem Mspt., das ich gesehen, auch im I. 1477 (Donnerstag 6. Nissan) als Abschreiber vorkommt und zwar das Scha'ar Ha - Schamajim von' Isaak Latef, welches